Fobizz, MĂŒnchen

Fobizz in MĂŒnchen: Rund 7.000 LehrkrĂ€fte registrieren sich fĂŒr die KI-Plattform

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 05:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de

80 Prozent der befragten LehrkrĂ€fte setzen beruflich KI ein; knappe staatliche Kontingente könnten den Wechsel zu US-Diensten begĂŒnstigen.

Bayerns Schulen nutzen KI – und ringen um digitale UnabhĂ€ngigkeit
Ein leerer, sonnendurchfluteter Klassenraum in einer bayerischen Schule mit modernem Interieur. Illustration mit AI erstellt.

US-Technologiekonzerne wie Microsoft, Google, Meta und Amazon versuchen verstĂ€rkt, mit gĂŒnstigen oder kostenfreien Lizenzen fĂŒr KĂŒnstliche Intelligenz an bayerischen Schulen Fuß zu fassen. Der Freistaat Bayern sowie die Kommunen bemĂŒhen sich vor diesem Hintergrund darum, wachsende digitale AbhĂ€ngigkeiten von den marktbeherrschenden US-Unternehmen einzudĂ€mmen.

Um datenschutzkonforme Alternativen im Schulalltag zu bieten, steht den bayerischen Schulen unter anderem eine entsprechende Lernplattform sowie ein LĂ€nder-Chatbot zur VerfĂŒgung. Bei diesen Angeboten verbleiben die verarbeiteten Daten auf europĂ€ischen Servern und werden nicht fĂŒr das Training von KI-Modellen herangezogen.

Auch auf kommunaler Ebene werden eigene Wege beschritten: Die Stadt MĂŒnchen stattete im vergangenen Schuljahr alle öffentlichen Schulen mit der Plattform Fobizz aus. Gut die HĂ€lfte des stĂ€dtischen Lehrpersonals – rund 7.000 LehrkrĂ€fte – registrierte sich fĂŒr den Dienst.

Die bereitgestellten Lizenzen wurden zunĂ€chst fĂŒr einen Zeitraum von zwei Jahren bewilligt. Wie bedeutend der Bildungssektor fĂŒr Anbieter von Softwarelösungen ist, verdeutlichen auch die Gesamtausgaben der öffentlichen Hand: Im Jahr 2024 investierten die BundeslĂ€nder insgesamt mehr als 75 Milliarden Euro in die Schulen.

Umfrage zeigt hohe Nutzung und knappe staatliche Ressourcen

Dass der Bedarf an KI-Werkzeugen im Bildungsbereich rasant wĂ€chst, belegen die Ergebnisse einer Umfrage des Bayerischen Philologenverbands (BPV). Der Verband schrieb dafĂŒr rund 16.000 aktive LehrkrĂ€fte an Gymnasien und Beruflichen Oberschulen in Bayern an; etwas mehr als 3.300 PĂ€dagogen beteiligten sich an der Erhebung.

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Demnach nutzen vier von five LehrkrĂ€ften – exakt 80 Prozent – kĂŒnstliche Intelligenz fĂŒr berufliche Aufgaben. Knapp 40 Prozent der Befragten setzen entsprechende Anwendungen zudem bereits direkt im Unterricht ein.

Bei der NutzungsintensitĂ€t zeigen sich feste Routinen: 37 Prozent der teilnehmenden LehrkrĂ€fte greifen mehrmals pro Woche auf KI zurĂŒck, 15 Prozent tun dies sogar tĂ€glich. Als hĂ€ufigstes Einsatzfeld nennen 62 Prozent die Aufgabenerstellung. Jeweils 51 Prozent nutzen die Systeme fĂŒr die Unterrichts- und Stundenplanung sowie zur Bearbeitung von Texten und Übersetzungen, wĂ€hrend 40 Prozent Bild- oder Videomaterialien erstellen lassen.

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Unter denjenigen, die KI anwenden, bewerten 80 Prozent die Werkzeuge als Arbeitserleichterung. Gleichzeitig fĂŒhlen sich viele LehrkrĂ€fte im Umgang mit der Technik rechtlich unsicher. Da zudem rund der HĂ€lfte der befragten PĂ€dagogen die Kontingente der staatlichen KI-Angebote nicht ausreichen, wĂ€chst die Gefahr, dass LehrkrĂ€fte auf die marktĂŒblichen Angebote der großen US-Konzerne ausweichen.

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