Folsäure-Mangel, Frauen

Folsäure-Mangel: 86% der Frauen unterversorgt – was hilft

28.05.2026 - 01:32:06 | boerse-global.de

86 Prozent der Frauen haben zu wenig Folsäure im Blut. Fachleute raten zu gezielter Supplementierung und warnen vor übermäßiger Einnahme.

Folsäure-Mangel: 86% der Frauen unterversorgt – was hilft - Foto: über boerse-global.de
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Das zeigen aktuelle Daten von DGE und RKI. Besonders kritisch ist die Lage bei Schwangeren – doch viele setzen jetzt auf die falsche Lösung.

Kritische Versorgungslage bei Folsäure und Jod

Die ausreichende Versorgung mit essenziellen Nährstoffen bleibt in der Schwangerschaft eine Herausforderung. Neben Folsäure weisen auch viele Frauen einen Jodmangel auf. Fachgesellschaften empfehlen hier eine tägliche Ergänzung von 100 Mikrogramm, denn ein Jodmangel erhöht das Risiko für Fehl- und Totgeburten.

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Weitere kritische Nährstoffe: Eisen ist essenziell für die Hirnentwicklung des Fötus und die Bildung roter Blutkörperchen. Calcium unterstützt den Knochenaufbau, die Omega-3-Fettsäure DHA wird für die Gehirnentwicklung des Kindes benötigt. Das RKI weist zudem darauf hin, dass 29,7 Prozent der Frauen einen Vitamin-D-Mangel aufweisen – besonders in den Wintermonaten ein verbreitetes Problem.

Die Gefahr des Supplement-Stackings

Parallel zur Diskussion über notwendige Ergänzungen wächst die Besorgnis über exzessive NEM-Nutzung. Auslöser ist die öffentliche Debatte um Kim Kardashian, die laut Medienberichten täglich bis zu 35 verschiedene Präparate konsumiert.

Der ETH-Toxikologe Dr. Georg Aichinger warnte am 26. Mai vor diesem sogenannten „Supplement-Stacking". Es gebe kein medizinisches Szenario, in dem eine derart hohe Anzahl an Präparaten sinnvoll sei. Die unkoordinierte Einnahme berge erhebliche Gefahren durch Wechselwirkungen und Überdosierungen.

Besonders kritisch wird dies bei fettlöslichen Vitaminen wie A, D, E und K. Während wasserlösliche Vitamine bei Überschuss meist über den Urin ausgeschieden werden, reichern sich fettlösliche im Körper an. Eine Überdosis Vitamin D kann die Nieren schädigen, zu viel Zink führt zu Vergiftungserscheinungen.

Erschöpfung als neuer Normalzustand

Der aktuelle Frauengesundheitsreport 2026 zeigt eine alarmierende Belastungssituation: 68 Prozent der Frauen funktionieren trotz massiver Erschöpfung im Alltag weiter. Für zwei Drittel der Befragten ist Müdigkeit bereits zum Normalzustand geworden, mehr als die Hälfte wacht morgens nicht erholt auf.

Besonders betroffen: die Altersgruppe der 30- bis 44-Jährigen. Als Hauptursachen identifiziert der Report eine Kombination aus hoher Care-Arbeit, Schlafmangel und Mikronährstoffmängeln. In der Schwangerschaft verstärkt sich die Belastung durch den erhöhten Bedarf an Eisen und Magnesium. Fachleute weisen darauf hin, dass Müdigkeit ein wichtiges Indiz für eine lückenhafte Nährstoffbilanz sein kann.

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Besonders betroffen: die Altersgruppe der 30- bis 44-Jährigen. Als Hauptursachen identifiziert der Report eine Kombination aus hoher Care-Arbeit, Schlafmangel und Mikronährstoffmängeln. In der Schwangerschaft verstärkt sich die Belastung durch den erhöhten Bedarf an Eisen und Magnesium. Fachleute weisen darauf hin, dass Müdigkeit ein wichtiges Indiz für eine lückenhafte Nährstoffbilanz sein kann.

Praktische Empfehlungen fĂĽr die Supplementierung

Wer Nahrungsergänzungsmittel einnimmt, sollte auf die richtige Anwendung achten. Fettlösliche Vitamine gehören zusammen mit einer Mahlzeit eingenommen, Eisen dagegen am besten auf nüchternen Magen.

In der Schweiz konsumieren laut BLV-Ernährungsbulletin bereits 30 Prozent der Erwachsenen wöchentlich Ergänzungsmittel. Die solideste klinische Beleglage existiert für Vitamin D, Magnesium und Omega-3. Experten raten meist zu Kuren von einem bis drei Monaten.

Neben der Mikronährstoffzufuhr bleibt die Lebensmittelhygiene kritisch. Mediziner wie Dr. Huda Ali erinnern daran, dass Fleischprodukte vollständig durchgegart werden sollten – das minimiert das Risiko von Toxoplasmose- und Listerieninfektionen. Wie sensibel die Nahrungsmittelkette reagiert, zeigte ein aktueller Rückruf bei ALDI Nord: Das Produkt „LE GUSTO Basilikum gerebelt" wurde am 26. Mai wegen Salmonellen-Nachweisen zurückgerufen.

Politischer Rahmen und Ausblick

Auch auf EU-Ebene gibt es Entwicklungen: Das EU-Parlament diskutiert eine Änderung der Wahlvorschriften, die Abgeordneten in der Babypause die Stimmübertragung ermöglichen soll. Vorgesehen ist der Zeitraum von drei Monaten vor der Geburt bis sechs Monate danach. Kritik gibt es, weil keine vergleichbare Regelung für Väter vorgesehen ist. Die Ratifizierung durch alle Mitgliedstaaten steht noch aus.

Die Versorgung mit Mikronährstoffen in der Schwangerschaft geht weit über die individuelle Entscheidung für ein Präparat hinaus. Sie ist eingebettet in eine komplexe Gemengelage aus klinischen Erfordernissen, toxikologischen Warnungen und gesellschaftlichen Belastungsmustern. Die Fachwelt ist sich einig: Folsäure und Jod sind unverzichtbar – breite, eigenständige Supplement-Stacks müssen kritisch hinterfragt werden.

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