FoodFor bei „Die Höhle der Löwen“: Warum Maschmeyers Deal scheiterte
Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 01:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nach der Ausstrahlung der sechsten Folge des Gründerformats „Die Höhle der Löwen“ wurde das Scheitern eines vor laufender Kamera geschlossenen Deals bekannt. Das Zürcher Startup FoodFor, das flüssige Nahrungsergänzungsmittel anbietet, hatte sich in der Sendung zunächst eine Finanzierungszusage von Investor Carsten Maschmeyer gesichert.
Im Nachgang der Dreharbeiten kam die Zusammenarbeit jedoch nicht zustande, wie Berichte vom 12. Oktober 2026 zeigen. Maschmeyer begründete das Ausbleiben des Investments mit den Rahmenbedingungen sowie bestehenden Investoren des Unternehmens.
Hohe Bewertung und komplexe Finanzierungsstruktur
Die Gründer von FoodFor traten vor die Investoren mit der Forderung von 300.000 Euro für 10 Prozent der Firmenanteile. Dies entsprach einer Unternehmensbewertung von 3 Millionen Euro. Das Startup ist seit rund einem Jahr auf dem Markt tätig und erwirtschaftete laut Gründerangaben im Vorjahr einen Umsatz von 100.000 Euro. Damit lag die aufgerufene Bewertung beim 30-Fachen des bisherigen Jahresumsatzes.
Erschwert wurden die Verhandlungen durch vor dem Auftritt bestehende Verbindlichkeiten: Bei FoodFor existierten Wandeldarlehen in Höhe von 950.000 Euro, von denen noch rund 400.000 Euro übrig waren. Im Gegenzug für diese Mittel erhielten Freunde und Familie Anteile am Unternehmen.
Diese Konstellation stieß im Investorenkreis auf Bedenken. Johannes Kliesch stieg aufgrund der Wandeldarlehen aus den Verhandlungen aus, während Maschmeyer die Konstruktion als uninvestierbar einstufte. Ralf Dümmel zog sich wegen der zu hohen Bewertung zurück, attestierte dem Produkt inhaltlich jedoch eine Spitzenbewertung.
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Judith Williams begründete ihren Rückzug mit mangelnden Marktkenntnissen, und Janna Ensthaler sah kein klares Alleinstellungsmerkmal gegeben. Maschmeyer bot schließlich 300.000 Euro für 20 Prozent der Anteile unter angepassten Bedingungen an, worauf sich die Gründer im Studio einließen, bevor der Deal im Nachgang scheiterte.
Wissenschaftlicher Hintergrund und Produktpalette
Hinter dem Zürcher Startup steht ein dreiköpfiges Gründerteam: die 32-jährige Neurowissenschaftlerin Dr. Teresa Cramer, die seit über zehn Jahren zum Gehirn forscht und an der Harvard University sowie dem MIT tätig war, die 33-jährige Franziska Kuenburg mit beruflichem Hintergrund in Investmentbanking, M&A und Strategieberatung sowie Raphael Thurn und Taxis (33) aus der Lebensmittelindustrie.
Das Unternehmen bietet vier trinkfertige Rezepturen in 60-ml-Flaschen an:
- THINKING (zuvor unter dem Namen FOCUS geführt) für konzentriertes Arbeiten, Aufmerksamkeit und Gedächtnis,
- BOOST für Energie,
- EUPHORIA für die Stimmung und emotionale Balance,
- CALM für Entspannung und die Abendroutine.
Die Produkte enthalten Kombinationen aus Vitaminen, Mineralstoffen, Aminosäuren und Pflanzenextrakten. Cramer verwies auf eine placebokontrollierte Studie, bei der mindestens 83 Prozent der Teilnehmenden eine Verbesserung in Tests zeigten. Laut ihren Angaben setzt die Wirkung 60 bis 90 Minuten nach der Einnahme ein und hält über drei bis vier Stunden an, wobei die Trinkampullen zwischen 8 und 11 herkömmliche Tabletten ersetzen sollen.
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Vertriebsausbau trotz geplatzter Vereinbarung
Trotz der nicht realisierten Partnerschaft mit dem Investor entwickelte das Startup seine Geschäftstätigkeit weiter. Seit der Aufzeichnung wurden die Rezepturen sowie der Geschmack verfeinert, die Verpackungen überarbeitet und der eigene Onlineshop neu aufgestellt.
Im Online-Direktvertrieb kostet eine einzelne Flasche 3,75 Euro. Nach der Ausstrahlung sind die Einheiten online im 8er-Paket für 29,95 Euro erhältlich, während größere Bestellmengen und Abonnements den Stückpreis reduzieren.
Parallel zur TV-Ausstrahlung trieb FoodFor den Eintritt in den stationären Einzelhandel voran. Der Rollout startete in mehreren hundert Filialen von BUDNI und EDEKA in Deutschland. Ab Ende Oktober sollen die Produkte bundesweit bei Budni sowie in mehr als 200 Filialen von Edeka erhältlich sein. Erklärtes Ziel des Unternehmens bleibt es, sich zur führenden Marke für Neuro-Nutrition und Gehirn-Shots im DACH-Raum zu entwickeln.
