Forrester AI in Microsoft 365: KI-Recherche schlägt jetzt Google
Veröffentlicht am: 01.08.2026 um 11:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die vollständige Integration von Forrester AI in die Arbeitsumgebungen von Microsoft 365 Copilot und Teams markiert einen signifikanten Wandel in der Informationsbeschaffung für Unternehmen. Aktuelle Nutzungsdaten belegen, dass die KI-gestützte Recherche mittlerweile häufiger in Anspruch genommen wird als die herkömmliche Suchfunktion innerhalb der Microsoft-Plattformen.
Technologische Einbindung und Rollout-Phasen
Die technische Umsetzung der Integration erfolgte über einen sogenannten MCP-Connector. Dieser ermöglicht es, die Analysekapazitäten von Forrester direkt in den Workflow von Microsoft 365 einzubinden. Die schrittweise Einführung begann im März 2026 mit dem Start der dedizierten Teams-App. Am 28. April 2026 folgte die Bereitstellung des Copilot-Agenten, wodurch das System nun auch in Anwendungen wie Word, Excel und PowerPoint zur Verfügung steht.
Ziel dieser tiefen Integration ist es, den rund 85 Prozent der Wissensarbeiter in Unternehmen, die Microsoft 365 täglich nutzen, einen unmittelbaren Zugriff auf Marktforschungsdaten und Analysen zu ermöglichen. IT-Verantwortliche stehen dabei vor der Aufgabe, die spezifischen Anforderungen an die Lizenzierung, die Governance und die Prozesse der Datenverarbeitung für ihre Organisationen individuell zu definieren.
Steigende Nutzerzahlen und wirtschaftliche Dynamik
Die Akzeptanz der neuen Technologie spiegelt sich in den operativen Kennzahlen wider. Die Anzahl der Nutzer von Forrester AI verzeichnete im Vergleich zum Vorquartal ein Plus von 33 Prozent, während im Vorjahresvergleich ein Zuwachs von 69 Prozent erreicht wurde. Noch deutlicher fiel die Steigerung bei den Interaktionen aus: Die Anzahl der abgesetzten Prompts stieg gegenüber dem Vorquartal um 58 Prozent und verdoppelte sich im Vergleich zum Vorjahr mit einem Plus von 105 Prozent nahezu.
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Auf wirtschaftlicher Ebene generierte das Angebot Forrester AI Access seit seiner Einführung innerhalb von neun Monaten ein Buchungsvolumen von rund 10 Millionen US-Dollar. Insgesamt stieg die Kundenanzahl leicht auf 1.770 Konten. Ein Branchentreffen, der B2B Summit mit 1.400 Teilnehmern, trug laut Unternehmensangaben mit etwa 3,5 Millionen US-Dollar zu den Buchungen beim Vertragswert bei.
Datensicherheit und finanzielle Performance
Ein zentraler Aspekt der Integration ist die Ausgestaltung als geschlossenes System. Forrester AI nutzt die eingegebenen Prompts der Anwender nicht für das Training der zugrunde liegenden Modelle. Zudem arbeitet das System mit einer strikten Quellenangabe, um die Validität der ausgegebenen Informationen zu gewährleisten. Bisher wurden bereits Hunderte von Unternehmenskonten für diese Funktionen aktiviert.
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Trotz des Wachstums im KI-Bereich zeigen die Finanzergebnisse für das zweite Quartal 2026 ein gemischtes Bild. Der Gesamtumsatz belief sich auf 100,2 Millionen US-Dollar, nach 111,7 Millionen US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Das Nettoeinkommen nach GAAP lag bei 15,3 Millionen US-Dollar beziehungsweise 0,78 US-Dollar pro Aktie. Das bereinigte Betriebsergebnis ging um 24 Prozent auf 10,4 Millionen US-Dollar zurück. Dennoch verbesserten sich die Kundenbindungsrate auf 77 Prozent und die Wallet Retention auf 89 Prozent.
Strategische Ausrichtung und Ausblick
Für das Gesamtjahr 2026 prognostiziert das Unternehmen einen Umsatz zwischen 350 und 360 Millionen US-Dollar bei einem bereinigten Gewinn pro Aktie von 0,72 bis 0,82 US-Dollar. Die finanzielle Basis bleibt mit Barmitteln von über 130 Millionen US-Dollar bei einer Verschuldung von 35 Millionen US-Dollar stabil. Parallel dazu wurde ein Aktienrückkaufprogramm eingeleitet.
In der strategischen Planung ist bereits die nächste phase der Expansion vorgesehen. Forrester beabsichtigt, die KI-Funktionalitäten künftig auch auf andere Plattformen und Modelle wie Google Gemini, Claude und den Messaging-Dienst Slack auszuweiten, um die Reichweite der Analysewerkzeuge über das Microsoft-Ökosystem hinaus zu vergrößern.
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