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Forscher: Wale und Delfine spielen miteinander

Veröffentlicht am: 12.08.2025 um 07:34 Uhr | dpa.de

Buckelwale zeigen Delfinen ihren Bauch und Delfine reiten auf den von Walen erzeugten Wellen: Eine Studie enthĂŒllt regelmĂ€ĂŸige und vor allem freundliche Begegnungen im Ozean zwischen den Tieren.

MeeressÀuger unter sich - Wale und Delfine können etwas miteinander anfangen.  - Bild: Wildlive Media/Griffith UniversitÀt/dpa
MeeressÀuger unter sich - Wale und Delfine können etwas miteinander anfangen. - Bild: Wildlive Media/Griffith UniversitÀt/dpa

Der Ozean ist zwar riesig, doch manchmal kreuzen sich die Wege seiner Bewohner – etwa die von Walen und Delfinen. Eine Studie von Forschern der australischen Griffith UniversitĂ€t liefert nun neue Einblicke, wie diese Begegnungen ablaufen.

Olaf Meynecke, Walforscher und Leiter des Whales & Climate Program, sowie Co-Autorin Olivia Crawley haben Fotos und Videos aus sozialen Medien ausgewertet, etwa Aufnahmen von Touranbietern zum Wale-Beobachten, von Hobby-Fotografen und Wissenschaftlern. Insgesamt wurden 199 Begegnungen zwischen 19 Bartenwal- und Delfinarten in 17 LÀndern analysiert. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin «Discover Animals» veröffentlicht.

Die zentrale Erkenntnis: In etwa einem Viertel der FĂ€lle handelt es sich um eine positive gegenseitige Interaktion – spielerisch oder freundlich, nicht einseitig oder störend. Besonders bei Buckelwalen, die als Ă€ußerst soziale Tiere gelten, zeigt sich das in der Körpersprache: Sie rollen sich auf die Seite, prĂ€sentieren ihren Bauch oder nĂ€hern sich langsam den Delfinen. «Da wird durchaus ein gewisses Interesse bekundet», sagt Meynecke der Deutschen Presse-Agentur.

Delfine suchen hÀufig die NÀhe zum Kopf der Wale

Meist sind es die Delfine, die die Wale aufsuchen – besonders hĂ€ufig in der NĂ€he des Wal-Kopfes. «Die Vermutung ist, dass die Delfine in Sichtweite der Wale bleiben, um von ihnen gesehen zu werden», erklĂ€rt Meynecke. «Die Tiere können sich bereits ĂŒber GerĂ€usche wahrnehmen, aber die visuelle Wahrnehmung scheint ebenfalls von Interesse zu sein.»

Dank Technik – etwa Kameras, die an Walen befestigt werden – konnten die Forscher beobachten, dass Delfine den Walen teilweise bis auf den Meeresboden folgen und dabei auch Augenkontakt halten.

Gleichzeitig genießen die Delfine es von Zeit zu Zeit an der Seite des Wales «mitzureiten» – weniger als Transportmittel, sondern mehr ein spielerisches Verhalten, das ihnen offenbar Freude bereitet. «Es macht ihnen eindeutig Spaß, die Druckwelle des Wals zu nutzen, Ă€hnlich wie Menschen beim Wellenreiten», sagt Meynecke.

Wale wollen auch mal ihre Ruhe

Doch das Zusammenspiel ist nicht immer harmonisch: In Zeiten von Nahrungskonkurrenz können Wale mit SchwanzschlĂ€gen signalisieren, dass sie Abstand wĂŒnschen. In dem Fall ist der Bedarf nach Gesellschaft eher gering. Begegnungen dieser Art kamen jedoch vergleichsweise selten vor.

Delfine scheinen besonders dann Interesse zu zeigen, wenn es unter den Walen zu Auseinandersetzungen kommt. Laut den Forschern bleiben die Delfine besonders dann gerne in der NĂ€he, wenn viel passiert – etwa, wenn Wale miteinander kĂ€mpfen oder KĂ€lber dabei sind. Dann beobachten die Delfine die Szenen sehr genau, ohne sich jedoch einzumischen.

Interaktion könnte KreativitÀt fördern

Auch wenn viele Begegnungen neutral ausfielen, reagierten Wale in zahlreichen FĂ€llen positiv auf ihre neugierigen GefĂ€hrten – ein Zeichen, dass sie das Zusammensein genießen könnten. Warum sich die Tiere so begegnen, ist noch nicht vollstĂ€ndig geklĂ€rt. «Es könnte tatsĂ€chlich Unterhaltung sein», sagt Meynecke und weist darauf hin, dass Buckelwale schon öfter beobachtet wurden, wie sie mit Seetang spielen und ihn auf ihrem Kopf balancieren – was mitunter als Ausdruck von KreativitĂ€t und Spaß gewertet wird.

Eine Theorie: Interaktionen mit Delfinen stellen eine Form von sozialem Spiel dar, das KreativitĂ€t fördern. «Wie auch beim Menschen braucht das Gehirn gerade bei intelligenten Wesen Phasen der KreativitĂ€t», erklĂ€rt Meynecke. Dieses «Spiel» könnte damit eine Funktion fĂŒr die sozialen und kognitiven FĂ€higkeiten der MeeressĂ€uger erfĂŒllen.

de | wissenschaft | 68071649 |