FortiBleed, Zehntausende

FortiBleed: Zehntausende Firewalls in 194 Ländern kompromittiert

Veröffentlicht am: 16.07.2026 um 22:15 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die FortiBleed-Kampagne legt Zugangsdaten von über 80.000 Fortinet-Firewalls offen. Behörden fordern sofortige Schutzmaßnahmen.

FortiBleed-Angriffswelle: Zehntausende Fortinet-Geräte weltweit kompromittiert
Digitale Firewall mit leuchtenden Schaltkreisen, Binärcode und zentralem Vorhängeschloss-Symbol, das einen Datenverstoß darstellt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die als FortiBleed bekannte Kampagne hat nach Erkenntnissen von Cybersicherheitsbehörden zehntausende Fortinet FortiGate-Geräte in fast 200 Ländern kompromittiert und sensible Zugangsdaten offengelegt.

Das Ausmaß der FortiBleed-Kampagne

Die Angriffswelle hat zwischen 74.000 und 86.644 Fortinet-Geräte weltweit betroffen. Eine Analyse des Sicherheitsunternehmens Hudson Rock offenbart die Dimension des Vorfalls: 21.632 einzelne Domains in 194 Ländern wurden kompromittiert. Bereits Anfang der Woche waren Berichte aufgetaucht, dass rund 75.000 Zugangsdatensätze geleakt wurden – ein Teil davon soll auf Telegram-Kanälen aufgetaucht sein.

Sowohl die US-Cybersicherheitsbehörde CISA als auch das britische National Cyber Security Centre (NCSC) beobachten die Lage genau. Die offengelegten Daten umfassen eine massive Anzahl von Firewall-URLs und Passwort-Hashes. Besonders brisant: Auch Einrichtungen und Unternehmen in Deutschland und der EU könnten betroffen sein – die genaue Zahl ist noch unklar.

Angriffsmethoden und Verbindungen zur Ransomware-Szene

Die Kampagne wird russischsprachigen Akteuren zugeschrieben, die mehrere Techniken kombiniert haben. Sicherheitsanalysten zufolge nutzten die Angreifer schwache Passwörter für Brute-Force-Angriffe und setzten einen speziell für FortiGate-Geräte entwickelten Sniffer ein.

Besonders perfide: Die Täter stahlen Konfigurationen und knackten Passwort-Hashes per GPU-beschleunigten Verfahren. Die SSL-VPN-Schnittstelle der Firewalls diente als Haupteinfallstor – so konnten die Angreifer dauerhaften Zugriff auf die kompromittierten Netzwerke behalten. Die Kampagne wird mit den etablierten Ransomware-Gruppen INC und Lynx in Verbindung gebracht.

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Dringende Schutzmaßnahmen gefordert

Die nationale CERT-Behörde und weitere Aufsichtsinstanzen haben am heutigen Donnerstag eine dringende Warnung herausgegeben. Alle Organisationen, die FortiGate-Geräte einsetzen, sollen sofort handeln:

  • Sämtliche aktiven SSL-VPN-Sitzungen beenden, um laufende Angriffe zu unterbrechen
  • Passwort-Reset für alle Benutzer und Administratoren erzwingen
  • Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) für alle Zugangspunkte aktivieren
  • Bei Verdacht auf tiefgreifende Kompromittierung: Werksreset der Geräte durchführen
  • Firmware-Updates auf die aktuellste Version einspielen und umfassende Schwachstellenanalysen durchführen

Auch die National Cybersecurity Unit (NCU) von Bermuda schloss sich dem internationalen Aufruf an und betonte, dass regelmäßige Firmware-Updates und eine rigorose Überwachung unerlässlich seien.

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Weitere Sicherheitsvorfälle im Juli

Parallel zur FortiBleed-Krise wurden Mitte Juli weitere bedeutende Sicherheitsvorfälle bekannt. FortiGuard Labs enttarnte eine Phishing-Kampagne, die gefälschte TrueType-Schriftartdateien nutzt, um Lua-Loader einzuschleusen. Diese laden anschließend Schadsoftware wie Agent Tesla und Remcos nach.

Und die Deutsche Bank gab am heutigen Donnerstag bekannt, dass sie einen Cybersicherheitsvorfall bei einem Drittanbieter untersucht. Eine Ransomware-Gruppe behauptet, die Bank sei kompromittiert worden und habe Mitarbeiterdaten gestohlen. Die Bank betonte, dass ihre internen Systeme nicht betroffen seien. Zudem veröffentlichte ServiceNow Patches für eine kritische Sandbox-Escape-Sicherheitslücke in seiner KI-Plattform.

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