Framework Laptop 13 Pro: RAM-Preise explodieren um 82–88%
Veröffentlicht am: 26.07.2026 um 07:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Hersteller modularer Notebooks Framework erhöht die Preise für seine neuen Laptop-13-Pro-Modelle drastisch – und das kurz vor dem geplanten Versand. Grund ist eine beispiellose Krise auf dem Speichermarkt, ausgelöst durch die weltweit rasant steigende Nachfrage nach KI-Anwendungen.
RAM-Preise fast verdoppelt
Am 22. Juli 2026 verkündete Framework eine Preisexplosion bei seinen LPCAMM2-Speichermodulen. Die Kosten für 32 Gigabyte Arbeitsspeicher stiegen von 439 auf 800 Euro – ein Plus von 82 Prozent. Noch härter trifft es die 64-GB-Variante: von 849 auf 1.600 Euro, ein Anstieg um 88 Prozent.
CEO Nirav Patel begründet den Schritt mit massiv gestiegenen Einkaufspreisen. „Die Kosten unserer Lieferanten haben sich mehr als verdoppelt“, so Patel. „Das stellt ein ernsthaftes finanzielles Risiko für unser Unternehmen dar.“ Die Branche bestätigt den Trend: Im ersten Quartal 2026 sind die Vertragspreise für DRAM-Speicher um 90 bis 95 Prozent nach oben geschossen. Haupttreiber ist der enorme Bedarf an High Bandwidth Memory (HBM), der für KI-Anwendungen unverzichtbar ist.
Bestellungen betroffen: Downgrade statt Upgrade
Die Preisschübe haben unmittelbare Folgen für Kunden mit laufenden Bestellungen. Am 23. Juli 2026 hob Framework den Preis für das vorkonfigurierte Ultra X7 358H Laptop 13 Pro um 800 Euro an – von 2.099 auf 2.899 Euro.
Noch bitterer: Wer bereits vorbestellt hat, muss mit Zwangs-Downgrades rechnen. Bestellungen für 64-GB-Konfigurationen jenseits von Batch 4 (Laptops) beziehungsweise Batch 7 (Mainboards) werden auf 32 GB zum ursprünglichen 32-GB-Preis reduziert. 32-GB-Bestellungen aus späteren Chargen erhalten nur noch 16 GB.
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Technische Probleme verzögern Auslieferung
Doch nicht nur die Preise bereiten Kopfzerbrechen. Das Laptop 13 Pro kämpft mit technischen Hürden, die den Marktstart bereits verschoben haben. Ursprünglich für Juni 2026 angekündigt, gab Framework am 10. Juni bekannt, dass sich die Auslieferung auf Ende Juli oder Anfang August verschiebt.
Zwei Probleme waren ausschlaggebend: Ein elektrisches Masseproblem im haptischen Trackpad erforderte ein neues PCB-Design. Zudem entdeckten Ingenieure einen Firmware-Fehler in der Display-Initialisierung. Immerhin: Mainboard-only-Bestellungen sollen planmäßig ausgeliefert werden. Kunden, die wegen der Verzögerung stornieren möchten, erhalten ihr Geld zurück.
High-End fĂĽr Linux-Fans
Das Laptop 13 Pro war am 21. April 2026 als Hochleistungsalternative für Linux-Nutzer vorgestellt worden. Patels Ziel: ein MacBook Pro für die Linux-Welt. Das Gerät setzt auf ein vollständig gefrästes Aluminiumgehäuse aus der 6000er-Serie und ein eigenes 13,5-Zoll-2,8K-IPS-Display mit 120 Hertz Bildwiederholrate.
Im Inneren arbeiten Intel Core Ultra Series 3 (Panther Lake) Prozessoren. Der 74-Wh-Akku bietet 22 Prozent mehr Kapazität als Vorgängermodelle. Trotz der jüngsten Preisschübe lag der Einstiegspreis für die DIY-Edition ursprünglich bei 1.199 Euro, vorkonfigurierte Modelle starteten bei 1.499 Euro. Kurzzeitig hatte Framework die Preise sogar gesenkt, als das Unternehmen im Juni 2026 günstigere Gen-5-SSDs von ADATA bezog – doch die Ersparnis wurde von der RAM-Explosion längst aufgefressen.
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Wachsendes Ă–kosystem
Die Probleme mit dem Laptop 13 Pro kommen in einer Expansionsphase. Im Februar 2025 brachte Framework ein AMD Ryzen AI 300 „Strix Point“-Upgrade für das Standard-Laptop 13. Im August 2025 folgte ein aufrüstbares Nvidia-RTX-5070-GPU-Modul für das Laptop 16 mit 30 bis 40 Prozent mehr Leistung.
Finanziert wird das Wachstum unter anderem durch eine 18-Millionen-Euro-Finanzierungsrunde vom April 2024. Damals kündigte das Management an, über Notebooks hinaus in neue Produktkategorien vorzustoßen. Dazu gehört eine kürzlich vorgestellte Couch-Tastatur mit Touchpad und Nordic-nRF54-Funkmodul, die noch 2026 ausgeliefert werden soll.
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