Frankreich: Behörden planen Abschied von Windows bis Herbst
30.05.2026 - 22:38:59 | boerse-global.deFrankreichs Behörden bereiten den Abschied von Windows vor – neue Software und Betriebssystem-Updates machen den Umstieg auf Linux immer attraktiver.
Druck aus Paris: Frankreichs Behörden auf Linux-Kurs
Die französische Regierung verschärft ihren Kurs in der Digitalpolitik. Das Interministerielle Direktorium für Digitales (DINUM) treibt die Abkehr von Microsoft-Produkten in der Verwaltung massiv voran. Bis Herbst 2026 müssen alle Ministerien konkrete Pläne vorlegen, wie sie ihre Abhängigkeit von US-Technologie reduzieren wollen. Betroffen sind nicht nur Betriebssysteme, sondern auch Kollaborations-Tools, Antiviren-Software, Datenbanken und Netzwerkausrüstung.
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Ein zentrales Projekt ist die neue Büro-Suite Euro-Office, die am 9. Juni 2026 in ihrer ersten stabilen Version erscheinen soll. Entwickelt wurde sie von einer europäischen Allianz aus IONOS, Nextcloud und XWiki. Das Ziel: eine echte Alternative zu den Produkten US-amerikanischer Anbieter schaffen.
Linux-Meilensteine: Neue Versionen fĂĽr Profis
Am heutigen Samstag hat das Linux-Ökosystem gleich mehrere wichtige Updates erhalten. Rocky Linux 10.2 setzt neue Maßstäbe: Es verlangt zwingend x86_64-v3-Prozessoren und bringt Sicherheitsfeatures wie hybriden Post-Quanten-Schlüsselaustausch für OpenSSH mit. Die Entwickler-Werkzeuge wurden auf GCC 15, LLVM 21 und Rust 1.92 aktualisiert. Parallel dazu erschien Rocky Linux 9.8 mit frischen Versionen von MariaDB, Node.js und PostgreSQL.
Einen Tag zuvor, am 29. Mai, veröffentlichten die Entwickler Wine 11.10 – die Schlüsselsoftware für Windows-Anwendungen auf Linux. Das Update enthält VKD3D 2.0 für die Übersetzung von Direct3D 12 nach Vulkan und behebt 17 Fehler, die unter anderem Git für Windows, Age of Empires III und Star Wars: Knights of the Old Republic betrafen.
Ebenfalls am 30. Mai erschien Genode OS 26.05. Das Betriebssystem hat seinen Umzug zur Entwickler-Plattform Codeberg abgeschlossen und punktet mit einer Audio-Latenz von nur fĂĽnf Millisekunden auf High-End-Hardware sowie neuen Treibern fĂĽr Intel- und Qualcomm-Komponenten.
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Hardware: Fortschritte und Baustellen
So weit die Software ist – die Hardware-Unterstützung bleibt für professionelle Nutzer eine Herausforderung. Aktuelle Tests des Lenovo ThinkPad T14 Gen 7 mit Linux Mint 22.3 zeigen ein gemischtes Bild: Ethernet-Anschluss und Fingerabdruckscanner funktionieren, doch WLAN, Bluetooth und die internen Lautsprecher bleiben stumm.
Im High-End-Bereich sieht es besser aus: Xsight Labs präsentierte die E1 Data Processing Unit (DPU) mit Standard-Ubuntu 24.04 und 26.04. Der 64-Kern-Arm-Chip erreichte einen Netzwerkdurchsatz von rund 798 Gigabit pro Sekunde – ein Beleg für die wachsende Leistungsfähigkeit von Linux in spezialisierten Infrastrukturen.
Für Spieler bringt Acer den Nitro Blaze Link auf den Markt. Das Linux-basierte Handheld-Gerät streamt Spiele vom PC statt sie lokal auszuführen. Es bietet ein 7-Zoll-Display und Wi-Fi 6. Der Verkaufsstart ist für das vierte Quartal 2026 geplant.
Sicherheit und Qualität: Plattform-Wächter greifen durch
Die Betreiber von Flathub, der zentralen Plattform fĂĽr Linux-Anwendungen, haben am 29. Mai einen drastischen Schritt gewagt: Sie verbannen alle Programme, die von groĂźen Sprachmodellen (LLMs) generiert wurden. Auch KI-Assistenten fĂĽr Pull-Requests sind nicht mehr erlaubt. Hintergrund ist eine Flut von minderwertigen Einreichungen, die in der Entwickler-Community fĂĽr erhebliche Spannungen gesorgt hatte.
Ein Sicherheitsalarm erschütterte derweil die Linux-Welt: Forscher entdeckten die Schwachstelle CIFSwitch, die seit 2007 im Linux-Kernel schlummert. Sie ermöglicht lokalen Angreifern Root-Zugriff auf Systeme mit Kernel-Version 6.14 oder neuer. Ein Patch wurde bereits ausgeliefert – betroffene Distributionen sollten ihn umgehend einspielen.
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