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Frankreich verbietet Social Media für unter 15-Jährige ab September

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 20:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Frankreich verabschiedet Social-Media-Verbot für unter 15-Jährige, während Deutschland über Altersgrenzen und Prävention diskutiert.

JIMplus-Studie 2026: Soziale Medien belasten Jugendliche massiv
Eine junge Person blickt in einem abgedunkelten Raum auf ein Smartphone, dessen bläuliches Licht ihr Gesicht beleuchtet. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Soziale Netzwerke werden für Jugendliche zunehmend zur psychischen Belastung. Das belegt die aktuelle JIMplus-Studie 2026. Demnach nutzen zwar 82 Prozent der jungen Menschen die Plattformen gezielt als Wissensquelle – doch die Schattenseiten sind massiv.

72 Prozent der Befragten fühlen sich durch die Nutzung von anderen Aufgaben abgelenkt. Bei 55 Prozent geht die Erholungszeit zurück, 40 Prozent berichten über eine nachlassende Konzentrationsfähigkeit. Hinzu kommt die Konfrontation mit problematischen Inhalten: 71 Prozent der Jugendlichen stießen bereits auf Desinformation, 43 Prozent auf extremistische Inhalte.

Frankreich verbietet Social Media für unter 15-Jährige

Die Politik reagiert. Frankreich hat am 21. Juli 2026 ein umfassendes Social-Media-Verbot für Jugendliche unter 15 Jahren verabschiedet. Die Nationalversammlung stimmte mit 279 zu 81 Stimmen zu, der Senat mit 243 zu 2 Stimmen. Ab dem 1. September 2026 wird der Zugang für Neunutzer gesperrt. Bestehende Konten müssen bis zum 1. Januar 2027 gelöscht werden.

Die technische Umsetzung erfolgt über eine Altersprüfung durch vertrauenswürdige Dritte – etwa France Identité oder Docaposte. Eine KI-gestützte Altersschätzung kommt nicht zum Einsatz. Ausnahmen gibt es nur für Bildungsinhalte. Die Plattformbetreiber stehen in der Verantwortung, Sanktionen gegen Eltern oder Kinder sind nicht vorgesehen. Die EU-Kommission prüft derzeit, ob das Gesetz mit europäischem Recht vereinbar ist.

Deutsche Politik ringt um Altersgrenzen

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In Deutschland zeichnet sich ein uneinheitliches Bild ab. Bundesfamilienministerin Karin Prien sprach sich bereits im Juni 2026 für eine gesetzliche Altersgrenze von 13 Jahren aus. Grundlage ist die Arbeit einer Expertenkommission, die 56 Empfehlungen zum Kinder- und Jugendschutz erarbeitet hat. Zentraler Punkt: abgestufte Schutzstandards bis zum 18. Lebensjahr.

Das Deutsche Zentrum für Psychische Gesundheit (DZPG) unterstützt diese Forderung. In einem Policy Brief vom Juli 2026 warnen die Experten vor algorithmusbasierten Netzwerken. Sie identifizieren zudem das Nutzungsverhalten der Eltern als wesentlichen Risikofaktor für die psychische Gesundheit der Kinder. Aktuelle Schätzungen gehen von rund 300.000 Jugendlichen in Deutschland aus, die ein behandlungsrelevantes Suchtverhalten im Zusammenhang mit sozialen Medien zeigen.

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Innerhalb der Bundesländer gehen die Meinungen auseinander. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst befürwortet eine Verschärfung der Regeln. Die CSU in Bayern lehnt ein pauschales Verbot dagegen ab. Der Fokus liegt dort verstärkt auf Präventionsprojekten an Schulen, um die Medienkompetenz zu stärken.

Die jungen Nutzer selbst stehen pauschalen Verboten übrigens skeptisch gegenüber. Mehr als die Hälfte der Befragten lehnt sie ab. Rund 43 Prozent befürworten hingegen eine Altersgrenze für den Zugang zu sozialen Medien. Ergänzende Erhebungen deuten zudem darauf hin, dass ein Großteil der Eltern mit der praktischen Durchsetzung von Nutzungsverboten im privaten Umfeld überfordert wäre.

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