Frühe Menopause: Diabetesrisiko vor dem 45. Lebensjahr um 30 Prozent höher
Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 18:26 Uhr | Redaktion boerse-global.deAnlässlich des Weltmenopausentags am 18. Oktober rückt die Stoffwechselgesundheit von Frauen in der Lebensmitte verstärkt in den Fokus. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) spricht sich vor diesem Hintergrund für einen gezielten Stoffwechsel-Check in den Wechseljahren aus.
Hintergrund sind hormonelle Veränderungen, die wesentliche Stoffwechselprozesse beeinflussen und das Risiko für chronische Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes merklich erhöhen können.
Hormonelle Dynamik und steigendes Diabetesrisiko
Während der Perimenopause sinkt der Östrogenspiegel nicht nur, sondern unterliegt oft starken Schwankungen. Diese hormonelle Verschiebung begünstigt die Entstehung von Bauchfett, verringert die Insulinempfindlichkeit und führt häufig zu einem Anstieg der Blutfettwerte. In der Folge steigt das Risiko für Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Lebererkrankungen.
DDG-Präsidentin Prof. Dr. Julia Szendrödi vom Universitätsklinikum Heidelberg weist darauf hin, dass die stark schwankenden Östrogenspiegel zu vermehrtem viszeralem Fett und einer geringeren Insulinempfindlichkeit führen. Diese physiologischen Veränderungen treten demnach oft schon auf, bevor klassische Risikomarker auffällig werden.
Zudem zeigen internationale Studien laut der Verbandspräsidentin, dass Frauen mit einer frühen Menopause vor dem 45. Lebensjahr ein um rund 30 Prozent höheres Risiko für Typ-2-Diabetes aufweisen. Als besonders gefährdet gelten nach Angaben der Fachgesellschaft überdies Frauen, die in früheren Lebensphasen einen Schwangerschaftsdiabetes hatten, familiär vorbelastet sind oder unter Übergewicht leiden.
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Bestandteile der ärztlichen Untersuchung
Um Risiken frühzeitig abzufangen, rät die Fachgesellschaft zu einer gezielten Statuserhebung in der Arztpraxis. Der empfohlene Stoffwechsel-Check umfasst mehrere zentrale Parameter:
- Bestimmung von Nüchternglukose und HbA1c
- Erfassung der Blutfettwerte
- Kontrolle der Leberwerte
- Messung des Blutdrucks
- Erhebung von Körpergewicht und Taillenumfang
Für Patientinnen, bei denen bereits ein Diabetes vorliegt, stellt die hormonelle Umstellung eine zusätzliche Herausforderung dar. Da sich Wechseljahresbeschwerden und Unterzuckerungen symptomatisch ähneln können, empfiehlt die Organisation betroffenen Frauen, den Blutzucker in dieser Phase häufiger zu kontrollieren, um Fehlinterpretationen zu vermeiden.
Lebensstil und Vorbeugung
Neben der diagnostischen Früherkennung hebt die DDG die Bedeutung gezielter Lebensstilanpassungen hervor. Präventiv empfiehlt die Fachgesellschaft ein regelmäßiges Muskeltraining an zwei bis drei Tagen pro Woche, kombiniert mit Ausdauereinheiten wie Walken, Joggen, Radfahren oder Schwimmen.
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Auf ernährungsphysiologischer Ebene raten Experten zu einer ballaststoffreichen Kost mit einem hohen Anteil an Gemüse und pflanzlichen Fetten, während der Konsum von Zucker und Fertigprodukten reduziert werden sollte. Ergänzend gelten ausreichend Schlaf sowie eine Reduzierung von Stressfaktoren als wichtige Bausteine zur Unterstützung des Stoffwechsels.
Fachfragen rund um Diagnostik und Therapie chronischer Stoffwechselerkrankungen stehen zudem auf der Agenda der anstehenden DDG-Herbsttagung, die vom 13. bis 14. November in Dresden findet.
