Frühverrentung, Hälfte

Frühverrentung: Über die Hälfte der Jahrgänge 1957/ 58 im Ruhestand

Veröffentlicht: 16.07.2026 um 17:34 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Die Zahl der Frührentner unter den Babyboomern stieg 2024 auf 1,1 Millionen. Experten sehen ein strukturelles Problem.

IW-Studie: Immer mehr Babyboomer entscheiden sich für die Frührente
Babyboomer verlassen ein modernes Bürogebäude und gehen einem hellen Horizont entgegen, der den vorzeitigen Ruhestand symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat die aktuellen Zahlen für 2024 ausgewertet – mit einem klaren Ergebnis: Der Trend zur Frühverrentung hält an.

Rund 1,1 Millionen Babyboomer bezogen im vergangenen Jahr vorzeitig eine Rente. 2023 waren es noch 0,9 Millionen. Insgesamt sind bereits 6 von 19,3 Millionen Babyboomern im Ruhestand.

Frührentner: Die Jahrgänge 1957 und 1958 im Fokus

Besonders auffällig: Vom Jahrgang 1957 gingen 51,2 Prozent vorzeitig in den Ruhestand. Beim Jahrgang 1958 stieg dieser Anteil sogar auf 51,7 Prozent. In einigen Erhebungen wurden für den älteren Jahrgang bis zu 53,2 Prozent Frührentner ausgewiesen.

Die Entwicklung konterkariert das politische Ziel, die Lebensarbeitszeit zu verlängern. Die Forscher sehen darin ein strukturelles Problem.

Regelaltersgrenze und Realität klaffen auseinander

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Schon jeder zweite Babyboomer geht vorzeitig in Rente – doch die Politik plant, die abschlagsfreie Frührente zu streichen. Wer jetzt die richtigen Schritte kennt, sichert sich den vorzeitigen Ausstieg. Jetzt kostenlose Checkliste anfordern

Seit 2012 wurde die Regelaltersgrenze um zwölf Monate angehoben. Das tatsächliche Renteneintrittsalter stieg im selben Zeitraum aber nur um acht Monate. Die Lücke wächst.

Zwei Faktoren treiben die Entwicklung an: die abschlagsfreie Rente nach 45 Versicherungsjahren und der Wegfall der Hinzuverdienstgrenze im Jahr 2023. Seither können Frührentner unbegrenzt hinzuverdienen. Der Anteil der Frührentner mit hohem Nebenverdienst stieg um sieben Prozentpunkte auf 25 Prozent.

Reformpläne: Streit um die abschlagsfreie Frührente

Die Alterssicherungskommission empfiehlt, die abschlagsfreie Frührente zu streichen. Der vorzeitige Rentenbezug soll auf maximal drei Jahre vor der Regelaltersgrenze begrenzt werden. Das IW unterstützt diese Vorschläge.

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Die Alterssicherungskommission empfiehlt, die Frührente auf maximal drei Jahre vor der Regelaltersgrenze zu begrenzen. Wer bereits mit 63 gehen will, muss jetzt handeln. Reform-Update und Strategien für Ihren Renteneintritt

Kanzler Merz und Arbeitsministerin Bas kündigten bereits an, die Empfehlungen umsetzen zu wollen. Die Gewerkschaften laufen dagegen Sturm – sie haben Widerstand angekündigt.

Der Druck auf das System wird weiter steigen. Bis 2029 erreichen schätzungsweise 6,3 bis 6,4 Millionen Babyboomer die Regelaltersgrenze. Die Debatte um die Zukunft des Renteneintritts ist damit erst am Anfang.

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