FTC-Untersuchung: Anthropic und OpenAI müssen zu Verbraucherschäden aussagen
Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 00:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie US-Aufsichtsbehörde Federal Trade Commission (FTC) hat eine Untersuchung zu möglichen Verbraucherschäden gegen führende Entwickler von künstlicher Intelligenz eingeleitet. Im Fokus der Maßnahmen stehen unter anderem die Unternehmen Anthropic und OpenAI. Im Rahmen des Verfahrens forderte die Behörde an einem Montag Führungskräfte von Anthropic auf, zu den Vorwürfen auszusagen. Entsprechende Schritte bestätigte die FTC.
Umfangreiche Auskunftsersuchen an OpenAI und Anthropic
Die zivilrechtlichen Vorladungen der Verbraucherschutzbehörde fallen umfangreich aus: Pro Unternehmen umfassen die Anforderungen jeweils 50 Seiten. Die FTC verlangt von den Entwicklern detaillierte Unterlagen zu Sicherheitsvorfällen, Schutzmaßnahmen, Vermarktungspraktiken sowie zum Datenschutz.
Bereits am 14. Oktober 2026 hatte die Behörde erste zivilrechtliche Aufforderungen an OpenAI und Anthropic übermittelt. OpenAI war zu diesem Zeitpunkt das einzige weitere Unternehmen, das vorgeladen wurde. Zudem erhielten Beschäftigte weiterer, bisher nicht namentlich genannter KI-Unternehmen Aufforderungen zur Aussage. Die Behörde plant, die Untersuchungen auf weitere Firmen der Branche auszuweiten.
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Warnungen im Börsenprospekt von Anthropic
Die aktuellen Aussageaufforderungen erreichten Anthropic knapp zwei Wochen nach den ersten Vorladungen und fielen zeitlich mit einer Investorenpräsentation für den geplanten Börsengang des Unternehmens zusammen.
Anthropic thematisierte die behördliche Aufmerksamkeit in seinem Zulassungsprospekt nach Formular S-1. Das Unternehmen warnte darin vor einer unverhältnismäßigen staatlichen Prüfung. Das Verfahren könne erhebliche Kosten verursachen und Änderungen am Modelldesign erzwingen.
Zudem warnte Anthropic davor, dass eigene öffentliche Positionierungen zur KI-Sicherheit Untersuchungen, selektive Regeln, Nachteile bei Staatsaufträgen oder nachteilige Visa-Entscheidungen für Mitarbeiter nach sich ziehen könnten.
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Debatte über Reichweite der Aufsicht
Mögliche Durchsetzungsmaßnahmen der Wettbewerbshüter gegen Anthropic und OpenAI entsprechen der Position von David Sacks, Berater des US-Präsidenten, wonach die bestehenden gesetzlichen Befugnisse der FTC zur Aufsicht ausreichen. Jennifer Huddleston vom Cato Institute verwies angesichts der Schritte auf die bestehende Gratwanderung zwischen behördlicher Aufsicht und einer übermäßigen Regulierung des Sektors.
