Tassen, Kaffee

Fünf Tassen Kaffee: 47% weniger Leberkrebs-Risiko belegt

Veröffentlicht: 10.07.2026 um 12:03 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Aktuelle Forschung belegt präventive Wirkung von Kaffee und Tee auf Leber, Herz und Gehirn. Die Zubereitung beeinflusst die gesundheitlichen Effekte maßgeblich.

Kaffee und Tee: Neue Studien zu Gesundheitsvorteilen 2026
Zwei dampfende Tassen auf einem Holztisch, eine mit Kaffee und eine mit grünem Tee, symbolisieren einen Gesundheitsvergleich. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Gleich mehrere Großstudien aus der ersten Jahreshälfte 2026 belegen nun spezifische Präventionspotenziale – von der Lebergesundheit bis zur kognitiven Leistung.

Die beste Nachricht für Genießer: Eine Kombination beider Getränke liefert oft die besten Resultate. Während Kaffee vor allem bei Leber- und Gehirngesundheit punktet, wirkt grüner Tee sanfter und senkt das Risiko für Diabetes und bestimmte Krebsarten.

Fünf Tassen Kaffee schützen die Leber

Besonders deutlich sind die Belege für den Leberschutz. Eine Langzeitstudie in „Clinical Gastroenterology and Hepatology“ wertete Daten von 354.957 Teilnehmern der UK Biobank über 13 Jahre aus.

Das Ergebnis: Fünf oder mehr Tassen Kaffee täglich senken das Risiko für Leberzirrhose um 32 Prozent und für Leberkrebs um 47 Prozent. Die Sterblichkeit durch Lebererkrankungen reduzierte sich um 42 Prozent. Positive Effekte zeigen sich bereits bei ein bis zwei Tassen, die stärkste Schutzwirkung liegt bei drei bis vier Tassen. Entscheidend: Die Effekte treten sowohl bei koffeinhaltigem als auch entkoffeiniertem Kaffee auf.

Herzschutz: Der Filter macht den Unterschied

Bei der Herzgesundheit kommt es auf die Zubereitung an. Eine Harvard-Auswertung im „European Journal of Preventive Cardiology“ zeigt: Gefilterter Kaffee senkt das Sterberisiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei unter 60-Jährigen deutlich – bei Frauen um 20 Prozent, bei Männern um 12 Prozent.

Der Grund: Papierfilter halten Diterpene zurück. Diese kommen in ungefiltertem Kaffee in bis zu 30-fach höherer Konzentration vor und können den Cholesterinspiegel beeinflussen.

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Kaffee macht klüger – aber nur in Maßen

Die neurologische Forschung liefert spannende Erkenntnisse zur Konzentration und Demenzprävention. Eine Studie in „Cureus“ untersuchte Medizinstudenten: Probanden mit ein bis zwei Tassen Kaffee täglich erzielten mit 136,8 von 200 Punkten die besten Prüfungsergebnisse. Wer keinen Kaffee trank oder drei und mehr Tassen konsumierte, schnitt signifikant schlechter ab.

Eine weitere Harvard-Langzeitstudie in „JAMA“ begleitete 131.000 Teilnehmer über bis zu 43 Jahre. Ergebnis: Zwei bis drei Tassen koffeinhaltiger Kaffee pro Tag korrelieren mit dem geringsten Demenzrisiko und der besten kognitiven Leistung im Alter.

Tee-Koffein-Kombi hilft bei ADHS

Eine doppelblinde Studie in „Nutritional Neuroscience“ vom Mai 2026 liefert neue Erkenntnisse für Jugendliche mit ADHS. Die Kombination aus Koffein und L-Theanin – einer Aminosäure aus grünem Tee – verbesserte die selektive Aufmerksamkeit und Reaktionszeit. Das Ergebnis ist mit herkömmlichen Medikamenten vergleichbar. Ein systematischer Review bestätigt zudem: 200 mg L-Theanin verbessern die Reaktionszeit innerhalb von zwei Stunden.

Vorsicht bei Pestizidbelastung

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Trotz aller Vorteile mahnen Experten zur Vorsicht. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) stuft bis zu 400 mg Koffein täglich – etwa fünf Tassen Kaffee – für gesunde Erwachsene als unbedenklich ein. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gibt für Minderjährige Richtwerte: Bis zu 3 mg Koffein pro Kilogramm Körpergewicht gelten als sicher. Höhere Einzeldosen ab 200 mg können Herzrasen, Angstzustände und Schlafstörungen auslösen.

Ein kritischer Punkt bleibt die Pestizidbelastung. Ein Bericht von Umwelt- und Verbraucherschutzorganisationen vom 25. Juni 2026 zeigt: Im weltweiten Kaffeeanbau kommen 159 verschiedene Wirkstoffe zum Einsatz, von denen 59 Prozent in der EU verboten sind. In etwa jeder fünften Tasse konventionellen Kaffees wurden Rückstände gefunden, in 72 Prozent der Proben Glyphosat-Abbauprodukte (AMPA). Angesichts von jährlich 1,1 Millionen Tonnen importiertem Rohkaffee nach Deutschland fordern Verbraucherschützer strengere Exportverbote für in der EU nicht zugelassene Pestizide.

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