Funktionelle, Beschwerden

Funktionelle Beschwerden: Kampo-Medizin steigert EQ-VAS-Wert um 7 Punkte

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 04:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Beobachtungsstudie ermittelte Zugewinne bei mehreren LebensqualitÀtswerten, kann jedoch keinen ursÀchlichen Effekt der Kampo-Medizin belegen.
Trockene HeilkrÀuter und Wurzeln auf einer hölzernen OberflÀche in sanftem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Funktionelle somatische Symptome stellen fĂŒr viele Betroffene eine erhebliche Belastung im Alltag dar, da körperliche Beschwerden auftreten, fĂŒr die sich oft keine eindeutigen organischen Ursachen finden lassen.

Eine retrospektive Beobachtungsstudie unter der Leitung von Rie Ono, die im Fachjournal BioPsychoSocial Medicine erschien und ĂŒber die scienmag.com am 03.11.2026 berichtete, liefert neue Einblicke in ergĂ€nzende BehandlungsansĂ€tze.

Die Untersuchung befasst sich mit der Frage, wie sich der Einsatz traditioneller japanischer Kampo-Medizin auf die gesundheitsbezogene LebensqualitÀt erwachsener Patientinnen und Patienten mit funktionellen somatischen Symptomen auswirkt.

Messbare VerÀnderungen in der Gesamtpopulation

Die Auswertung der gesamten Studienpopulation verdeutlicht Verbesserungen in verschiedenen standardisierten Messinstrumenten der LebensqualitÀt. Beim EQ-5D-5L-Utility-Index zeigte sich ein Anstieg um +0,058 bei einem Signifikanzwert von p<0,001. Auf der visuellen Analogskala EQ-VAS wurde ein Zuwachs von +7 Punkten verzeichnet, der ebenfalls statistisch signifikant ausfiel (p<0,001).

Beide Werte lagen damit ĂŒber der sogenannten minimalen klinisch bedeutsamen Differenz (MCID), die fĂŒr den EQ-5D-5L bei 0,05 und fĂŒr die EQ-VAS bei 5 definiert ist.

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ZusÀtzlich erfassten die Forschenden die Ergebnisse anhand des SF-12-Fragebogens. Hier verbesserte sich die physische Komponente um +3,2 Punkte (p=0,001). Bei der mentalen Komponente wurde ein Anstieg von +2,8 Punkten beobachtet (p=0,002). Dieser Wert blieb jedoch unter dem definierten MCID-Schwellenwert von 3 Punkten.

Differenzierte Ergebnisse nach Altersgruppen

Die Untersuchung differenzierte zudem zwischen verschiedenen Alterskohorten und deckte dabei unterschiedliche Schwerpunkte bei den beobachteten Verbesserungen auf. Bei den erfassten BerufstĂ€tigen unter 65 Jahren mit einer GruppengrĂ¶ĂŸe von n=58 stieg der EQ-VAS-Wert um +6 Punkte (p<0,001). Gleichzeitig verzeichnete die physische Komponente des SF-12 in dieser Gruppe ein Plus von +3,9 Punkten (p=0,0011).

Ein anderes Bild zeigte sich bei den Àlteren Teilnehmerinnen und Teilnehmern ab 65 Jahren, deren Kohorte n=21 Personen umfasste. In dieser Teilgruppe verbesserte sich die mentale Komponente des SF-12 signifikant um +4,4 Punkte (p=0,002). Dagegen zeigten sich bei den Àlteren Betroffenen weder beim EQ-5D-5L noch bei der physischen Komponente statistisch signifikante VerÀnderungen.

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Methodische Grenzen und Aussagekraft

Trotz der dokumentierten ZuwĂ€chse weisen die Studienergebnisse methodische EinschrĂ€nkungen auf, die bei der Einordnung berĂŒcksichtigt werden mĂŒssen. Da die Untersuchung retrospektiv angelegt war und ohne Kontrollgruppe durchgefĂŒhrt wurde, lĂ€sst sich keine direkte KausalitĂ€t zwischen der Einnahme der Kampo-Medizin und den festgestellten Verbesserungen belegen.

Zudem stammten die Daten aus einer einzelnen Klinik und basierten auf einer verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig kleinen Stichprobe, was die Verallgemeinerbarkeit der Resultate limitiert. Weitere Untersuchungen unter kontrollierten Bedingungen sind erforderlich, um die beobachteten Effekte genauer zu ĂŒberprĂŒfen.

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