Gebrauchte, Firmen-PCs

Gebrauchte Firmen-PCs: Preise in Japan steigen wegen Chipkosten um 10 Prozent

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 20:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Höhere Komponentenpreise verteuern neue Rechner und stÀrken den Gebrauchtmarkt; Hersteller passen Preise und Produktionsstandorte an.
Ein minimalistisches, menschenleeres Logistiklager mit hohen Stahlregalen und natĂŒrlichem Lichteinfall. Illustration mit AI erstellt.

Die Marktpreise fĂŒr gebrauchte Unternehmensrechner in Japan sind im Jahresvergleich um rund 10 Prozent gestiegen. Wie aus einem Bericht von nikkei.com hervorgeht, treiben stark gestiegene Halbleiterpreise die Kosten fĂŒr Neuanschaffungen in die Höhe, was wiederum die Nachfrage nach GebrauchtgerĂ€ten spĂŒrbar verstĂ€rkt.

Neben den Kaufpreisen ziehen auch die Mietpreise im Gebrauchtmarkt an. Vertrieben werden die Systeme unter anderem ĂŒber FachgeschĂ€fte im Tokioter Stadtteil Akihabara – sowohl an Privatkunden als auch an Unternehmen zur Ausstattung ihrer BeschĂ€ftigten.

Verteuerte Komponenten setzen den NeugerÀtemarkt unter Druck

Der Preisanstieg bei GebrauchtgerĂ€ten ist eng mit den Kostenstrukturen der Hardware-Hersteller verknĂŒpft. Laut TrendForce machten Hauptprozessoren, Arbeitsspeicher und Solid-State-Laufwerke im dritten Quartal 2026 bereits rund 68 Prozent der gesamten Materialkosten eines Mainstream-Notebooks aus – im ersten Quartal 2025 lag dieser Wert noch bei 45 Prozent.

Speicherhersteller rĂ€umen der AusrĂŒstung von Servern fĂŒr kĂŒnstliche Intelligenz und Rechenzentren Vorrang ein, weshalb Speicherchips fĂŒr herkömmliche Computer knapp werden.

Marktforscher von Omdia berichteten, dass PC-Marken in der ersten JahreshÀlfte lediglich 70 bis 80 Prozent der benötigten Mengen an DRAM und SSDs erhielten. Die globale Nachfrage nach Neu-PCs bricht vor diesem Hintergrund ein.

Nach vorlĂ€ufigen Zahlen von Counterpoint Research gingen die weltweiten Auslieferungen im dritten Quartal 2026 auf 57 Millionen Einheiten zurĂŒck – ein Minus von 21 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahresquartal.

MarktfĂŒhrer Lenovo verzeichnete bei 15 Millionen Einheiten ein Minus von 23 Prozent, HP lieferte mit 10,3 Millionen Einheiten 31 Prozent weniger GerĂ€te aus, und Dell bĂŒĂŸte 25 Prozent auf 7,6 Millionen Einheiten ein.

Hersteller passen Verkaufspreise an und verlagern Lieferketten

Aufgrund der hohen Komponentenpreise reagieren fĂŒhrende Hersteller mit Preisanpassungen. HP gab an, dass die Technologiepreise 2026 mehr als 50 Prozent ĂŒber dem Niveau des Vorjahres lagen, wobei Prozessoren und Grafikkarten um rund 30 Prozent zulegten; dieser Trend werde sich 2027 fortsetzen.

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Bereits Mitte September erhöhte HP die Preise im Segment fĂŒr Personal Systems and Solutions um 10 bis 15 Prozent, wĂ€hrend Lenovo kundenspezifische Konfigurationen im Schnitt um etwa 6 Prozent anhob. Bei ASUS verteuerten sich Business-PCs in Taiwan im zweiten Halbjahr 2026 um rund 10 Prozent, nachdem sie im ersten Halbjahr um fast 30 Prozent gestiegen waren.

Die EngpĂ€sse verĂ€ndern auch die globale Fertigung. TrendForce meldete, dass HP, Asus und Acer Teile ihrer Produktion aus Thailand und Vietnam zurĂŒck nach China verlegen, da die Chipknappheit vor Ort koordinierte Maßnahmen erfordert; Dell prĂŒfe einen Ă€hnlichen Schritt. Gleichzeitig sank der Anteil der Notebook-Produktion außerhalb Chinas laut TrendForce von rund 24 Prozent im Jahr 2025 auf voraussichtlich 21 Prozent im Jahr 2026.

Zweitmarkt als Alternative zu steigenden Anschaffungskosten

Da NeugerĂ€te teurer werden, rĂŒcken gebrauchte und generalĂŒberholte GerĂ€te zunehmend in den Fokus von IT-Verantwortlichen. Laut Context stiegen die Durchschnittspreise fĂŒr Business-Notebooks im europĂ€ischen HandelskettengeschĂ€ft im August 2026 auf 850 Euro, verglichen mit 725 Euro im Vorjahresmonat.

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Angesichts steigender Beschaffungskosten verlÀngern manche Organisationen ihre Zyklen oder weichen gezielt auf den Gebrauchtmarkt aus, um Budgets zu schonen. Neben wirtschaftlichen Vorteilen bietet die Weiternutzung bestehender Hardware laut einer Untersuchung von Fraunhofer Austria und refurbed auch ökologische Entlastungen: Ein zusÀtzliches Betriebsjahr spart pro Rechner rechnerisch etwa 7,8 Kilogramm Kohlenstoffdioxid ein.

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