Geburtsreihenfolge, Krankheiten

Geburtsreihenfolge: 150 Krankheiten zeigen unterschiedliche Risiken

Veröffentlicht am: 07.08.2026 um 14:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue Nature-Health-Analyse zeigt: Erstgeborene haben höhere Risiken für Autismus und Allergien, Zweitgeborene für Substanzmissbrauch und Infektionen.

Geburtsreihenfolge beeinflusst Gesundheitsrisiken: Studie mit 10 Mio. Geschwistern
Ein medizinischer Arbeitsplatz mit Mikroskop und Fachzeitschriften, der eine wissenschaftliche Forschungsstudie symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Frage, inwieweit die Reihenfolge der Geburt innerhalb einer Familie spätere Gesundheitsrisiken beeinflusst, ist Gegenstand einer umfassenden medizinischen Untersuchung, deren Ergebnisse im August 2026 in der Fachzeitschrift Nature Health veröffentlicht wurden. Die Analyse basiert auf einer Datengrundlage von 10 Millionen Geschwistern aus rund 5,1 Millionen US-amerikanischen Zwei-Kind-Familien. Dabei untersuchten Forscher insgesamt 569 Diagnosen und konnten bei 150 Krankheiten eine statistisch signifikante Korrelation mit der Geburtsreihenfolge feststellen.

Belastungsschwerpunkte bei erstgeborenen Kindern

Die Untersuchung identifizierte spezifische Risikoprofile für Erstgeborene. Den Ergebnissen zufolge weisen diese im Vergleich zu ihren jüngeren Geschwistern eine höhere Anfälligkeit für neurodevelopmentale Störungen sowie für Erkrankungen aus dem Bereich der Immunologie und Allergologie auf.

Insbesondere bei Autismus-Spektrum-Störungen wurde ein erhöhtes Risiko für das erste Kind festgestellt, während für nachfolgende Geschwister ein Odds Ratio (OR) von 0,737 ermittelt wurde, was einem deutlich geringeren Risiko entspricht. Ähnliche Tendenzen zeigten sich bei Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörungen (ADHS) mit einem OR von 0,934 für Zweitgeborene sowie beim Tourette-Syndrom. Zudem weisen Erstgeborene eine höhere Neigung zu verschiedenen allergischen Reaktionen auf.

Erhöhte Risiken für zweitgeborene Geschwister

Im Gegensatz dazu zeigt die im August 2026 publizierte Datenanalyse für zweitgeborene Kinder andere gesundheitliche Schwerpunkte. Diese Personengruppe weist ein gesteigertes Risiko für Substanzmissbrauch auf, wobei hier ein OR von 1,192 dokumentiert wurde. Auch im Bereich der Infektionskrankheiten und spezifischer organischer Leiden wurden Unterschiede deutlich.

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Zweitgeborene leiden demnach häufiger unter Magen-Darm-Erkrankungen (OR 1,142) und haben eine signifikant höhere Wahrscheinlichkeit, an Gürtelrose zu erkranken (OR 1,348). Weitere in der Analyse identifizierte Risiken für nachfolgende Geschwister umfassen Migräne, Gelenkprobleme sowie verschiedene Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems. Dennoch wurde für Zweitgeborene bei bestimmten Autismus-Erkrankungen ein um 43 Prozent geringeres Risiko im Vergleich zum erstgeborenen Geschwisterkind festgestellt.

Methodik und klinische Einordnung der Ergebnisse

Die statistische Auswertung der 569 Diagnosen erfolgte unter Anwendung der Bonferroni-Korrektur, um die Signifikanz der 150 gefundenen Assoziationen abzusichern. Trotz der hohen Probandenzahl und der Vielzahl an statistisch belegbaren Zusammenhängen mahnen die Autoren der Studie zur Zurückhaltung bei der Interpretation der Daten für den medizinischen Alltag.

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Die Wissenschaftler betonten in der Veröffentlichung, dass die beobachteten Unterschiede in den Gesundheitsrisiken insgesamt als klein einzustufen seien. Aus diesem Grund sollten die Erkenntnisse über die Geburtsreihenfolge keine Grundlage für klinische Entscheidungen oder individuelle medizinische Behandlungsstrategien bilden. Die Studie dient primär dazu, populationsbezogene Muster aufzuzeigen und die Grundlage für weitere Forschungen zu den zugrunde liegenden biologischen oder umweltbedingten Ursachen dieser Unterschiede zu schaffen.

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