GedÀchtnisstörungen: DGN und GNP aktualisieren S2e-Leitlinie
Veröffentlicht am: 18.10.2026 um 07:35 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Diagnostik und Behandlung kognitiver EinschrĂ€nkungen stehen vor stetigen methodischen und wissenschaftlichen Weiterentwicklungen. Um den aktuellen wissenschaftlichen Standard in der Praxis prĂ€zise abzubilden, haben die Deutsche Gesellschaft fĂŒr Neurologie (DGN) und die Gesellschaft fĂŒr Neuropsychologie (GNP) die medizinische S2e-Leitlinie zur Thematik vollstĂ€ndig ĂŒberarbeitet und aktualisiert.
Das Regelwerk, das im Register der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften unter der AWMF-Registernummer 030/124 gefĂŒhrt wird, bildet eine zentrale Orientierung fĂŒr behandelnde Mediziner und Therapeuten.
Wissenschaftliche Anpassung der Handlungsempfehlungen
GedÀchtnisstörungen können infolge verschiedenster neurologischer Erkrankungen, vaskulÀrer Ereignisse, SchÀdel-Hirn-Verletzungen oder neurodegenerativer Prozesse auftreten. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an differenzierte diagnostische Verfahren und darauf abgestimmte therapeutische Interventionen.
Mit der grundlegenden Ăberarbeitung der S2e-Leitlinie âDiagnostik und Therapie von GedĂ€chtnisstörungenâ reagieren die beteiligten Fachorganisationen auf die Notwendigkeit, klinische Entscheidungsprozesse fortlaufend an neuere Forschungsergebnisse anzupassen.
Die FederfĂŒhrung bei der Ăberarbeitung des Dokuments lag bei Dr. Angelika Thöne-Otto aus Leipzig. Unter ihrer Leitung und in Zusammenarbeit der beteiligten Fachdisziplinen Neurologie und Neuropsychologie wurden die bestehenden Kapitel systematisch ĂŒberprĂŒft und neu gefasst.
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Ziel der Aktualisierung ist es, den aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand umfassend widerzuspiegeln und eine einheitliche Grundlage fĂŒr evidenzbasierte diagnostische Pfade sowie therapeutische MaĂnahmen bereitzustellen.
InterdisziplinÀre Zusammenarbeit von Neurologie und Neuropsychologie
Die gemeinsame TrĂ€gerschaft durch die Deutsche Gesellschaft fĂŒr Neurologie und die Gesellschaft fĂŒr Neuropsychologie unterstreicht den interdisziplinĂ€ren Charakter des Versorgungsbereichs.
WĂ€hrend die neurologische Perspektive vor allem die UrsachenabklĂ€rung, apparative und laborchemische Diagnostik sowie medikamentöse BehandlungsansĂ€tze in den Fokus rĂŒckt, steuert die Neuropsychologie spezifische Testverfahren zur genauen Profilierung von FunktionsausfĂ€llen sowie zielgerichtete neuropsychologische Therapiemethoden bei.
Die Einstufung als S2e-Leitlinie signalisiert eine systematische Evidenzbasierung. Im Gegensatz zu einfachen Expertengremien erfordert dieser Status eine methodische Recherche und Bewertung der zugrunde liegenden Fachliteratur. Das Regelwerk soll VersorgungslĂŒcken schlieĂen und sicherstellen, dass betroffene Patienten nach einheitlichen, wissenschaftlich geprĂŒften Kriterien untersucht und behandelt werden.
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Bedeutung fĂŒr den klinischen und therapeutischen Alltag
Mit der Bekanntgabe der aktualisierten Fassung unter der Registernummer AWMF 030/124 durch die DGN und die GNP liegt fĂŒr Kliniken, Fachpraxen und Rehabilitationseinrichtungen ein aktualisiertes Referenzwerk vor. Medizinische Leitlinien stellen zwar keine starren Rechtsnormen dar, definieren jedoch den anerkannten Standard fachgerechten Handelns.
FĂŒr FachkrĂ€fte im Gesundheitswesen dient das Papier als essenzielle Leitplanke, um die BehandlungsqualitĂ€t im Bereich der GedĂ€chtnisstörungen langfristig zu sichern und an neu gewonnene Erkenntnisse anzugleichen.
