GefÀlschte, Bankschreiben

GefĂ€lschte Bankschreiben: QR-Code fĂŒhrt zu Betrug mit ĂŒber 120.000 Euro Schaden

Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 18:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Kriminelle kombinieren gefÀlschte Bankpost und Telefonanrufe; zwei FÀlle im Landkreis Bamberg verursachten zusammen mehr als 120.000 Euro Schaden.
Ein dunkler, leerer Briefschlitz in einem schattigen Flur, der die AtmosphÀre von Unsicherheit und Betrugsgefahr vermittelt. Illustration mit AI erstellt.

Die Polizei MĂŒnster warnt Bankkunden vor einer perfiden Betrugsmasche mit gefĂ€lschten Briefen. Kriminelle versenden Schreiben im Namen von Finanzinstituten, die den Originalen optisch tĂ€uschend Ă€hnlich sehen. Darin fordern die Absender die EmpfĂ€nger auf, ihre Online-Banking-Zugangsdaten ĂŒber einen aufgedruckten QR-Code zu aktualisieren. Sollte die geforderte BestĂ€tigung ausbleiben, drohe angeblich eine vollstĂ€ndige Deaktivierung des Kontozugangs.

Mehrstufige Masche kombiniert Brief und Telefonat

Wie die Ermittler der Polizei MĂŒnster darlegen, beschrĂ€nkt sich der Betrugsversuch nicht nur auf das Anschreiben. Sobald EmpfĂ€nger den Code einscannen und ihre Daten auf der gefĂ€lschten Internetseite eintragen, folgt der zweite Schritt: Ein vermeintlicher Mitarbeiter des Instituts meldet sich telefonisch bei den Betroffenen.

Durch technische Manipulationen erscheint auf dem Display eine tĂ€uschend echte Rufnummer der Bank. Der angebliche Mitarbeiter behauptet, verdĂ€chtige Transaktionen auf dem Konto festgestellt zu haben, und fordert die Eingabe einer Transaktionsnummer (TAN), um die Überweisungen angeblich abzuwehren. In Wahrheit autorisieren die Opfer damit Zahlungen zugunsten der Kriminellen.

Die Ermittler raten eindringlich dazu, keine unbekannten QR-Codes zu scannen und niemals vertrauliche TANs am Telefon oder auf externen Seiten preiszugeben. Im Zweifelsfall sollten Kunden stets eigenstĂ€ndig ĂŒber die bekannten Servicenummern Kontakt zu ihrem Kreditinstitut aufnehmen. Zudem empfiehlt die Polizei, verdĂ€chtige Anschreiben samt Briefumschlag als Beweismittel aufzubewahren und umgehend Strafanzeige zu erstatten.

Anzeige

Wer sich gegen solche perfiden Betrugsversuche wappnen möchte, findet in diesem kostenlosen Ratgeber die wichtigsten Sicherheitsmaßnahmen fĂŒr das mobile Banking. 5 Schutzmaßnahmen fĂŒr Ihr Smartphone jetzt entdecken

Bundesweite FĂ€lle treffen Privatleute und Unternehmen

Auch andere Sicherheitsbehörden und Bankengremien beobachten das PhÀnomen. Das Computer-Notfallteam der Sparkassen-Finanzgruppe warnte in einer Phishing-Meldung vor FÀlschungen mit offiziellem Filial-Briefkopf und individueller Anrede in einer Stadt im Westen Deutschlands.

Neben den Anmeldedaten fragen die Kriminellen auf der verlinkten Seite persönliche Angaben sowie eine Ausweiskopie ab. Die Organisation rĂ€t Betroffenen, ihr Institut umgehend fĂŒr die Sperrung des Bankzugangs sowie der Giro- und Kreditkarten zu kontaktieren.

Im MĂ€rkischen Kreis erstattete ein Vorstandsmitglied eines Vereins aus SchalksmĂŒhle online Anzeige, nachdem ein gefĂ€lschtes Schreiben die BestĂ€tigung einer Gewerbeanmeldung gefordert hatte. Die Kreispolizeibehörde wies darauf hin, dass die BetrĂŒger gezielt Privatleute und Unternehmen ins Visier nehmen.

Vor einer Àhnlichen Methode warnt die Volksbank Hameln-Stadthagen eG: Neben FÀlschungen im eigenen Namen werden auch Schreiben unter missbrÀuchlicher Nutzung des Namens des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken verbreitet.

Anzeige

Da Kriminelle immer neue Wege finden, um an sensible Daten zu gelangen, empfehlen IT-Experten diese fĂŒnf grundlegenden Sicherheitsvorkehrungen fĂŒr jedes MobilgerĂ€t. Kostenlosen Sicherheits-Ratgeber fĂŒr Android herunterladen

Unter dem Vorwand einer Datenaktualisierung oder einer BestÀtigung der Gewerbeanmeldung setzen die TÀter auf Dringlichkeit mit einer Frist von sieben Tagen.

SchĂ€den im fĂŒnf- und sechsstelligen Bereich

Dass die Masche erhebliche SchĂ€den verursacht, zeigen aktuelle FĂ€lle aus SĂŒddeutschland. Die Kriminalpolizei Bamberg ermittelt am 23. Oktober 2026 zu zwei VorgĂ€ngen im Landkreis Bamberg mit einem Gesamtschaden von ĂŒber 120.000 Euro.

In einem Fall verlor eine Frau ĂŒber 80.000 Euro, nachdem sie Anfang Oktober Bankdaten ĂŒber einen QR-Code eingegeben und Tage spĂ€ter mehreren Aufforderungen eines angeblichen Sicherheitsmitarbeiters zur Weitergabe von TANs nachgekommen war.

Bei einem zweiten Betroffenen buchten die TĂ€ter rund 40.000 Euro ab, nachdem dieser Anfang Oktober zwei TANs freigegeben hatte. Auf welchem Weg die Urheber an die korrekten Angaben zu den jeweiligen Hausbanken der Opfer gelangten, ist nach Angaben der Bamberger Kriminalpolizei bislang unklar.

Im AllgĂ€u verzeichnete das Polizeirevier Wangen einen Fall, bei dem ein Mann Ende 50 nach Erhalt eines vermeintlichen Schreibens seiner Bank mehrere Transaktionsnummern freigab. Die TĂ€ter lösten zwei unberechtigte Überweisungen von jeweils mehr als 2.000 Euro aus, wodurch ein Gesamtschaden von mehreren tausend Euro entstand.

Disclaimer...
de | wissenschaft | 70400607 |