GefÀlschtes, WhatsApp

GefÀlschtes WhatsApp im Play Store: Mehr als 500.000 Downloads erreicht

Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 08:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Hirudo manipuliert Banking-Apps, wĂ€hrend eine WhatsApp-FĂ€lschung ĂŒber 500.000 Downloads im Play Store erreichte.
Abstrakte, dunkelblaue digitale Schaltkreisstrukturen als Symbol fĂŒr Cybersicherheit und Malware-Bedrohungen. Illustration mit AI erstellt.

Sicherheitsexperten schlagen Alarm wegen neuer Angriffsmethoden auf Android-Smartphones. Wie aus aktuellen Berichten hervorgeht, zirkuliert mit der Schadsoftware Hirudo ein Trojaner, der gezielt Banking-Anwendungen manipuliert und ersetzt. Parallel dazu gelangte eine gefÀlschte Version des Messengers WhatsApp in den offiziellen Google Play Store, die Hunderttausende Male heruntergeladen wurde.

Trojaner Hirudo ersetzt legitime Finanz-Apps

Der neu entdeckte Android-Trojaner Hirudo zeichnet sich durch ein besonders aggressives Vorgehen aus. Die Schadsoftware tarnt sich zunÀchst als unverdÀchtige Shopping-, Unterhaltungs- oder Kurzvideo-App.

Einmal auf dem GerĂ€t installiert, spĂŒrt sie vorhandene Banking-Anwendungen des Opfers auf, entfernt das Original und ersetzt dieses durch eine manipulierte Kopie. Diese FĂ€lschung ĂŒbernimmt den exakten Namen sowie die Versionsnummer der legitimen App, um keinen Verdacht zu erregen.

Technisch nutzt der SchĂ€dling Hooking-Mechanismen, mit denen er SignaturprĂŒfungen, Kontrollen der Bedienungshilfen sowie Googles Sicherheitsmechanismus Play-Integrity aushebelt. Nach erfolgreicher Platzierung kann die Malware umfangreiche sensible Daten abgreifen.

Dazu zĂ€hlen Passwörter fĂŒr das Online-Banking, Zahlungs- und GerĂ€te-PINs, SMS-Nachrichten sowie Bildschirminhalte. Zudem ist das Programm in der Lage, auf Kamera und Mikrofon des infizierten Smartphones zuzugreifen.

Das Sicherheitsunternehmen ThreatFabric identifizierte manipulierte Kopien von acht verschiedenen Bankanwendungen. Erste Beobachtungen betrafen Institute in Indonesien, mittlerweile liegen den Forschern Hinweise auf Angriffe in China, Indien, Mexiko, Marokko und Thailand vor. Die genaue Zahl der Opfer bleibt zwar unklar, ThreatFabric geht jedoch von mehreren Tausend Betroffenen aus.

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Hunderttausende Downloads fĂŒr gefĂ€lschte WhatsApp-Version

Gleichzeitig sorgt ein Sicherheitsvorfall im offiziellen Google Play Store fĂŒr Beunruhigung. Eine manipulierte Kopie des Messengers WhatsApp verzeichnete dort ĂŒber 500.000 Downloads, wie Berichte unter Berufung auf Android Authority verdeutlichen. Die Anwendung stammte von einem Entwicklerkonto namens Agment Assets sallu und war die einzige dort gelistete Software.

Da Name, Programmsymbol und Bildschirmfotos exakt dem Original nachempfunden waren, war der Betrug auf den ersten Blick kaum erkennbar. Zeitweise wurde die FĂ€lschung sogar als gesponsertes Suchergebnis vor dem echten Messenger platziert, der vom Konzern Meta betrieben wird und ĂŒber 10 Milliarden Downloads zĂ€hlt. Meta Ă€ußerte sich nicht nĂ€her zu dem Vorfall.

Die BetrĂŒger nutzten eine gezielte LĂŒcke im Vertriebssystem aus: Die App erschien im Rahmen des Betaprogramms als Vorabversion. In diesem Bereich können Nutzer keine öffentlichen Bewertungen hinterlassen, wodurch warnende Stimmen ausblieben. Das IT-Sicherheitsunternehmen Bitdefender hatte bereits am 10. September vor dieser Schwachstelle im Early-Access-System gewarnt.

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Google hat die betroffene Anwendung sowie das zugehörige Entwicklerkonto inzwischen aus dem Store entfernt. Der genaue Zweck der manipulierten Version ist bisher unklar, Experten vermuten jedoch den Einsatz als Informationsdieb. Betroffenen Anwendern wird geraten, die App umgehend zu deinstallieren, das Smartphone mit einem Virenscanner zu ĂŒberprĂŒfen und Zugangsdaten vorsorglich zu Ă€ndern.

Anstieg mobiler Schadprogramme

Der Fall reiht sich in eine Serie Ă€hnlicher VorfĂ€lle ein. Kurz zuvor war bereits eine gefĂ€lschte Variante des Browsers Google Chrome mit ĂŒber 100.000 Downloads entdeckt worden. Die Bedrohungslage spitzt sich insgesamt zu: Laut dem Mobile Threat Report von Kaspersky wurden zuletzt ĂŒber 255.000 neue mobile Banking-Trojaner registriert – fast dreimal so viele wie noch im Vorjahr.

Mehr zum Thema bei Merkur: „Fake-WhatsApp im Play Store: Mehr als 500.000 Downloads“

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