GefĂ€Ăalterung: Atlas aus 375.000 Zellen zeigt Unterschiede zwischen Geweben
Veröffentlicht am: 31.10.2026 um 07:18 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Alterung des menschlichen GefĂ€Ăsystems folgt keinem einheitlichen Muster, sondern unterscheidet sich je nach Gewebeart teils deutlich. Zu diesem Ergebnis kommt ein Forschungsteam des CeMM Forschungszentrums fĂŒr Molekulare Medizin der Ăsterreichischen Akademie der Wissenschaften unter der Leitung von Laura de Rooij und der Erstautorin Sarah Dobner.
Im Fachjournal Nature Aging stellten die Wissenschaftlerinnen den ersten âHuman Aging Endothelial Cell Atlasâ vor. Die umfassende Datenressource basiert auf der ZusammenfĂŒhrung von 34 frĂŒheren Einzelzellstudien und umfasst mehr als 375.000 Endothelzellen aus 290 Proben und 12 Geweben.
Um rein altersassoziierte molekulare VerÀnderungen prÀzise zu identifizieren, konzentrierten sich die Forschenden bei der Zusammenstellung gezielt auf gesundes beziehungsweise nicht erkranktes Gewebe.
Gewebespezifische Muster statt gleichförmiger GefĂ€Ăalterung
Die Analyse liefert neue Einblicke in die vaskulĂ€re Biologie. Wie Erstautorin Sarah Dobner hervorhob, bestehe der auffĂ€lligste Befund der Untersuchung darin, dass die Alterung des Endothels im GefĂ€Ăsystem keineswegs gleichförmig verlaufe.
Studienleiterin Laura de Rooij betonte hierzu, dass der erstellte Atlas nun erstmals die systematische Untersuchung des gesamten GefĂ€Ăsystems erlaube, anstatt von einer ĂŒberall identischen vaskulĂ€ren Alterung auszugehen.
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Die zellulĂ€ren Analysen brachten dabei konkrete gewebespezifische Unterschiede zutage: In den Venen Ă€lterer Spender zeigte sich eine reduzierte AktivitĂ€t mehrerer Gene, die fĂŒr die GefĂ€Ăneubildung zustĂ€ndig sind.
Die tatsĂ€chliche ReparaturkapazitĂ€t der GefĂ€Ăe wurde im Rahmen der Datenanalyse allerdings nicht direkt gemessen. Zugleich lieĂ sich ĂŒber mehrere Gewebe hinweg beobachten, dass EntzĂŒndungs- und Seneszenz-Gene bei Ă€lteren Spendern eine erhöhte AktivitĂ€t aufwiesen.
Molekulare Signalwege und methodische Einordnung
Neben allgemeinen Seneszenzmustern fielen den Forschenden spezifische molekulare VorgÀnge auf. So wurde in Hautproben Àlterer Spender das Protein YAP hÀufiger im Zellkern lokalisiert. Bislang bleibt jedoch ungeklÀrt, ob diese Verlagerung einen adaptiven Schutzmechanismus darstellt oder schÀdliche Auswirkungen hat.
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Ebenso zeigte sich, dass p21-assoziierte Gene zwar mit zellulĂ€rer Seneszenz in Verbindung stehen, sich jedoch nicht eindeutig als verlĂ€ssliche Marker fĂŒr permanente SeneszenzzustĂ€nde nutzen lassen.
Das Team um Laura de Rooij weist zugleich auf methodische EinschrÀnkungen der Ressource hin. Da es sich um einen Querschnittsvergleich verschiedener Spender und nicht um eine longitudinale LÀngsschnittstudie handelt, lassen sich zeitliche VerlÀufe nur indirekt abbilden. Zudem lagen zu den zugrundeliegenden Gewebeproben teils nur unvollstÀndige Daten zu Lebensstil und Vorerkrankungen der Spender vor.
Der vorgelegte Atlas versteht sich nicht als eigenstĂ€ndiges Therapieverfahren, sondern als wissenschaftliche Datengrundlage fĂŒr die biomedizinische Forschung. Um der Fachwelt den Zugriff auf die Daten zu erleichtern, ist die Bereitstellung eines interaktiven Webportals geplant.
