Gehirnentzündung bei Mäusen: Nasale Vesikel verbessern das Gedächtnis
Veröffentlicht am: 11.10.2026 um 00:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Mit zunehmendem Alter steigt im zentralen Nervensystem das Risiko für chronische Entzündungsprozesse, die eng mit dem Nachlassen kognitiver Fähigkeiten verknüpft sind.
Eine präklinische Forschungsarbeit der Texas A&M University zeigt nun einen möglichen neuen Ansatz auf: Die Verabreichung von extrazellulären Vesikeln über die Nasenschleimhaut konnte bei gealterten Labormäusen sowohl Entzündungsvorgänge im Gehirn reduzieren als auch Gedächtnisleistungen messbar steigern. Die Ergebnisse dieser Untersuchung wurden im Fachjournal Journal of Extracellular Vesicles publiziert.
Gezielter Transport über die Nasenschleimhaut
Im Zentrum der Untersuchung stehen sogenannte hiPSC-NSC-EVs. Dabei handelt es sich um extrazelluläre Vesikel, die aus menschlichen induzierten pluripotenten Stammzellen beziehungsweise daraus gewonnenen neuralen Stammzellen stammen. Diese mikroskopisch kleinen Membranbläschen dienen als biologische Transportvehikel.
Die intranasale Verabreichung erwies sich im Versuch als effektiv, um biologische Barrieren zu überwinden. Bereits sechs Stunden nach der Gabe ließen sich die extrazellulären Vesikel in mehreren Hirnregionen der Versuchstiere nachweisen. Dieser Verabreichungsweg ermöglicht es Wirkstoffen, das Nervensystem direkt zu erreichen, ohne den gesamten Blutkreislauf passieren zu müssen.
Verbesserte Gedächtnisleistung bei gealterten Tieren
Für die Untersuchung wurden 18 Monate alte Mäuse herangezogen, was beim Menschen einem Lebensalter von rund 60 Jahren entspricht. Den Tieren wurden zwei intranasale Dosen der Vesikel verabreicht, die in einem zeitlichen Abstand von zwei Wochen lagen.
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Einen Monat nach der Verabreichung der letzten Dosis unterzogen die Forschenden die Tiere standardisierten Verhaltenstests. Dabei schnitten die behandelten Mäuse sowohl bei Tests zur Objekterkennung als auch bei Überprüfungen des Positionsgedächtnisses deutlich besser ab als die Tiere der unbehandelten Kontrollgruppe.
Rückgang zentraler Entzündungsmarker
Parallel zu den funktionellen Verbesserungen dokumentierte das Forschungsteam eine deutliche Beruhigung des entzündlichen Milieus im Gehirn. Zu den beobachteten Effekten zählte ein Rückgang der Astrozytenhypertrophie sowie eine verringerte Ansammlung von Mikrogliazellen.
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Auf molekularer Ebene ging die Behandlung mit einer verminderten Aktivierung zweier wichtiger Entzündungspfade einher: dem NLRP3-Inflammasom und dem cGAS-STING-Signalweg. Den Erkenntnissen zufolge transportieren die verabreichten Vesikel spezifische microRNAs, die regulierend auf genau diese Signalwege einwirken sollen.
Nächste Schritte und Hürden vor einer Anwendung
Trotz der positiven Laborbefunde steht die Übertragbarkeit der Methode auf den Menschen noch aus. Die Wirkung ist beim Menschen bislang unbewiesen; weder Wirksamkeit noch Sicherheit sind für Patienten belegt.
Als nächster notwendiger Schritt auf dem Entwicklungspfad gelten klinische Studien an menschlichen Probanden, um Dosierung, Verträglichkeit und therapeutische Effekte fundiert zu überprüfen. Um die Verwertung der Methode langfristig abzusichern, hat das beteiligte Forschungsteam bereits ein entsprechendes Patent für das Verfahren beantragt.

