Gehirntraining: Binsengras und Bewegung senken Demenzrisiko um 40%
Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 21:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Neue Rätselformate bieten strukturierte Übungen für den Geist, während wissenschaftliche Untersuchungen die entspannende Wirkung natürlicher Materialien wie Binsengras auf das kognitive Wohlbefinden analysieren. Die Forschung und der Spielemarkt zeigen gleichermaßen, wie eng kognitive Herausforderungen, sensorische Entspannung und die langfristige Erhaltung der mentalen Leistungsfähigkeit miteinander verknüpft sind.
Analoge Knobeleien für das geistige Training
Klassische Beschäftigungen wie Puzzles und Denkaufgaben erfahren eine stetige Weiterentwicklung, um die Konzentrationsfähigkeit zu fordern. So kündigte Schmidt Spiele für den Herbst 2026 die Hexagon Edition an. Das Format umfasst 592 sechseckige Teile, die alle identisch geformt und in sechs Richtungen drehbar sind, wobei jeweils nur eine einzige Ausrichtung korrekt passt.
Die Reihe startet mit vier Motiven – Mandala-Steine, Lieblingsleckereien, große Blüten und Edelstein-Potpourri –, richtet sich an Personen ab zehn Jahren und wird zu einer unverbindlichen Preisempfehlung von 15,99 Euro angeboten.
Zudem erschien im August 2026 in erster Auflage das 1000-teilige Puzzle „Chris Bigelow – Ein Häuschen zum Verlieben“ (Originaltitel „She Shed“, empfohlen ab zwölf Jahren), das von dem US-amerikanischen Illustrator Chris Bigelow aus New Jersey gestaltet wurde. Solche Aufgaben erfordern eine hohe visuelle Aufmerksamkeit und fördern das strukturierte Lösen komplexer Muster.
Natürliche Düfte und sensorische Reize zur Entspannung
Parallel zur mentalen Aktivierung rücken beruhigende Umweltfaktoren in den Fokus der Wissenschaft. Eine in Scientific Reports vorgestellte Untersuchung widmete sich dem Duft von Binsengras (Igusa, Juncus effusus). Demnach wirkt der Duft entspannend und aktiviert das parasympathische Nervensystem.
In Tests lösten Studierende Denkaufgaben auf traditionellen Tatami-Matten schneller als auf Gummimatten, was mittels Elektroenzephalografie (EEG) nachgewiesen wurde. Zudem schnitten Altenheimbewohner unter Einfluss des Igusa-Dufts in Demenztests etwas besser ab, wobei es sich um kleinere Studien handelt.
Ergänzend dazu untersuchte die Kyushu-Universität in einer Crossover-Studie mit 17 Teilnehmenden (Durchschnittsalter 21,5 Jahre) die Wirkung von Igusa-Matten im Vergleich zu geruchlosen Polypropylen-Matten in einem schallgedämmten Raum.
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Bei den Probanden zeigte sich anhand von EEG-Messungen der Reaktionszeit und Hirnaktivität sowie über psychologische Fragebögen eine Aktivierung jener Hirnareale, die für Konzentration und Aufmerksamkeit zuständig sind. Die Testpersonen berichteten über weniger Anspannung und Angst; die Autoren verwiesen allerdings auf die kleine Stichprobengröße sowie einen Selektionsbias.
Auch andere Aromen zeigen messbare Effekte: An der Showa Pharmaceutical University in Tokio rochen 20 junge Erwachsene fünf Minuten lang an frisch gebrühtem Kaffee. Im EEG stieg der Relaxationsindex von rund 0,74 auf 0,78, und die Probanden berichteten über weniger Niedergeschlagenheit, Verwirrtheit und Müdigkeit, während Herzfrequenz und Herzfrequenzvariabilität unverändert blieben.
Eine Studie der Thermengruppe Josef Wund untersuchte im Oktober 2024 das im Frühjahr 2024 eröffnete Format „Forest Bathing: Lupuna“ in der Therme Euskirchen an 23 Probanden. Messungen von Herzfrequenz, Herzfrequenzvariabilität, Sauerstoffsättigung und Speichelcortisol belegten eine tiefe körperliche Entspannung sowie eine Reduktion von Angst und Nervosität.
Digitale Assistenz und Lebensstilfaktoren gegen den Abbau
Neben analogen Reizen spielen digitale Technologien eine wachsende Rolle für den Geist. Eine 2025 in Nature Human Behaviour veröffentlichte Metaanalyse von Benge und Scullin, basierend auf 19 Kohortenstudien mit 411.503 Erwachsenen ab 50 Jahren, ergab: Die regelmäßige Nutzung digitaler Technologien senkt das Risiko kognitiver Störungen um 58 Prozent (Odds Ratio 0,42) und den Rückgang der geistigen Leistungsfähigkeit um 26 Prozent (Hazard Ratio 0,74).
Gleichzeitig entwickelt das Unternehmen Memory Lane Games gemeinsam mit SAP, EY und MovingWorlds im Rahmen eines Förderprogramms einen Prototyp, der mithilfe künstlicher Intelligenz personalisierte Gedächtnisspiele aus Nutzerprofilen und Fotometadaten für Menschen mit Demenz generiert.
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Fachgesellschaften heben hervor, dass neben gezieltem Gehirntraining ein ganzheitlicher Lebensstil entscheidend ist. Eine in JAMA Neurology dargelegte Untersuchung hebt fünf Kernfaktoren hervor: geistige Aktivität, Nichtrauchen, wöchentlich 150 Minuten Sport, mäßiger Alkoholkonsum sowie eine ausgewogene Ernährung.
Laut einer 2024 veröffentlichten Studie im British Journal of Sports Medicine kann regelmäßige Bewegung das Demenzrisiko um bis zu 40 Prozent verringern, während strukturierte kognitive Trainings das Risiko laut Berichten in Alzheimer's & Dementia um bis zu 25 Prozent senken. Zusammen mit der gezielten sensorischen Entspannung bildet mentales Training somit einen wichtigen Baustein zur Erhaltung der kognitiven Gesundheit.
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