Gehirntransplantation: Menschliches Gewebe wÀchst in MÀusen um Faktor 4,7
Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 13:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In einer wissenschaftlichen Untersuchung der Stanford University unter der Leitung von Sergiu Pa?ca wurde menschliches Gehirngewebe erfolgreich in MĂ€use integriert, um neue therapeutische AnsĂ€tze fĂŒr komplexe neurologische und psychiatrische Erkrankungen zu entwickeln.
Berichte vom 16. September 2026 beschreiben die Transplantation menschlicher kortikaler Organoide (hCO) in genetisch verĂ€nderte MĂ€use, denen von Geburt an wesentliche Teile des eigenen GroĂhirns fehlten. Ziel dieser Grundlagenforschung ist es, die Entstehung von Leiden wie Schizophrenie, Autismus und Zerebralparese besser zu verstehen.
Transplantation in apalliale Versuchsmodelle
FĂŒr das Experiment nutzte das Stanford-Team sogenannte apalliale MĂ€use. Diese genetisch modifizierten Tiere verfĂŒgten ursprĂŒnglich nur ĂŒber etwa 2 % des normalen kortikalen Gewebes, da ihnen fast der gesamte Kortex sowie der Hippocampus fehlten. Trotz dieser massiven EinschrĂ€nkungen waren die Tiere lebensfĂ€hig, wiesen jedoch ein geringeres Körpergewicht, einen unsicheren Gang sowie deutliche GedĂ€chtnisschwĂ€chen auf.
Wie aus Fachberichten vom 16. September 2026 hervorgeht, transplantierten die Forscher vier menschliche kortikale Organoide, die ein Alter von 30 bis 60 Tagen aufwiesen, in 5 bis 17 Tage alte MĂ€use. Die transplantierten menschlichen Zellen zeigten in der Folge eine hohe Wachstumsdynamik.
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Zwischen dem zweiten und dritten Monat nach dem Eingriff vergröĂerte sich das Transplantat im Mittel um den Faktor 4,7. Nach Ablauf von drei Monaten bestand das kortikale Gewebevolumen der Tiere zu 91,9 % aus menschlichen Zellen.
Integration und neuronale Entwicklung
Das menschliche Gewebe besetzte laut den Forschungsergebnissen ĂŒber 90 % des verfĂŒgbaren Raums im SchĂ€del der MĂ€use. Dabei bildeten die Neuronen Projektionen aus, die bis in das RĂŒckenmark der Tiere reichten. Eine Besonderheit der Studie war der Nachweis von Zelltypen wie den von-Economo-Neuronen. Diese spezialisierten Nervenzellen konnten im Rahmen der Untersuchung erstmals in einer Kultur nachgewiesen werden.
Die transplantierten Organoide verbanden sich mit dem Nervensystem der MÀuse und zeigten eine eigene elektrische AktivitÀt. In Verhaltenstests schnitten MÀuse mit den menschlichen Gehirnzellen in Labyrinthen besser ab als Tiere ohne solche Transplantate.
Langzeitbeobachtungen ĂŒber sechs Monate zeigten jedoch, dass sich die MĂ€use weitgehend normal verhielten; eine generelle Steigerung der Intelligenz ĂŒber das arttypische MaĂ hinaus wurde nicht festgestellt.
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Ein signifikanter Unterschied zeigte sich in der Reaktion auf Sauerstoffmangel. In Tests zur Hypoxie, bei denen die Tiere fĂŒnf Stunden lang einer AtmosphĂ€re mit nur 5 % Sauerstoff ausgesetzt waren, erlitt das menschliche Gewebe starke SchĂ€den. Das ursprĂŒngliche Mausgewebe erwies sich unter denselben Bedingungen hingegen als weitgehend resistent.
Therapeutisches Potenzial und ethische Grenzen
Die Forscher verfolgen mit diesem Ansatz das Ziel, Behandlungen fĂŒr eine Vielzahl von Erkrankungen zu finden. Dazu zĂ€hlen neben Schizophrenie und Epilepsie auch Autismus, geistige Behinderungen sowie seltene Demenzformen. Auch die Zerebralparese steht im Fokus, eine Erkrankung, die laut statistischen Angaben etwa 3 von 1.000 Amerikanern betrifft.
Die bioethische Dimension des Projekts wurde im Vorfeld durch entsprechende Kommissionen geprĂŒft. Sergiu Pa?ca betonte in diesem Zusammenhang, dass Experimente an Primaten eine rote Linie darstellten, die nicht ĂŒberschritten werde. Die vollstĂ€ndigen Ergebnisse der Studie wurden im Fachmagazin Nature online veröffentlicht.
