Gelenkschmerzen: Wie DHA und EPA im Körper entzündungshemmend wirken
Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 12:53 Uhr | Redaktion boerse-global.deForscher der University of Illinois haben einen molekularen Signalweg beschrieben, über den die Omega-3-Fettsäuren DHA und EPA im Körper entzündungshemmend wirken könnten.
Wie ein Bericht von kopalniawiedzy.pl schildert, entstehen über das Enzym Cytochrom P450 im sogenannten Epoxygenase-Signalweg aus DHA und EPA die Verbindungen EEQ-EA und EDP-EA – Stoffe, die Eigenschaften von Endocannabinoiden mit denen von Omega-3-Fettsäuren verbinden. Die Substanzen wurden den Angaben zufolge sowohl im Gehirn als auch in peripheren Organen von Ratten nachgewiesen.
Entzündungshemmung und Wirkung auf Blutgefäße
Bereits in Untersuchungen aus dem Juli 2017 hatte dieselbe Forschungsgruppe an der University of Illinois gezeigt, dass zwei konkrete Verbindungen aus dieser Stoffklasse – 17,18-EEQ-EA und 19,20-EDP-EA – in einem Neuroentzündungsmodell den entzündungsfördernden Botenstoff IL-6 senkten und gleichzeitig das entzündungshemmende IL-10 erhöhten. Ein Teil dieser Effekte lief laut den damaligen Ergebnissen über CB2-Rezeptoren, die auch im Endocannabinoid-System eine Rolle spielen.
Dieselben zwei Verbindungen hemmten in Versuchen aus 2017 zudem die Angiogenese, also die Neubildung von Blutgefäßen, an menschlichen mikrovaskulären Endothelzellen und erweiterten Koronararterien von Rindern.
Diese Kombination aus entzündungshemmenden und gefäßwirksamen Effekten liefert einen möglichen molekularen Erklärungsansatz dafür, warum Omega-3-Fettsäuren in der Ernährungsforschung seit Jahren mit einer Linderung entzündlicher Beschwerden, etwa an Gelenken, in Verbindung gebracht werden.
Quellen für DHA und EPA in der Ernährung
Der Genetiker Zhang Jiaming ordnet in einem Bericht von tvbs.com.tw ein, dass unter dem Sammelbegriff Omega-3 drei Fettsäuren zusammengefasst werden: ALA, EPA und DHA. EPA stamme vor allem aus Fischöl und Tiefseefisch, DHA aus Fisch- und Algenöl.
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Als besonders geeignete Fischarten nennt Zhang Lachs, Makrele, Sardine, Hering und Anchovis. Für den Erhalt der Fettsäuren empfiehlt er schonende Zubereitungsarten wie Dämpfen oder das Kochen in Suppen bei niedriger Temperatur – Frittieren, starkes Braten und wiederholtes Erhitzen zerstörten die empfindlichen Omega-3-Fettsäuren dagegen.
ALA, das etwa in Leinsamen, Chiasamen und Walnüssen vorkommt, werde im Körper laut Zhang nur in begrenztem Umfang in die aktiveren Formen EPA und DHA umgewandelt.
Ältere Studien zu Knochenstoffwechsel und Entzündungsmarkern
Ergänzende Hinweise liefert eine im Februar 2007 dokumentierte Studie von Dr. Rebecca L. Corwin von der Pennsylvania State University, veröffentlicht im Nutrition Journal.
In einem Versuch mit 23 Personen, die über mehr als sechs Wochen drei unterschiedliche Diäten durchliefen – eine typisch amerikanische Ernährung sowie Varianten mit hohem Anteil an Alpha-Linolensäure beziehungsweise Linolsäure –, verlangsamte sich der Knochenabbau in der Omega-3-reichen Gruppe messbar, in der Omega-6-Gruppe etwas schwächer. Auf die Neubildung von Knochenzellen hatte keine der Diäten einen nachweisbaren Effekt.
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Zum Verhältnis von Omega-6-Fettsäuren und Entzündung liefert eine 2017 veröffentlichte Meta-Analyse von Xingguo Wang mit 30 Doppelblindstudien und 1.377 Teilnehmern ein differenziertes Bild: Ein hoher Omega-6-Verzehr führte demnach nicht automatisch zu erhöhten Werten der Entzündungsmarker IL-6 oder TNF, wobei bei sehr hoher Linolsäure-Zufuhr teilweise ein Anstieg des C-reaktiven Proteins beobachtet wurde.
Eine Studie von Perez-Jimenez aus dem Jahr 2012 mit 20 Teilnehmern zeigte zudem, dass erhitztes Sonnenblumenöl vier Stunden nach dem Verzehr einen signifikanten Anstieg der Entzündungsmarker IL-1B und IL-6 auslöste, während Olivenöl – trotz eines Omega-6-Anteils von rund 12 Prozent – keinen solchen Effekt zeigte. Als Erklärung werden die im Olivenöl enthaltenen Polyphenole angeführt, denen eine schützende Wirkung zugeschrieben wird.
Die verschiedenen Untersuchungen legen insgesamt nahe, dass nicht allein die Fettsäurezusammensetzung, sondern auch Verarbeitung und Begleitstoffe der Nahrung eine Rolle dafür spielen, wie sich Fette auf Entzündungsprozesse im Körper auswirken.
