Gemini 3.5 Pro: Google startet KI-Offensive mit 2-Millionen-Token-Fenster
20.06.2026 - 04:23:17 | boerse-global.de
Google erweitert sein KI-Portfolio mit Gemini 3.5 Pro – der Start ist für Ende Juni 2026 geplant.
Auf dem Google Cloud London Summit am 19. Juni 2026 kündigte der Konzern einen radikalen Kurswechsel an: Weg von einfachen Chatbots, hin zu autonomen KI-Agenten für die Unternehmenswelt. Das neue Flaggschiff-Modell soll Geschäftsprozesse grundlegend verändern.
Während Google die nächste Generation autonomer Agenten einläutet, müssen Unternehmen die rechtlichen Rahmenbedingungen im Blick behalten. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden bietet Ihnen einen kompakten Überblick über alle Anforderungen, Pflichten und Fristen der EU-KI-Verordnung. EU AI Act in 5 Schritten verstehen: Fristen, Pflichten und Risikoklassen kompakt erklärt
Rekordverdächtige Datenverarbeitung
Der Gemini 3.5 Pro bringt ein 2-Millionen-Token-Kontextfenster mit. Das bedeutet: Das System kann riesige Datenmengen in einer einzigen Sitzung analysieren. Zum Vergleich: Herkömmliche Modelle verarbeiten oft nur einen Bruchteil davon.
Herzstück ist der „Deep Think“-Modus – ein spezieller Reasoning-Modus für komplexe Problemlösungen. Unternehmen, die das Modell über die Vertex-AI-Plattform nutzen, können diesen Modus künftig per API-Parameter aktivieren.
Die Preise liegen voraussichtlich zwischen 12 und 18 Euro pro Million Input-Tokens. Für Privatkunden bleibt das erweiterte Kontextfenster in den Professional-Tarifen verfügbar – die volle Deep-Think-Leistung bleibt jedoch den teuersten Abos vorbehalten.
Vom Chatbot zum autonomen Agenten
Googles Botschaft in London war eindeutig: Die Zukunft gehört autonomen KI-Agenten, nicht simplen Dialogsystemen. Mit der Gemini Enterprise Agent Platform und Agent Designer v2 bietet Google eine Low-Code-Umgebung zur Entwicklung spezialisierter Geschäftsagenten.
Unterstützt wird das Ganze durch Antigravity 2.0 – eine „agent-first“-Entwicklungsumgebung – sowie eine zentrale Verwaltung über die Antigravity-Desktop-App.
Ein Vorzeigeprojekt: Der Konsumgüterriese Unilever setzt die Plattform bereits zur Steuerung seiner Betriebsabläufe ein.
Milliarden-Investition in Großbritannien
Google untermauert seine KI-Offensive mit massiven Investitionen. 5 Milliarden Euro fließen in die britische Infrastruktur, darunter ein neues Rechenzentrum in Waltham Cross, das noch 2026 in Betrieb gehen soll.
Die rasante Entwicklung von KI-Systemen wie Gemini führt auch zu neuen rechtlichen Herausforderungen für Entwickler und Anwender. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, welche KI-Systeme als Hochrisiko gelten und was Unternehmen jetzt konkret tun müssen, um konform zur neuen Verordnung zu handeln. Jetzt kostenlosen Umsetzungsleitfaden zum EU AI Act sichern
Bis 2030 will Google zudem 100.000 britische Beamte in KI-Kompetenzen schulen – ein klares Signal für die strategische Bedeutung des europäischen Marktes.
Gemini Spark: Der persönliche Assistent
Eine weitere Neuerung: Gemini Spark, ein rund um die Uhr verfügbarer Cloud-Assistent. Er integriert sich nahtlos in Google Workspace und arbeitet mit über 30 externen Partnern zusammen – darunter Uber, Dropbox und Spotify.
Der Beta-Test startet in den kommenden Tagen für ausgewählte High-Tier-Abonnenten in den USA. Ein Termin für den deutschen Markt steht noch aus.
Konkurrenz in der Krise
Google nutzt geschickt die Schwächephase der Wettbewerber. Anthropics Claude Fable 5 war am 12. Juni 2026 aufgrund von US-Exportkontrollen kurzzeitig weltweit abgeschaltet – erst am 18. Juni wurde es mit neuen Zugriffsbeschränkungen reaktiviert.
OpenAIs GPT-5.6 steckt unter dem Codenamen „kindle-alpha“ noch in der Release-Candidate-Phase. Google hat also ein Zeitfenster, um sich Marktanteile zu sichern.
Speed und Effizienz als Trumpf
Mit Gemini 3.5 Flash positioniert Google zudem ein Hochgeschwindigkeitsmodell, das viermal schneller arbeiten soll als vergleichbare Frontier-Modelle. Die aktuellen Updates von NotebookLM und der Gemini Enterprise Agent Platform vom 18. Juni bringen zudem die Funktionen „Agent Gateway“ und „Agent Observability“ – damit können Entwickler die KI-Leistung per OpenTelemetry-Standard überwachen.
Die technischen Dokumentationen weisen für die Gemini-3-Serie einen Wissensstand von Januar 2025 aus. Das spezialisierte Gemini Embedding 2-Modell, seit dem 22. April 2026 allgemein verfügbar, enthält Daten bis November 2025.
