Gemini 4 Carbon: Google-Modell führt in 15 von 17 Benchmark-Kategorien
Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 20:12 Uhr | Redaktion boerse-global.deGoogle hat die Einführung von Gemini 4 Carbon bekannt gegeben. Das neue Spitzenmodell erscheint zwei Wochen nach dem Start von Gemini 4 Argon und setzt Schwerpunkte auf Cybersicherheit sowie agentische Fähigkeiten. Nach der Ankündigung reagierte der Kapitalmarkt verhalten positiv: Die Aktie der Muttergesellschaft Alphabet legte im frühen Nachmittagshandel um etwa 1,5 Prozent zu.
Spitzenplatzierung in Leistungsvergleichen
Im Artificial Analysis Intelligence Index v5.0 sicherte sich das Modell den ersten Rang. Gemini 4 Carbon erzielte 59 Punkte und platzierte sich vor Claude Opus 5.5 mit 58 Punkten, GPT-6 Astra mit 57 Punkten sowie Gemini 4 Argon, das auf 50 Punkte kam.
Nach Angaben aus Berichten vom 28. Oktober 2026 führt Carbon in 15 von 17 Benchmark-Kategorien. In Teilbereichen behauptete sich jedoch die Konkurrenz: OpenAI lag bei einem Software-Engineering-Test an der Spitze, während Anthropic eine Auswertung zur Computernutzung anführte.
Bei der Code-Generierung und -Sicherheit verzeichnet das Modell deutliche Zuwächse. Auf der Bewertungsplattform WebDev Arena erreichte Carbon mit einem Zuwachs von 89 Elo-Punkten den vierten Platz bei einem Wert von 1768/1769. In internen Überprüfungen erzeugte das Modell sicheren Code mit einer mehr als doppelt so hohen Erfolgsrate wie Gemini 4 Argon.
Dem Chrome-Team zufolge lieferte Carbon über zehnmal bessere Software-Patches als ein anderes Frontier-Modell. Zudem konnte das System in internen Versuchen mehrere Tage lang eigenständig an Entwicklungsaufgaben arbeiten.
Cybersicherheit und Sicherheitsmetriken
Bei spezifischen Sicherheitsprüfungen erzielte Gemini 4 Carbon verbesserte Werte gegenüber Vorgängern und Vergleichsmodellen. Im Schwachstellen-Test SEC-bench Pro erreichte das Modell 88,2 Prozent, während Astra 85,4 Prozent erzielte.
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Beim Exploit-Benchmark ExploitGym kam Carbon auf 54,8 Prozent, verglichen mit 42,4 Prozent für Astra und 34,5 Prozent für Opus. Beim Beheben von Sicherheitslücken im CWE-bench sicherte sich Carbon 71,0 Prozent gegenüber 68,0 Prozent bei Argon.
Zudem wies Google auf Verbesserungen bei Kontroll- und Schutzmechanismen hin. Im Test Terminal-Bench 4.0 lag die Manipulationsrate bei 0,0 Prozent bei 0,4 Prozent Versuchen.
Warnmeldungen wegen Fehlsteuerungen sanken um 80 Prozent, während Übergriffe um 26 Prozent und Leistungsverweigerungen um 29 Prozent zurückgingen. Im IPI-Benchmark lag der Wert bei 0,0 Prozent, verglichen mit 0,7 Prozent bei Argon. Nicht belegte Behauptungen traten etwa doppelt so selten auf wie beim Schwestermodell.
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Weitere Benchmark-Ergebnisse zeigen ein differenziertes Bild: Im Test GraphWalks bei 256.000 bis einer Million Tokens erreichte Carbon 96,2 Prozent (Astra: 71,8 Prozent, Opus: 66,8 Prozent, Argon: 84,2 Prozent).
Im Benchmark FrontierSWE 2 lag Carbon bei 61,2 Prozent, während Astra 65,5 Prozent und Opus 62,3 Prozent verbuchten. Im Test OSWorld-2.1 offline erreichte Opus 87,2 Prozent gegenüber 81,5 Prozent für Carbon. Bei Vending-Bench 2 erzielte Carbon 16.484 US-dollar vor Astra mit 15.515 US-Dollar und Argon mit 13.718 US-Dollar.
Bereitstellung und Preisgestaltung
Google hält Parameter und Kontextfenster von Carbon bislang unter Verschluss. Zum Vergleich: Das am 30. September 2026 vorgestellte Gemini 4 Argon, das ab dem 13. Oktober 2026 für Abonnenten freigeschaltet wurde, verfügt über ein Kontextfenster von 1.048.576 Tokens. Das Unternehmen nimmt für das neue Modell an einem freiwilligen US-Prüfverfahren vor Veröffentlichung teil.
Der Zugang erfolgt schrittweise: Zunächst erhalten Cybersicherheitskräfte Zugriff, gefolgt von Partnern des Fairwind-Programms. Erst zu einem späteren Zeitpunkt sollen Softwareentwickler, Firmenkunden und Verbraucher hinzukommen.
Zum Start verlangt Google einen Einführungspreis von 2 US-Dollar pro einer Million Eingabe-Tokens und 10 US-Dollar pro einer Million Ausgabe-Tokens, was den Einstiegskonditionen von Argon entspricht. Für zwischengespeicherte Eingaben gilt ein Nachlass von 95 Prozent.
Regulär sollen die Tarife später auf 4 US-Dollar für Eingaben und 20 US-Dollar für Ausgaben steigen; die Frist für den Vorzugspreis wurde nicht datiert, während die Einstiegsphase für Argon bis zum 30. November 2026 befristet ist.
