Gemini, Google

Gemini 4: Google startet größtes KI-Training seiner Geschichte

Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 20:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Alphabet überzeugt mit starkem Cloud-Wachstum und startet Training von Gemini 4, während der freie Cashflow durch Milliardeninvestitionen negativ wird.

Alphabet Quartalszahlen: Cloud-Geschäft treibt Umsatz auf 120 Milliarden
Modernes Rechenzentrum mit blau leuchtenden Server-Racks für Cloud-Computing und KI-Infrastruktur. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Google-Mutterkonzern steigert den Umsatz auf fast 120 Milliarden Dollar – angetrieben von der Cloud-Sparte und massiven Investitionen in die nächste KI-Generation.

Alphabet hat im zweiten Quartal 2026 beeindruckende Zahlen vorgelegt. Der Umsatz kletterte um 24,2 Prozent auf knapp 120 Milliarden Dollar. Haupttreiber: Google Cloud, dessen Erlöse um satte 82 Prozent auf 24,8 Milliarden Dollar zulegten. Das operative Ergebnis der Cloud-Sparte verdreifachte sich auf 8,8 Milliarden Dollar.

Doch der Erfolg hat seinen Preis. Der Konzern pumpt Milliarden in die KI-Infrastruktur und treibt gleichzeitig die Entwicklung des nächsten großen Sprachmodells voran.

Gemini 4: Googles größtes Training aller Zeiten

Google hat mit dem Vortraining von Gemini 4 begonnen – dem bislang umfangreichsten Trainingslauf der Unternehmensgeschichte. Der Schritt kommt zu einem kritischen Zeitpunkt: Das aktuelle Flaggschiff Gemini 3.5 Pro verzögert sich. Ursprünglich für den Frühsommer erwartet, steckt das Modell noch in der Testphase und ist nur für ausgewählte Partner zugänglich. Grund sollen Leistungsprobleme bei Code-Aufgaben und der allgemeinen Zuverlässigkeit sein.

Um die Lücke zu schließen, brachte Google drei effizientere Modelle auf den Markt: Gemini 3.6 Flash, 3.5 Flash-Lite und 3.5 Flash Cyber. Sie bieten schnellere Verarbeitung und sollen Entwickler und Unternehmen in der Zwischenzeit bei Laune halten.

Ein Erfolg ist auch die offene Modellfamilie Gemma: Über 900 Millionen Downloads verzeichnet sie insgesamt, allein Gemma 4 kam seit April auf mehr als 300 Millionen.

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90 Prozent der Fortune-100 setzen auf Gemini

Die Nachfrage aus der Wirtschaft ist enorm. Rund 90 Prozent der Fortune-100-Unternehmen nutzen inzwischen Gemini Enterprise. Die Gemini-App zählt monatlich 950 Millionen aktive Nutzer, die API verarbeitet 22 Milliarden Tokens pro Minute. Die Transaktionen im Google Cloud Marketplace wuchsen im Jahresvergleich um das Siebenfache.

Ein strategischer Schritt: Google Cloud und SAP weiteten ihre Partnerschaft aus. Unternehmen können künftig über BigQuery per Zero-Copy-Datenzugriff auf SAP-Daten zugreifen – KI-Agenten führen dann natürlichsprachliche Abfragen über verschiedene Datenquellen hinweg aus.

Rekordinvestitionen – aber freier Cashflow negativ

Die Kehrseite der KI-Offensive: Alphabet hat die Investitionsprognose für 2026 auf 195 bis 205 Milliarden Dollar angehoben – ein deutlicher Sprung gegenüber den zuvor geplanten 180 bis 190 Milliarden. Allein im zweiten Quartal flossen 44,9 Milliarden Dollar in Kapitalausgaben, davon 60 Prozent in Server und 40 Prozent in Rechenzentren und Netzwerktechnik.

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Der Konzernchef räumte ein, dass die Nachfrage die verfügbare Kapazität übersteige. Deshalb priorisiere man die hauseigenen Tensor Processing Units (TPUs) – sie gehen vorrangig an die Entwicklung künstlicher allgemeiner Intelligenz (AGI), Cloud-Kunden und ein Joint Venture mit Blackstone.

Die hohen Investitionen hinterließen Spuren: Der freie Cashflow rutschte mit minus 5,9 Milliarden Dollar ins Negative. Alphabet verfügt aber weiterhin über eine solide Liquidität von 55,9 Milliarden Dollar und schüttet eine Dividende von 0,22 Dollar je Aktie aus.

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