Gemini agent: Google startet mit geschlossener Vorschau für Großkunden
Veröffentlicht am: 18.10.2026 um 02:13 Uhr | Redaktion boerse-global.deAuf der Konferenz „Gemini at Work 2026“ hat Google Cloud am 8. Oktober 2026 den „Gemini agent“ vorgestellt. Die von Google-Cloud-Chef Thomas Kurian präsentierte Software fungiert als universeller digitaler Assistent für Unternehmen, der weit über einfache Eingabeaufforderungen hinausgeht. Anstatt schrittweise Anweisungen abzuarbeiten, nimmt das System übergeordnete Zielvorgaben entgegen und organisiert die Umsetzung eigenständig.
Autonome Aufgabenplanung und virtuelle Teammitglieder
Der Assistent übernimmt Aufgaben aus den Bereichen Recherche, Inhaltserstellung, Datenanalyse sowie Programmierung innerhalb einer einheitlichen Oberfläche. Nutzer formulieren das gewünschte Endergebnis, woraufhin das System die erforderlichen Arbeitsschritte plant, relevante Datenquellen abfragt und fertige Arbeitsergebnisse liefert.
Komplexe Prozesse können in der Cloud über Stunden oder Tage hinweg ausgeführt werden, ohne dass der Rechner des Anwenders aktiv bleiben muss. Für anspruchsvolle Projekte ist das System in der Lage, temporäre Spezialisten-Agenten zu erzeugen und deren Arbeitsschritte miteinander zu koordinieren.
Darüber hinaus können Organisationen persistente Arbeitsagenten einrichten. Diese virtuellen Mitarbeiter erhalten eigene Benutzerkonten im Google Workspace, eigene E-Mail-Adressen sowie dedizierten Speicherplatz. Dadurch können sie wie reguläre Teammitglieder in Anwendungen wie Gmail, Google Docs, Google Sheets und Google Chat agieren und direkt mit menschlichen Kollegen zusammenarbeiten.
Flexible Modellwahl und tiefe Systemintegration
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Für die Verarbeitung nutzt das System ein dynamisches Routing, das je nach Anforderungen der jeweiligen Aufgabe das passende Sprachmodell wählt. Zum Start stehen Modelle der Reihen Google Gemini sowie Claude von Anthropic zur Verfügung; zusätzliche geschlossene sowie quelloffene Modelle sollen folgen.
Die technische Anbindung an den unternehmenseigenen Knowledge Catalogue von Google Cloud gewährleistet zudem einheitliche Geschäftsdefinitionen. Datenbestände aus Amazon S3, Azure Data Lake sowie Plattformen wie SAP, Workday und Salesforce lassen sich ohne vorherige Datenübertragungen direkt vor Ort analysieren.
Die Anwendung ist über Google Workspace mit dem Befehl „@Gemini“ in Textdokumenten, Tabellen, Präsentationen und E-Mails erreichbar. Neben der Gemini-Enterprise-Anwendung bestehen Anbindungen an Umgebungen wie Microsoft 365, Slack, Microsoft Teams, Snowflake, Confluence und ServiceNow sowie Zugänge über Programmierschnittstellen und die Kommandozeile.
Governance, Ausgabenkontrolle und schrittweise Einführung
Um den Anforderungen an die Unternehmenssicherheit gerecht zu werden, arbeitet das System mit separaten Agenten-Identitäten, granularen Berechtigungen, lückenlosen Prüfpfaden und isolierten Ablaufumgebungen für Programmcode.
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Zur Kostenkontrolle können Administratoren in der Cloud-Abrechnungskonsole verbindliche Ausgabenlimits auf Projektebene hinterlegen. Wird das vorgesehene Budget erreicht, pausiert der Agent seine Aktivitäten automatisch. Einmal generierte Berichte lassen sich zudem ohne wiederholten Verbrauch von Berechnungseinheiten erneut ausführen.
Google verzichtet nach Unternehmensangaben auf ein zusätzliches sitzplatzbasiertes Lizenzmodell für den Agenten in Workspace oder Gemini Enterprise. Stattdessen können Unternehmenskunden eine nutzungsabhängige Abrechnung mit bestehenden Abonnements kombinieren. Derzeit befindet sich der Gemini-Agent in einer geschlossenen Vorabphase für ausgewählte Großkunden.
Spezifische Editionen für Finanzdienstleister und Rechtsabteilungen stehen ebenfalls als Vorschauversion bereit; Varianten für den öffentlichen Sektor, das Gesundheitswesen und den Handel sind angekündigt. Ein Termin für die allgemeine Verfügbarkeit in Google-Workspace-Tarifen sowie konkrete Endpreise wurden noch nicht bekannt gegeben.
