Gemini: Google beendet Gems bis Oktober, Skills nur für Abos
Veröffentlicht am: 09.08.2026 um 22:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Google plant offenbar eine grundlegende Umstrukturierung seiner KI-Plattform Gemini. Die beliebte Funktion „Gems“ – individuell erstellbare KI-Persönlichkeiten – soll bis Oktober 2026 auslaufen und durch ein neues System namens „Skills“ ersetzt werden. Für Nutzer in Deutschland und Europa gibt es dabei eine schlechte Nachricht.
Skills nur für zahlende Kunden – und nicht in der EU
Die Umstellung betrifft vor allem die Art, wie Nutzer ihre eigenen KI-Assistenten gestalten. Statt der bisherigen „Gems“ sollen künftig sogenannte „Skills“ treten. Doch der Wechsel hat Haken: Eine automatische Übertragung bestehender Gems wird es nicht geben – Nutzer müssen ihre Daten manuell migrieren.
Noch gravierender: Der Zugang zu Skills bleibt zahlenden Abonnenten vorbehalten. Erforderlich ist ein Google-AI-Pro- oder Ultra-Abo. Zudem zeigt sich Google bei der regionalen Verfügbarkeit zurückhaltend. Für Nutzer im Europäischen Wirtschaftsraum, in Großbritannien, der Schweiz und Nigeria soll die Funktion nicht angeboten werden. Auch Workspace-Geschäftskonten bleiben beim Start außen vor.
Gemini ersetzt Google Assistant flächendeckend
Die Abkehr von Gems ist Teil einer größeren Strategie. Google forciert die Ablösung des alten Google Assistant durch Gemini. Ab dem 4. September 2026 wird der bisherige Assistent schrittweise von Android-Smartphones, Tablets, Wear-OS-Geräten, Kopfhörern und Android-Auto-Schnittstellen verschwinden.
Während Tech-Giganten ihre KI-Systeme weltweit ausrollen, stellen neue Regeln wie der EU AI Act Unternehmen vor komplexe Herausforderungen bei der rechtssicheren Anwendung. Dieser kostenlose Download verschafft Ihnen den Überblick über Fristen und Pflichten, den Ihre Rechts- und IT-Abteilung jetzt dringend braucht. EU AI Act in 5 Schritten verstehen
Erst Anfang August hatte Google mehrere Neuerungen für die Gemini-Suite angekündigt. Seit dem 6. August 2026 können Workspace-Kunden in den Tarifen Business, Enterprise und Education automatisch Quellen zu Gemini-Notebooks hinzufügen – darunter Textdateien, Google-Drive-Dokumente, YouTube-Links und Webinhalte. Für private Google-Konten bleibt diese Funktion vorerst gesperrt.
Mit Android 17 soll zudem die Erstellung von Widgets per Sprachbefehl möglich werden. Nutzer können dann personalisierte KI-Widgets durch einfache Gesprächseingaben generieren.
Beeindruckendes Wachstum, massive Investitionen
Die Umstrukturierung erfolgt in einer Phase rasanten Wachstums. Die monatlich aktiven Nutzer der Gemini-App stiegen von 400 Millionen im Mai 2025 auf rund 950 Millionen im August 2026. Die KI-gestützte Suchfunktion inklusive AI Overviews erreicht schätzungsweise 2,5 Milliarden Nutzer monatlich.
Die rasante Entwicklung von KI-Tools verändert nicht nur die Software-Landschaft, sondern schafft auch völlig neue Anforderungen an die betriebliche Compliance. In diesem kostenlosen Report erfahren Sie, welche KI-Systeme als Hochrisiko gelten und was Unternehmen jetzt konkret tun müssen. Kostenlosen Umsetzungsleitfaden zum AI Act sichern
Alphabet investiert entsprechend: Zwischen April und Juni 2026 flossen zwischen 195 und 205 Milliarden US-Dollar in künstliche Intelligenz. Google Cloud verzeichnete im selben Zeitraum ein Umsatzplus von 82 Prozent auf 24,77 Milliarden US-Dollar – der Auftragsbestand liegt bei 514 Milliarden US-Dollar. Die Infrastruktur arbeitet am Limit: Im April 2026 verarbeitete Google Cloud 190 Milliarden API-Tokens pro Minute.
Auch klassische Mail-Funktionen werden abgeschafft
Im Zuge der KI-Offensive räumt Google auch bei älteren Diensten auf. Die Funktionen „Check mail from other accounts“ per POP und „Gmailify“ werden bis Januar 2027 eingestellt. Bereits im ersten Quartal 2026 blockiert Google den Zugang für Neukunden. Das Unternehmen verweist auf IMAP und native Mobile-Apps als Alternativen.
Für europäische Nutzer bleibt die Frage, ob die regionale Beschränkung von Skills Bestand hat – oder ob Google angesichts des Drucks aus Brüssel nachbessert. Die Erfahrung mit anderen US-Tech-Konzernen zeigt: Endgültig ist so eine Entscheidung selten.
