Gemini Robotics 2: Google DeepMind steuert Roboter mit KI-Ganzkörperkontrolle
Veröffentlicht am: 01.08.2026 um 10:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Google DeepMind präsentiert mit Gemini Robotics 2 eine neue Modellfamilie, die humanoide Roboter zu komplexen Handgriffen befähigt – ein Schritt Richtung künstlicher Allgemeinintelligenz in der physischen Welt.
Die am 31. Juli vorgestellte Suite umfasst drei spezialisierte Modelle: ein Vision-Language-Action-Modell (VLA) für die direkte Steuerung, das Modell ER 2 für verkörperte Denkprozesse sowie eine On-Device-Variante für den lokalen Betrieb ohne Cloud-Anbindung. Die Architektur soll Robotern eine zentrale Intelligenzschicht für Ganzkörperbewegungen und komplexe Aufgaben bieten.
Vom Greifen zum Begreifen
Das VLA-Modell verschmilzt visuelle Wahrnehmung mit physischer Aktion. ER 2 plant mehrstufige Arbeitsabläufe. Die On-Device-Version ermöglicht Echtzeitverarbeitung mit geringer Latenz – entscheidend für Umgebungen mit instabiler Netzverbindung.
Besonders bemerkenswert: Die Systeme passen sich innerhalb weniger Stunden an neue Roboterhardware an – mit weniger als 200 Trainingsbeispielen. Diese Flexibilität könnte die Einführung von KI in unterschiedlichste Roboterplattformen erheblich beschleunigen.
Präzisionsarbeit mit Tücken
Demonstriert wurden die Fähigkeiten am humanoiden Roboter Apptronik Apollo 2. Die KI steuerte fünf Finger und parallele Greifer durch heikle Aufgaben: Müllsäcke verknoten, Glühbirnen wechseln, Beutel verschließen.
Die Erfolgsquoten zeigen jedoch ein gemischtes Bild. Während das Ausdrehen von Glühbirnen in 92 Prozent der Fälle gelang, fielen komplexere Feinarbeiten deutlich ab: Das Verknoten eines Beutels klappte nur zu 44 Prozent, das Verschließen zu 40 Prozent, das Eindrehen einer Birne zu 36 Prozent. Das Kehren schaffte der Roboter immerhin zu 32 Prozent.
DeepMind-Chef Demis Hassabis betonte, die Fortschritte erlaubten Robotern nun, komplexe Arbeitsabläufe zu bewältigen und mit anderen Einheiten an derselben Aufgabe zu kooperieren.
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Sicherheit als oberste Priorität
Parallel zur Modellveröffentlichung führte Google DeepMind den Sicherheits-Benchmark ASIMOV-Agentic ein, der speziell für agentische KI-Systeme entwickelt wurde. Trotz der Fortschritte bei Geschicklichkeit und Denkfähigkeit bleibt die Technologie ausdrücklich im Forschungsstadium – für sicherheitskritische Bereiche oder den direkten Verbrauchereinsatz ist sie noch nicht geeignet.
ER 2 steht Entwicklern bereits über Google AI Studio zur Verfügung. Die VLA- und On-Device-Versionen bleiben vorerst Early-Access-Partnern vorbehalten.
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Milliardenmarkt mit Hindernissen
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Branchenprognosen von McKinsey beziffern den Markt für universelle Robotik bis 2040 auf umgerechnet rund 340 Milliarden Euro. Zwar sorgten zuletzt prominente Roboter-Pannen für Aufsehen, doch der zentralisierte Ganzkörper-Ansatz von Gemini Robotics 2 gilt Branchenbeobachtern als vielversprechender Weg in Richtung physischer künstlicher Allgemeinintelligenz.
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