Gemüsebrühen im ÖKO-TEST: Hälfte der konventionellen Produkte fällt durch
Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 03:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Untersuchung des Verbrauchermagazins ÖKO-TEST für die Ausgabe 10/2026 zeigt deutliche Qualitätsunterschiede bei trockenen Gemüsebrühen und Bouillons. Im Test befanden sich 27 Produkte, darunter 17 Erzeugnisse mit Bio-Siegel sowie zehn konventionelle Varianten, die im Frühjahr 2026 eingekauft worden waren.
Während sämtliche Bio-Produkte im Test mindestens mit der Note „gut“ abschnitten, zeigte sich bei den herkömmlichen Produkten ein gegenteiliges Bild: Die Hälfte der konventionellen Brühen fiel mit „mangelhaft“ oder „ungenügend“ durch, lediglich zwei von ihnen erreichten die Bewertung „gut“.
Pestizidrückstände und verbotene Substanzen
Ausschlaggebend für die schlechten Noten der konventionellen Produkte waren vor allem chemische Pflanzenschutzmittel. In fast allen Brühen mit herkömmlichem Gemüse wies das Labor mindestens ein Pestizid nach, meist handelte es sich sogar um Mehrfachbelastungen. Bei einem Produkt fanden die Prüfer Spuren von vier verschiedenen Pflanzenschutzmitteln.
Besonders kritisch bewertete ÖKO-TEST den Nachweis problematischer Substanzen. In zwei Produkten wurden Spuren des Insektizids Clothianidin festgestellt, das als bienengiftig eingestuft ist und in der Europäischen Union seit 2019 verboten beziehungsweise seit Jahren nicht zugelassen ist.
Zudem gilt dieser Stoff laut den Testern ebenso wie Pyraclostrobin als vermutlich reproduktionstoxisch. Des Weiteren wurde Difenoconazol nachgewiesen, das unter Krebsverdacht steht.
Gewinner und Verlierer im Markenvergleich
Die Laboranalysen führten zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen über die verschiedenen Preisklassen hinweg. Zu den Testsiegern mit der Bestnote „sehr gut“ zählten zwei Bio-Erzeugnisse: die Knorr Bio Gemüse-Bouillon mit einem deklarierten Gemüseanteil von 32,5 Prozent bei Kosten von 34 Cent pro einem Liter zubereiteter Brühe sowie die Rewe Bio Gemüsebrühe mit einem Gemüseanteil von 20 Prozent für 20 Cent pro Liter.
Die Hälfte der konventionellen Gemüsebrühen im aktuellen Test fiel mit „mangelhaft" oder „ungenügend" durch – in fast allen fanden sich Pestizidrückstände, teils mehrere gleichzeitig. Wer für die Familie kocht, will wissen, welche Produkte unauffällig blieben und woran man sie erkennt. Jetzt kostenlosen Leitfaden zu pestizidfreien Gemüsebrühen anfordern
Am Ende des Testfeldes landeten hingegen mehrere bekannte Marken mit der Note „ungenügend“, darunter die konventionelle Knorr Gemüse-Bouillon und die Cook!-Bouillon. In der Knorr-Bouillon wurden drei Stoffe nachgewiesen, darunter das unter Krebsverdacht stehende Difenoconazol sowie Clothianidin.
Auch in der Cook!-Bouillon fanden sich Spuren zweier Pestizide, zu denen ebenfalls Clothianidin zählte. Mit der Bewertung „mangelhaft“ schnitt unter anderem die Le Gusto Klare Gemüsebrühe von Aldi ab.
Hoher Salzgehalt und Zusatzstoffe im Fokus
Neben Schadstoffen gerieten auch die Rezepturen der gekörnten Brühen in die Kritik. Der Salzgehalt der getrockneten Erzeugnisse lag zwischen 44 und 60 Prozent. In der fertigen Zubereitung wurde der Orientierungswert von 0,90 Gramm Salz pro 100 Milliliter Brühe teilweise überschritten.
Nicht nur Pestizide: Der Salzgehalt der getrockneten Brühen liegt zwischen 44 und 60 Prozent, und in der fertigen Zubereitung wird der Orientierungswert von 0,90 Gramm pro 100 Milliliter teils überschritten. Wer Salz und versteckten Zucker im Alltag reduzieren will, findet hier die wichtigsten Vergleichswerte und einfache Küchen-Alternativen. Leitfaden für salzarme Gemüsebrühen jetzt sichern
Während die Knorr-Bouillon mit 0,59 Gramm pro 100 Milliliter unter diesem Richtwert blieb, lag die Cook!-Bouillon mit 1,10 Gramm pro 100 Milliliter darüber.
Zudem enthielten sämtliche getesteten konventionellen Produkte zugesetzten Zucker, während dies bei den Bio-Varianten auf etwa die Hälfte zutraf. Weitere Punktabzüge vergaben die Prüfer für den Einsatz von Aromen sowie Geschmacksverstärkern.
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