Generation 60+: 93% gönnen sich bewusst Komfort trotz Sparsamkeit
Veröffentlicht am: 16.08.2026 um 20:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In einer Analyse des Konsumverhaltens der Generation 60 Plus zeigt sich eine differenzierte Haltung zwischen Sparsamkeit und gezielten Ausgaben fĂŒr die LebensqualitĂ€t. Das Konsumbarometer 2026, das Mitte August von Consors Finanz veröffentlicht wurde, beleuchtet das Spannungsfeld zwischen dem Wunsch nach finanzieller Disziplin und dem Streben nach persönlichem Komfort.
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass ein GroĂteil der deutschen Seniorinnen und Senioren Strategien verfolgt, um unnötige Ausgaben zu vermeiden, ohne dabei auf bewussten Genuss zu verzichten.
Bewusster Verzicht trifft auf gezielten Komfort
Die Untersuchung von Consors Finanz legt dar, dass in Deutschland 88 Prozent der ĂŒber 60-JĂ€hrigen bestrebt sind, keine unnötigen Ausgaben zu tĂ€tigen. Gleichzeitig geben 93 Prozent der Befragten an, sich bewusst etwas zu gönnen. Dieser Befund deutet auf einen selektiven Frugalismus hin, bei dem Sparsamkeit nicht mit generellem Verzicht gleichzusetzen ist.
Vielmehr wird Konsum von 93 Prozent der deutschen Seniorinnen und Senioren als ein Element des persönlichen Komforts betrachtet. Im europĂ€ischen Vergleich liegt dieser Wert mit 91 Prozent auf einem Ă€hnlich hohen Niveau. Insgesamt sehen 88 Prozent der Befragten in der EuropĂ€ischen Union Konsum als einen wesentlichen Faktor fĂŒr Bequemlichkeit an.
Freizeitgestaltung und aktive LebensfĂŒhrung im Fokus
Ein wesentlicher Teil des Budgets und der ZeitkapzitĂ€ten wird laut Consors Finanz in die Freizeitgestaltung investiert. In Deutschland verbringen 77 Prozent der Generation 60 Plus einen erheblichen Teil ihrer Zeit mit FreizeitaktivitĂ€ten, was ĂŒber dem EU-Durchschnitt von 70 Prozent liegt. Dabei besteht ein deutlicher Wunsch nach AktivitĂ€t: 40 Prozent der Befragten streben danach, ihre Freizeit aktiv zu gestalten.
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Dies spiegelt sich auch in der Beteiligung am organisierten Sport und der Nutzung moderner Technologien wider. 20 Prozent der deutschen Seniorinnen und Senioren sind Mitglied in einem Sportklub, wĂ€hrend es im EU-weiten Durchschnitt 16 Prozent sind. Zudem gewinnt die Digitalisierung im Gesundheitsbereich an Bedeutung. 18 Prozent der deutschen Befragten nutzen digitale Gesundheits-Apps, womit sie leicht ĂŒber dem EU-Schnitt von 15 Prozent liegen.
Reiseverhalten und Mediennutzung im europÀischen Vergleich
Das Reiseverhalten der Altersgruppe zeigt eine deutliche Segmentierung. WÀhrend 22 Prozent der deutschen Seniorinnen und Senioren angaben, mindestens dreimal verreist zu sein, liegt dieser Anteil EU-weit mit 29 Prozent höher. In Deutschland gaben zudem 37 Prozent an, ein bis zwei Reisen unternommen zu haben, wÀhrend 41 Prozent der Befragten in den letzten Monaten gar nicht verreist sind. Auf europÀischer Ebene verzichteten 40 Prozent auf Reisen.
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Im Bereich der Mediennutzung zeigen sich ebenfalls spezifische PrĂ€ferenzen. Laut der Studie verfĂŒgen 36 Prozent der deutschen Befragten ĂŒber ein Streaming-Abo. Damit liegt Deutschland hinter dem EU-Schnitt von 42 Prozent zurĂŒck.
Auch bei spezialisierten TV-KanÀlen ist die Verbreitung in Deutschland mit 20 Prozent geringer als im europÀischen Durchschnitt von 32 Prozent. Ein Drittel der deutschen Seniorinnen und Senioren (33 Prozent) nutzt hingegen ein klassisches Presseabonnement.
HintergrĂŒnde zur Datenerhebung
Die Ergebnisse des Konsumbarometers 2026 basieren auf einer umfangreichen Datenerhebung, die zwischen dem 19. November und dem 1. Dezember 2025 durchgefĂŒhrt wurde. Insgesamt wurden 11.000 Personen in zehn verschiedenen LĂ€ndern befragt. Die Studie von Consors Finanz liefert damit eine statistische Grundlage, um die Konsumgewohnheiten und die wirtschaftliche PrioritĂ€tensetzung der Generation 60 Plus im Kontext aktueller Lebensstile zu bewerten.
