Generation Z: 85% bereits Opfer von Cyberbedrohungen
Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 00:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine aktuelle Untersuchung des Sicherheitssoftware-Anbieters Kaspersky zeichnet ein besorgniserregendes Bild der digitalen Sicherheit bei jungen Erwachsenen. Den Ergebnissen einer im Frühjahr durchgeführten Studie zufolge sind bereits 85 Prozent der Angehörigen der sogenannten Generation Z mit Cyberbedrohungen konfrontiert worden. Trotz der hohen Frequenz von Vorfällen weisen die Schutzmaßnahmen in dieser Altersgruppe erhebliche Defizite auf, insbesondere bei der Nutzung mobiler Endgeräte.
Die Erhebung, die im März unter 7.200 Teilnehmern in 18 Ländern durchgeführt wurde, verdeutlicht die intensive Verflechtung des digitalen und analogen Alltags der Befragten. Demnach gaben 57 Prozent der Teilnehmer an, mehr Zeit online als offline zu verbringen. Diese permanente Präsenz im digitalen Raum korreliert mit einer hohen Anfälligkeit für kriminelle Aktivitäten im Netz: Mehr als die Hälfte der Befragten (52 Prozent) gab an, bereits Opfer von Cyberangriffen geworden zu sein.
Social Media und Gaming als primäre Angriffsziele
Besonders soziale Netzwerke und Online-Gaming-Plattformen stehen im Fokus der Angreifer. Laut den Studienergebnissen erlitten 17 Prozent der befragten jungen Erwachsenen bereits Hacks ihrer Social-Media-Accounts. Diese Vorfälle wiegen schwer, da solche Profile oft als zentrale Identitätsmerkmale und Kommunikationskanäle dienen.
Ähnliche Tendenzen zeigen sich im Bereich der Unterhaltungssoftware. Hier berichteten 12 Prozent der Befragten über den Verlust ihrer Game-Accounts. Solche Verluste sind für die Betroffenen oft nicht nur mit ideellen Werten verbunden, sondern können durch In-Game-Käufe und investierte Zeit auch einen messbaren wirtschaftlichen Schaden darstellen.
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Diskrepanz zwischen Bedrohungslage und Schutzmaßnahmen
Trotz der belegten Risiken und der hohen Zahl bereits Geschädigter zeigt die Generation Z eine auffällige Nachlässigkeit bei der präventiven Absicherung ihrer Geräte. Während das Smartphone das primäre Zugangstor zum Internet darstellt, nutzen lediglich 27 Prozent der Befragten eine Antiviren-Software auf ihren Mobilgeräten. Diese geringe Marktdurchdringung von Sicherheitslösungen im mobilen Sektor steht im krassen Gegensatz zur Bedrohungslage.
Ein ähnliches Bild zeigt sich beim Datenmanagement. Nur 28 Prozent der Umfrageteilnehmer sichern ihre Daten regelmäßig. Das Fehlen von Backups erschwert die Wiederherstellung digitaler Identitäten und persönlicher Inhalte nach einem erfolgreichen Angriff oder dem Verlust eines Endgeräts erheblich.
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Branchenexperten sehen in diesen Zahlen einen deutlichen Handlungsbedarf für Aufklärungskampagnen. Die Ergebnisse legen nahe, dass die hohe digitale Kompetenz in der Anwendung von Apps und Diensten nicht zwangsläufig mit einem entsprechenden Bewusstsein für IT-Sicherheitsstandards einhergeht. Die Diskrepanz zwischen dem Nutzungsverhalten und der technischen Absicherung bleibe eine der größten Herausforderungen für die Cybersicherheit in den kommenden Jahren.
