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Generative Bionics: Drei Trainingsstandorte sollen humanoide Roboter fit machen

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 21:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Unternehmen kündigte drei Standorte für physische KI-Datenfabriken an; der erste soll 2027 in Italien starten.
Eine moderne, weitläufige Industriehalle mit polierten Betonböden und modularer Gerüststruktur für Forschungszwecke. Illustration mit AI erstellt.

Auf der Fachveranstaltung CES Unveiled in Mailand hat das Robotikunternehmen Generative Bionics den Aufbau von drei spezialisierten Standorten für sogenannte physische KI-Datenfabriken angekündigt.

Geplant ist unter anderem die nach Unternehmensangaben größte Trainingsanlage für humanoide Roboter in Europa. Die Initiative zielt darauf ab, fortschrittliche Lernumgebungen zu schaffen, in denen Maschinen auf reale Industrieeinsätze vorbereitet werden.

Trainingsinfrastruktur mit digitalem Zwilling

Der erste Standort soll in Italien entstehen und eine Fläche von 5.000 m² umfassen. Die Inbetriebnahme ist für das vierte Quartal 2027 vorgesehen. In diesem Hub soll der humanoide Roboter Gene.01 innerhalb nachgebauter Industrieumgebungen geschult werden. Ein zweiter Standort ist im weiteren europäischen Raum geplant, während eine dritte Anlage auf globale Märkte ausgerichtet wird.

Technologisch basiert das Konzept auf einer geschlossenen Trainingsschleife zwischen Realität und Simulation. Dabei erfassen Systeme Daten aus Sicht-, Bewegungs-, Kontakt- und Kraftsensoren sowie Angaben zu Nähe, Temperatur und menschlicher Interaktion.

Auch die multimodale Haut von Gene.01 liefert kontinuierlich Messwerte. Diese fließen in Simulationen digitaler Zwillinge ein, die auf Helios-Rack-Scale-Systemen des Technologiekonzerns AMD berechnet werden, der als Partner für die KI-Infrastruktur fungiert.

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Innerhalb der Simulationen werden gezielt Variationen bei Fabriklayouts, Objekten, Werkstoffen, Betriebsbedingungen und potenziellen Fehlermodi erprobt.

Technologische Souveränität und institutionelle Wurzeln

Generative Bionics verfolgt mit dem Projekt nach eigenen Angaben das Ziel einer europäischen Souveränität im Bereich humanoider Systeme. Unternehmenschef Daniele Pucci erklärte, man bilde die Welt physisch wie digital nach, um humanoide Roboter in großem Maßstab vorzubereiten, bevor sie reale Umgebungen betreten.

Zudem betonte Pucci, das Netzwerk werde gezielt in Europa errichtet, damit Daten, Modelle und Infrastrukturen direkt auf dem Kontinent entwickelt und betrieben werden können.

Das Unternehmen ging 2024 aus dem Italian Institute of Technology hervor. Der humanoide Roboter Gene.01, der über eine voll funktionale smarte Haut verfügt, wurde innerhalb von sechs Monaten entwickelt. Zur Finanzierung schloss Generative Bionics Ende 2025 eine Seed-Finanzierungsrunde über 70 Mio. Euro ab. Zu den Geldgebern gehörten unter anderem CDP Venture Capital, AMD Ventures, Duferco, Eni Next, RoboIT und Tether.

Branchenweites Interesse an industriellen Trainingsfeldern

Der Schritt von Generative Bionics spiegelt einen wachsenden Trend im Technologiesektor wider, spezialisierte Trainingszentren für humanoide Systeme einzurichten. So eröffnete der Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler in China eine rund 7.500 m² große Anlage, die Komponentenfertigung, Humanoid-Training und den industriellen Einsatz verzahnt.

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Dort arbeiten sechs humanoide Roboter an einer Fertigungslinie. Schaeffler verzeichnete im Bereich der Humanoid-Robotik zuletzt einen Auftragseingang von rund 400 Mio. Euro beziehungsweise rund 465 Mio. US-Dollar und kooperiert für die Simulation unter anderem mit Technologien von NVIDIA.

Auch im Dienstleistungs- und Gesundheitssektor entstehen ähnliche Testfelder. Die United Robotics Group richtete in Kooperation mit den Katholischen Einrichtungen Ruhrgebiet Nord ein rund 400 m² großes Trainingszentrum auf einer ehemaligen Krankenhausstation in Gelsenkirchen ein. Dort werden vier verschiedene Robotersysteme auf den praktischen Einsatz in Kliniken, Laboren und Pflegeeinrichtungen vorbereitet.

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