GEO-Markt: 32,9 Milliarden Euro bis 2036 – neue Analyse-Tools boomen
30.06.2026 - 10:35:02 | boerse-global.de
Brands müssen ihre Sichtbarkeit in KI-Systemen neu denken – spezialisierte Analyse-Tools boomen.
Ein neuer Trend erschüttert die digitale Marketingwelt: Während Nutzer zunehmend auf KI-gestützte Suchassistenten wie ChatGPT, Gemini oder Perplexity setzen, verlieren klassische Suchmaschinen massiv an Bedeutung. Eine Reihe von Marktanalysen und Tools, die Ende Juni 2026 veröffentlicht wurden, zeigt, wie Unternehmen ihre Präsenz in diesen neuen Kanälen messen und optimieren.
Neue Analyse-Plattformen für die KI-Ära
Am heutigen Dienstag brachte HollyGlobe AI die internationale Version 1.2 seines GEOAgent AI auf den Markt. Die Plattform überwacht sowohl globale als auch chinesische KI-Ökosysteme – darunter ChatGPT, Gemini, Perplexity und Baidu AI. Mit einer behaupteten Treffergenauigkeit von 95 Prozent und stündlichen Updates verspricht das Tool Marken, ihre Empfehlungsraten in Echtzeit zu verfolgen. Ein Gesundheitsunternehmen aus der Beta-Phase steigerte seine KI-Empfehlungsrate von 13 auf 65 Prozent.
Erst am Montag wurde in New York der Profound Index vorgestellt. Er analysiert 1,5 Milliarden Anfragen aus über 50 Branchen. Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass neuere KI-Modelle wie ChatGPT 5.5 eine breitere Palette von Wettbewerbern empfehlen als frühere Versionen. Die Daten zeigen zudem starke Schwankungen: Während IKEA bei ChatGPT einen Zuwachs von 19 Prozent verbuchte, verloren mehrere große Reiseplattformen zwischen 35 und 56 Prozent ihrer Sichtbarkeit.
Bereits am vergangenen Freitag hatte Semrush seinen eigenen AI Visibility Index lanciert. Basis sind 126 Millionen Suchanfragen in den USA aus den ersten vier Monaten des Jahres. Ergebnis: Der KI-gesteuerte Traffic auf Einzelhandelsseiten stieg zwischen Ende 2024 und Mai 2026 um 1.324 Prozent. Im Reisesektor betrug das Plus sogar 2.215 Prozent.
Das Ende der klassischen Suche?
Die neuen Tools reagieren auf einen fundamentalen Wandel im Nutzerverhalten. Branchendaten aus dem ersten Halbjahr 2026 zeigen: 68 Prozent aller Google-Suchen in den USA enden ohne Klick – 2024 waren es noch 60 Prozent. Noch drastischer fällt die Zahl bei KI-Funktionen aus: Liefert Google eine KI-Übersicht, klicken 83 Prozent der Nutzer nicht weiter. Im vollständigen KI-Modus sind es sogar 93 Prozent.
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Marktforscher beziffern den Anteil der traditionellen Suche an der gesamten plattformübergreifenden Suchaktivität auf nur noch 27 Prozent. Die restlichen 73 Prozent entfallen auf soziale Medien, E-Commerce-Seiten und KI-Tools. Eine neue Disziplin namens Generative Engine Optimization (GEO) oder Answer Engine Optimization (AEO) gewinnt daher rasant an Bedeutung. Dennoch: Nur 16 Prozent der Marken verfolgen derzeit ihre Sichtbarkeit in KI-Modellen, und 45 Prozent der Marketingverantwortlichen geben an, diesen Wert nicht effektiv messen zu können.
Die wirtschaftlichen Dimensionen sind gewaltig. Der GEO-Markt soll von rund 1,09 Milliarden Euro im Jahr 2026 auf 32,9 Milliarden Euro bis 2036 wachsen – eine jährliche Steigerung von 40,6 Prozent. 67 Prozent der Chief Marketing Officer von Fortune-500-Unternehmen priorisieren GEO heute, vor zwei Jahren waren es erst 18 Prozent.
Wettbewerb um die besten Analyse-Tools
Der Markt für KI-Sichtbarkeitsanalysen wird sowohl von etablierten Firmen als auch von spezialisierten Start-ups geprägt. In Arizona haben mehrere Unternehmen bedeutende Finanzierungen eingesammelt. Das in Scottsdale ansässige Unternehmen Profound, 2024 gegründet, erhielt 20 Millionen Euro von Investoren wie Nvidia und Kleiner Perkins. Zu seinen Kunden zählen die US Bank und DocuSign. Weitere regionale Akteure sind Bluefish AI (fünf Millionen Euro Seed-Finanzierung) und Athena, das von einem ehemaligen Google-DeepMind-Forscher mitgegründet wurde.
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Neue Anbieter konkurrieren auch über Features und Preise. RadarKit.ai hat kürzlich KI-Suchmarketing-Agenten als Alternative zu bestehenden Plattformen gestartet und bietet browserbasiertes Tracking an über 50 Standorten. Plattformen wie Pixis Visibility und Athenahq haben verschiedene Tarifmodelle im Angebot – einige Tools starten bereits bei 99 Euro pro Monat für das Tracking über mehrere KI-Engines hinweg.
Die Wirksamkeit spezialisierter AEO-Strategien wurde kürzlich bei den Bulldog PR Awards 2026 unterstrichen. Die Gabriel Marketing Group und Brandi AI erhielten eine Goldauszeichnung für eine Kampagne, die die KI-Erwähnungen ihres Kunden um 830 Prozent und die Zitierautorität um 1.746 Prozent steigerte – innerhalb von 120 Tagen führte dies zu neuen Geschäftskontakten.
