Geriatrie-Verlagerung, Harsewinkels

Geriatrie-Verlagerung: Harsewinkels Krankenhaus vor dem Aus

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 19:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ein 54,5-Millionen-Euro-Neubau soll die Geriatrie nach Gütersloh verlagern. Harsewinkel wehrt sich, während Finanzierung und Umsetzung offenbleiben.

KHO plant Geriatrie-Neubau in Gütersloh – Widerstand wächst
Ein leerer, hell beleuchteter Krankenhausflur mit großen Fenstern und minimalistischer Architektur. Illustration mit AI erstellt.

Die Katholische Hospitalvereinigung Ostwestfalen (KHO) plant am St.-Elisabeth-Hospital Gütersloh einen Geriatrie-Neubau mit veranschlagten Kosten von 54,5 Millionen Euro. Im Zuge dessen soll die geriatrische Versorgung vom St.-Lucia-Hospital Harsewinkel nach Gütersloh verlagert werden.

Das Harsewinkeler Haus soll den Plänen zufolge bis Ende 2030 geschlossen werden, wie die-glocke.de berichtete. Ein Förderantrag beim Land ist demnach bereits gestellt, viele Details des Vorhabens gelten jedoch weiterhin als offen.

Kritik aus Harsewinkel

In Harsewinkel sorgen die Pläne für Entsetzen, wie nw.de berichtete. Widerstand regt sich vor allem deshalb, weil die Stadt nach Ansicht der Kritiker bereits über ein Krankenhaus verfügt, das den geriatrischen Versorgungsbereich abdeckt. Bürgerinnen und Bürger äußerten sich laut die-glocke.de deutlich ablehnend gegenüber den Neubau-Plänen in Gütersloh und bezeichneten das Vorhaben als Irrsinn.

Politischer Widerstand formiert sich ebenfalls: SPD-Fraktionsvorsitzender Florian Finney kündigte laut nw.de gemeinsam mit Heinz Bünnigmann vom Kuratorium des St.-Lucia-Hospitals an, gegen die Verlagerung der Geriatrie von Harsewinkel nach Gütersloh vorzugehen. Beide sehen die wohnortnahe Versorgung älterer Patientinnen und Patienten in Harsewinkel durch die geplante Schließung gefährdet.

Offene Fragen zur Finanzierung

Trotz des bereits gestellten Förderantrags beim Land bleibt die konkrete Ausgestaltung des Projekts nach Berichten von die-glocke.de in weiten Teilen unklar. Weder der genaue Zeitplan für den Bau noch die endgültige Finanzierungsstruktur des mit 54,5 Millionen Euro veranschlagten Neubaus sind demnach abschließend geklärt.

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Für die Region bedeutet dies eine Phase der Unsicherheit, in der sowohl die künftigen Nutzer der geriatrischen Versorgung als auch die Beschäftigten am St.-Lucia-Hospital auf Klarheit über den weiteren Verlauf warten.

Bedeutung für die regionale Versorgungsstruktur

Der Konflikt um den Standort verdeutlicht ein Spannungsfeld, das sich in der Krankenhausplanung häufiger zeigt: Auf der einen Seite steht das Bestreben der Kliniken, geriatrische Angebote an zentralen Standorten zu bündeln, um Investitionen und Fachpersonal effizienter einzusetzen.

Auf der anderen Seite stehen lokale Interessen an einer wohnortnahen Versorgung, insbesondere für ältere und in ihrer Mobilität eingeschränkte Patientinnen und Patienten, für die längere Wege zur nächsten Klinik eine erhebliche Belastung darstellen können.

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Ob die KHO angesichts des Widerstands aus Harsewinkel an ihren Plänen festhält oder Anpassungen vornimmt, ist gegenwärtig offen. Die Auseinandersetzung dürfte in den kommenden Monaten weitergehen, zumal sowohl kommunalpolitische Akteure als auch das Kuratorium des St.-Lucia-Hospitals angekündigt haben, sich gegen die Verlagerung einzusetzen.

Der Ausgang des Förderverfahrens beim Land wird dabei als ein zentraler Faktor gelten, da von der Bewilligung wesentliche Teile der Finanzierung des Neubaus abhängen dürften.

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