Geriatrische, Versorgung

Geriatrische Versorgung: GBA verlängert Übergangsfrist bis Ende 2028

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 20:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der GBA gewährt Kliniken mehr Zeit für geriatrische Standards; der Bundesverband Geriatrie fordert eine stärkere Rolle in Notfallzentren.
Ein leerer, modern gestalteter Krankenhausflur mit indirekter Beleuchtung und minimalistischer Architektur. Illustration mit AI erstellt.

Die stationäre Versorgung älterer Patientinnen und Patienten nach schweren Knochenbrüchen bleibt Gegenstand gesundheitspolitischer Weichenstellungen. Wie aus einem Bericht von aerzteblatt.de vom 29. Oktober 2026 hervorgeht, hat der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) die Übergangsregelung zur geriatrischen Versorgung von Betroffenen mit einer hüftgelenknahen Femurfraktur bis zum 31. Dezember 2028 verlängert.

Die Vorgaben zielen darauf ab, spezialisierte Behandlungsstandards flächendeckend zu verankern, räumen den Krankenhäusern für die strukturelle Umsetzung jedoch zusätzliche Zeit ein.

Vorgaben für Facharztkompetenz und konsiliarische Dienste

Die Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses schreibt vor, dass bei einem positiven geriatrischen Screening täglich ein Facharzt mit geriatrischer Kompetenz verfügbar sein muss. Um den Versorgungsstandorten die Anpassung an diese Vorgabe zu ermöglichen, bleibt die konsiliarische Einbindung bis zum 31. Dezember 2028 weiterhin zulässig.

Der Bundesausschuss begründete die Verlängerung um zwei Jahre damit, dass die überwiegende Mehrheit der Standorte die geforderte geriatrische Kompetenz bereits aufbauen konnte. Den noch verbleibenden Einrichtungen werde durch diesen Aufschub letztmalig die Möglichkeit gegeben, die notwendigen personellen und organisatorischen Voraussetzungen für die Erfüllung der Vorgaben zu schaffen.

Debatte um Notfallreform und Einbindung in Notfallzentren

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Parallel zur Ausgestaltung der Richtlinien wird über die systematische Einbindung der Altersmedizin in die klinischen Versorgungswege debattiert. Nach der Verabschiedung des Gesetzes zur Reform der Notfallversorgung durch den Deutschen Bundestag forderte der Bundesverband Geriatrie laut Berichten vom 29. Oktober 2026, geriatrische Kompetenz regelhaft in Integrierte Notfallzentren (INZ) einzubinden. Zudem verlangt der Verband, die Geriatrie gesetzlich als notfallmedizinisch relevante Fachabteilung festzuschreiben.

Verbandsgeschäftsführer Dirk van den Heuvel erklärte hierzu, dass der demografische Wandel zunehmend ein multimorbides, betagtes und hochbetagtes Klientel in die Notfallstrukturen bringe. Werde diese Gruppe nicht systematisch berücksichtigt, drohe die Reform innerhalb weniger Jahre von den realen Versorgungsanforderungen eingeholt zu werden.

Sollte an einem INZ-Standort keine eigenständige geriatrische Fachabteilung bestehen, fordert die Organisation mindestens telemedizinische oder telefonische Konsilien. Eigenständige Notfallstrukturen ausschließlich für Betagte und Hochbetagte lehnt der Verband hingegen ab und distanziert sich damit von Modellen, wie sie in der Kinder- und Jugendmedizin etabliert sind.

Kapazitätsausbau an regionalen Klinikstandorten

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Während auf Bundesebene über Übergangsfristen und Notfallstrukturen verhandelt wird, schaffen Kliniken vor Ort zusätzliche Kapazitäten für die Altersmedizin.

An der EUREGIO-KLINIK Nordhorn stehen zusätzliche Betten für die geriatrische Behandlung bereit. Nach Berichten vom 28. Oktober 2026 ist die umgebaute ehemalige Station 31 neben der Station 26 für Patientinnen und Patienten verfügbar; die zusätzlichen Betten können ab sofort belegt werden.

Zudem übernahmen Nils Brümleve und Dr. Berthold Ibershoff, die bereits zuvor als ärztliche Leiter fungierten, gemeinsam die chefärztliche Leitung der Klinik für Geriatrie und Neurogeriatrie. Das zugehörige Zentrum für Altersmedizin ging 2024 in Betrieb. Geschäftsführer Michael Kamp verwies in diesem Zusammenhang auf die anhaltend hohe Nachfrage nach entsprechenden Behandlungsplätzen.

Auch an weiteren Standorten entstehen angepasste Infrastrukturen für die wachsende Zahl älterer Erkrankter. Am Klinikum Görlitz dient ein bauliches Vorhaben laut einem Bericht des Geriatrienetzwerks Ostsachsen vom 29. Oktober 2026 dem Ziel, eine wohnortnahe und leicht erreichbare Versorgung älterer Menschen in der Region zu gewährleisten.

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