GesÀttigte Fette: CARBFUNC-Studie findet keinen Anstieg des Risikomarkers apoB
Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 07:09 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Rolle von Nahrungsfetten bei der Entstehung kardiovaskulĂ€rer Erkrankungen wird in der klinischen Forschung seit Jahren intensiv diskutiert. Im Mittelpunkt stehen dabei hĂ€ufig Biomarker wie Apolipoprotein B (apoB), die als verlĂ€ssliche Indikatoren fĂŒr das GefĂ€Ărisiko gelten.
Vor dem Hintergrund der Projektförderung durch die schwedische Organisation Kostfonden, die Trond Mohn Foundation, die UniversitĂ€t Bergen sowie das Haukeland University Hospital rĂŒcken die Befunde der norwegischen CARBFUNC-Studie verstĂ€rkt in den Blickpunkt der ErnĂ€hrungsmedizin.
Die am 24. Oktober 2026 im Fachjournal eBioMedicine aus der Lancet-Familie publizierte Untersuchung zeigt, dass eine deutliche Steigerung gesÀttigter Fette nicht zwangslÀufig mit einem Anstieg dieses zentralen Risikomarkers einhergeht.
Studiendesign und standardisierte ErnÀhrungsintervention
Die randomisierte CARBFUNC-Studie wurde an der UniversitĂ€t Bergen unter der Leitung von Professor Simon Dankel und Erstautorin Cathrine Loddervik durchgefĂŒhrt. An der ĂŒber eine Laufzeit von bis zu zwei Jahren angelegten Untersuchung nahmen 193 Erwachsene mit Adipositas aus der Region Bergen teil, die auf drei verschiedene DiĂ€tformen aufgeteilt wurden.
SĂ€mtliche ErnĂ€hrungsplĂ€ne basierten auf standardisierten Kalorienzahlen von rund 2.500 Kilokalorien fĂŒr MĂ€nner und 2.000 Kilokalorien fĂŒr Frauen. Der Anteil von Zucker an der Gesamtenergie wurde strikt auf 1 bis 2 Prozent begrenzt, wĂ€hrend die tĂ€gliche Proteinzufuhr ĂŒber alle DiĂ€ten hinweg identisch blieb und die Probanden jeweils 500 Gramm GemĂŒse pro Tag zu sich nahmen.
In der Low-Carb-Gruppe machten Kohlenhydrate weniger als 10 Prozent der Energie aus. Rund ein Drittel der Energiezufuhr entfiel hierbei auf gesĂ€ttigte Fette, womit der ĂŒblicherweise empfohlene Wert von unter einem Zehntel der tĂ€glichen Gesamtenergie um mehr als das Doppelte ĂŒbertroffen wurde.
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Differenzierte VerÀnderungen der Lipidparameter
Trotz dieser massiv erhöhten Fettzufuhr wiesen die Forscher der UniversitÀt Bergen keinen Anstieg des kardiovaskulÀren Risikoproteins apoB nach; die Werte blieben im Verlauf der Studie unverÀndert. Simon Dankel betonte, dass die Untersuchung veranschauliche, wie der Organismus reagiere, wenn Kohlenhydrate gezielt durch Fett als primÀre Energiequelle ersetzt werden.
Hinsichtlich der Lipidprofile ergaben sich vielschichtige VerĂ€nderungen. Das LDL-Cholesterin stieg bei den Teilnehmenden zwar um 5 bis 10 Prozent an, was laut den Auswertungen jedoch ĂŒberwiegend auf eine Zunahme gröĂerer LDL-Partikel zurĂŒckging.
Parallel dazu sanken die Triglyceridwerte um 20 bis 35 Prozent, wĂ€hrend das HDL-Cholesterin um 5 bis 18 Prozent anstieg. Computertomografische Aufnahmen der Koronararterien, die zu Beginn der Studie sowie nach 12 Monaten durchgefĂŒhrt wurden, zeigten bezĂŒglich der GefĂ€Ăkalzifizierung zudem keinen Unterschied zwischen den Gruppen.
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