GesÀttigte Fette ersetzen: Pflanzenöle senken das Sterberisiko um bis zu 27 Prozent
Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 08:01 Uhr | Redaktion boerse-global.deEine wissenschaftliche Stellungnahme des American College of Cardiology (ACC) im Fachjournal JACC bestÀtigt den hohen Nutzen strukturierter ErnÀhrungsmuster zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Die Fachgesellschaft hebt hervor, dass insbesondere die mediterrane Kost sowie die DASH-DiÀt das kardiovaskulÀre Risiko signifikant verringern können. Im Zentrum der Empfehlungen steht die GesamternÀhrungsqualitÀt eines Menschen anstelle der isolierten Betrachtung einzelner NÀhrstoffe.
QualitÀt des gesamten ErnÀhrungsmusters im Fokus
Laut der Stellungnahme des ACC sollten vorrangig minimal verarbeitete pflanzliche Lebensmittel sowie gesunde Fette und Proteinquellen konsumiert werden. Zu begrenzen seien hingegen raffinierte StÀrke, Zucker, Natrium, ungesunde Fette und hochverarbeitete Erzeugnisse. Der Vorsitzende des ACC-Komitees, Frank B. Hu von der UniversitÀt Harvard, unterstrich, dass es auf die GesamtqualitÀt der ErnÀhrung ankomme.
Bei der FlĂŒssigkeitszufuhr empfiehlt das ACC, Wasser und ungesĂŒĂten GetrĂ€nken den Vorzug zu geben und Alkohol zu meiden. Ein mĂ€Ăiger Konsum von Kaffee und Tee gilt laut den Kardiologen als vertretbar. Nach Angaben des Komitees wird ein Kaffeekonsum von 2 bis 5 Tassen pro Tag mit einem geringeren Risiko fĂŒr Typ-2-Diabetes, Herzkrankheiten, SchlaganfĂ€lle sowie Herzinsuffizienz in Verbindung gebracht.
Zudem differenziert das ACC bei der Verarbeitung von Lebensmitteln: Nicht jeder Verarbeitungsschritt sei per se nachteilig. Bestimmte verarbeitete Optionen wie TiefkĂŒhlgemĂŒse, ungesalzene Bohnen, angereicherte Cerealien und pasteurisierte Milch werden ausdrĂŒcklich als nĂŒtzliche Bestandteile einer ausgewogenen ErnĂ€hrung genannt.
Evidenz zu Fetten und Natriumreduktion
Die Muster der Mittelmeer- sowie der DASH-DiÀt stuft das ACC als fundiert evidenzbasiert ein. Das DASH-Konzept zeichne sich besonders durch seinen geringen Natriumgehalt aus, da eine gezielte Natriumreduktion den Blutdruck wirksam senkt.
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Gleichzeitig wirft die Stellungnahme des ACC-Komitees kritische Fragen zu den US-ErnĂ€hrungsrichtlinien 2025â2030 auf, die Butter und Rindertalg als gesunde Fette auffĂŒhren und drei Portionen Vollfett-Milchprodukte tĂ€glich anraten. Diese Vorgaben seien laut dem Komitee nicht vollstĂ€ndig evidenzkonform.
Wissenschaftliche Daten zeigen nach Angaben des Komitees, dass der Ersatz gesĂ€ttigter Fette durch mehrfach ungesĂ€ttigte Fette aus Pflanzenölen, NĂŒssen, Samen und Fisch das LDL-Cholesterin sowie das Risiko fĂŒr koronare Herzkrankheiten senkt.
Ein Austausch gegen raffinierte StÀrke oder Zucker erziele diesen Effekt nicht. In Beobachtungsstudien war der Ersatz von 5 Prozent der tÀglichen Kalorien aus gesÀttigten Fetten durch mehrfach ungesÀttigte Fette mit einem um 19 bis 27 Prozent geringeren Gesamtsterberisiko verbunden.
In den USA liegt die durchschnittliche Natriumaufnahme laut dem Komitee bei ĂŒber 3.400 Milligramm pro Tag, wĂ€hrend maximal 2.300 Milligramm empfohlen werden. Diesen Richtwert ĂŒberschreiten 95,8 Prozent der MĂ€nner und 77,8 Prozent der Frauen.
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Zudem erreichen lediglich 6 Prozent der US-BĂŒrger die empfohlene Ballaststoffmenge von 25 Gramm tĂ€glich fĂŒr Frauen und 38 Gramm tĂ€glich fĂŒr MĂ€nner im Alter von 19 bis 50 Jahren.
Rahmenbedingungen, Medikamente und medizinische Versorgung
Das ACC betont darĂŒber hinaus die Rolle der ErnĂ€hrungssicherheit. Diese mĂŒsse in vier wesentlichen Dimensionen betrachtet werden: VerfĂŒgbarkeit, Bezahlbarkeit, Zugang und Nutzung. Soziale Determinanten wie Einkommen, Transportmöglichkeiten, Wohnsituation und Arbeitszeiten beeinflussen das ErnĂ€hrungsverhalten maĂgeblich. Programme nach dem Ansatz âFood is Medicineâ können die Versorgungs- und ErnĂ€hrungsqualitĂ€t gezielt verbessern.
Auch im Kontext moderner medikamentöser Therapien verliert die Lebensmittelauswahl nicht an Relevanz: Zwar können GLP-1-Agonisten das Körpergewicht und kardiovaskulÀre Risiken reduzieren, eine nÀhrstoffreiche ErnÀhrung mit ausreichend Protein, Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralien bleibt laut der ACC-Stellungnahme dennoch essenziell.
FĂŒr den Bereich der klinischen Versorgung bestĂ€tigte das ACC gemeinsam mit der American Heart Association im JACC zudem die fortlaufende GĂŒltigkeit der Leitlinie von 2024 zur perioperativen kardiovaskulĂ€ren Versorgung bei nichtkardialen chirurgischen Eingriffen.
