Gewichtsreduktion: 22% weniger Krebsrisiko bei Frauen nachgewiesen
27.05.2026 - 21:32:10 | boerse-global.deDer Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittel-Agentur gab am Montag eine positive Zulassungsempfehlung für Semaglutid in Tablettenform. Das Novo-Nordisk-Präparat mit 25 Milligramm ist die erste orale GLP-1-Therapie zur Gewichtsreduktion bei Erwachsenen mit Adipositas.
Die Empfehlung basiert auf einer Phase-III-Studie mit 307 Teilnehmern über 64 Wochen. Unter Semaglutid verloren die Probanden im Schnitt 13,6 Prozent ihres Gewichts – in der Placebogruppe waren es nur 2,2 Prozent. 76,3 Prozent der Behandelten erreichten eine Reduktion von mindestens fünf Prozent.
Warum fühlen Sie sich ständig müde und haben Schmerzen? Stille Entzündungen könnten der Grund sein, warum Diäten scheitern und der Stoffwechsel stagniert. Ein kostenloser Selbsttest verrät, ob Ihr Körper unter Entzündungen leidet und wie Sie mit 12 natürlichen Entzündungs-Killern gegensteuern. Jetzt kostenlosen Ratgeber zur antientzündlichen Ernährung sichern
Die Einnahme erfordert strikte Disziplin: einmal täglich auf nüchternen Magen, nach mindestens acht Stunden Fasten. Vor dem Essen oder anderen Medikamenten müssen 30 Minuten vergehen. Häufigste Nebenwirkungen waren gastrointestinale Beschwerden.
Das Mikrobiom als Stoffwechselzentrale
Parallel zu den pharmazeutischen Entwicklungen rückt die Darmflora in den Fokus. Der Ratgeber „Der Mikrobiom-Code“ von Mara Kane, erschienen Ende Mai, thematisiert sie als zentralen Faktor für Energie, Stimmung und Gewichtskontrolle – besonders für die Generation 50plus.
Eine Studie des Fritz-Lipmann-Instituts in Jena, veröffentlicht am 20. Mai in „PLoS Biology“, untermauert die Relevanz: Ein alterndes Immunsystem verliert zunehmend die Fähigkeit, die Stabilität des Mikrobioms zu überwachen. Die Folge ist eine Dysbiose – ein Ungleichgewicht der Darmbakterien – die chronische Entzündungsprozesse begünstigt, bekannt als „Inflammaging“.
Aktuelle Berichte untersuchen zudem die Rolle spezifischer Darmkeime bei der Vermeidung des Jojo-Effekts. Ein Nahrungsergänzungsmittel auf Basis eines bestimmten Bakteriums soll nach erfolgreicher Gewichtsabnahme eine erneute Zunahme verhindern. Fachleute mahnen jedoch zur Vorsicht: Weitere Validierungen seien nötig.
Ballaststoffe und grüner Tee als Basis
Trotz medizinischer Fortschritte bleiben grundlegende Ernährungsfaktoren essenziell. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt mindestens 30 Gramm Ballaststoffe täglich – Frauen nehmen im Schnitt nur 18 Gramm zu sich, Männer 19 Gramm. Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Obst und Gemüse gelten ab 45 als entscheidend, um das Mikrobiom aktiv zu halten.
Grüner Tee kann den Stoffwechsel leicht stimulieren. Die Kombination aus Koffein und Catechinen steigert den Kalorienverbrauch um drei bis vier Prozent – etwa 60 bis 80 Kalorien pro Tag. Experten empfehlen zwei bis vier Tassen, idealerweise 30 Minuten vor den Mahlzeiten. Ein Ersatz für pharmazeutische Therapien sei das aber nicht.
Am 25. Mai startete das Unternehmen ODYSS ein globales Programm für das KI-gestützte Wearable N1. Das System soll mittels multimodaler Sensorik ein automatisiertes Ernährungsmanagement ermöglichen.
Was haben Gelenkschmerzen, Blutzuckerspitzen und ständige Müdigkeit gemeinsam? Die überraschende Antwort liegt oft in der Ernährung, die einen entscheidenden Einfluss auf chronische Beschwerden und den Stoffwechsel hat. Entdecken Sie die 9 goldenen Ernährungsregeln im Gratis-PDF
Krebsrisiko und Autoimmunprozesse
Die Tragweite eines erfolgreichen Gewichtsmanagements reicht weit über Ästhetik hinaus. Langzeitdaten der „Swedish Obese Subjects“-Studie der Universität Göteborg zeigen: Eine signifikante Gewichtsreduktion – etwa durch bariatrische Eingriffe – senkt das allgemeine Krebsrisiko bei Frauen um 22 Prozent. Bei frauenspezifischen Tumoren sind es sogar 40 Prozent. Besonders profitierten Teilnehmerinnen mit hohen Insulinwerten oder der FTO-Variante rs9939609 – ihr Brustkrebsrisiko sank um 64 Prozent.
Neue Erkenntnisse der Keio University in Tokio, veröffentlicht am 26. Mai in „Science Immunology“, zeigen die enge Verbindung zwischen Darmprozessen und systemischen Erkrankungen. Darmepithelzellen von Patienten mit Multipler Sklerose weisen eine verstärkte Antigenpräsentation auf. Das fördert pathogene TH17-Zellen, die vom Darm bis ins Rückenmark wandern und dort Entzündungen vorantreiben.
Plateau-Effekt: Neue Erklärungsansätze
Ein verbleibendes Problem bei GLP-1-Therapien ist der Plateau-Effekt – die Gewichtsabnahme stagniert nach einiger Zeit. Eine Studie der National Institutes of Health, veröffentlicht am 26. Mai, liefert neue Erklärungen. Die Wirkung von Semaglutid hängt demnach maßgeblich von einer Erhöhung des Botenstoffs cAMP in bestimmten Neuronen der Area postrema ab. Da die Reaktion zwischen einzelnen Neuronen variiert, könnten PDE4-Hemmer wie Roflumilast künftig helfen, den Plateau-Effekt zu überwinden.
Zukünftige Behandlungsstrategien werden voraussichtlich noch stärker auf die individuelle Beschaffenheit des Mikrobioms und die spezifischen immunologischen Alterungsprozesse abgestimmt.
So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!
Für. Immer. Kostenlos.
