Gewichtsverlust, Schnelles

Gewichtsverlust: Schnelles Abnehmen schlÀgt langsam in neuer Studie

25.06.2026 - 22:13:41 | boerse-global.de

Eine norwegische Studie zeigt: Schnelles Abnehmen ist langfristig effektiver und beugt dem Jo-Jo-Effekt vor.

Schnell abnehmen: Neue Studie widerlegt alte Lehrmeinung
Gewichtsverlust - Ein stilisiertes, leuchtendes Stoffwechsel-Diagramm ĂŒber einem Teller mit gesunden Lebensmitteln, umgeben von digitalen Daten. 25.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Eine aktuelle Studie stellt diese Lehrmeinung nun infrage.

Der Stoffwechsel macht mit

Auf dem EuropĂ€ischen Kongress fĂŒr Adipositas im Mai in Istanbul prĂ€sentierte ein norwegisches Forschungsteam ĂŒberraschende Daten. 284 Erwachsene mit Adipositas nahmen an der Untersuchung teil. Eine Gruppe reduzierte die Kalorienzufuhr drastisch auf unter 1.000 Kilokalorien tĂ€glich – und verlor nach vier Monaten rund 13 Prozent ihres Ausgangsgewichts. Die Vergleichsgruppe mit moderater Reduktion (ca. 1.400 kcal) kam auf 8 Prozent.

Der Clou: Nach einem Jahr lag die Schnell-Abnehm-Gruppe mit 14,4 Prozent Gewichtsverlust immer noch vorn. Die langsame Gruppe hielt 10,5 Prozent. Ein verstÀrkter Jo-Jo-Effekt? Fehlanzeige.

„Die Ergebnisse sind bedeutsam fĂŒr die kĂŒnftige Behandlungspraxis“, sagt Dr. Marie Spreckley von der University of Cambridge.

Proteine als Gamechanger

Doch nicht nur das Tempo zĂ€hlt. Die Forschung rĂŒckt zunehmend die MakronĂ€hrstoffverteilung in den Fokus. Dr. Chris Macdonald von der University of Cambridge argumentiert in einem Fachbeitrag vom FrĂŒhjahr 2026: Eine höhere Eiweißzufuhr sei besonders fĂŒr aktive Menschen und Ältere vorteilhaft – und der Bedarf lasse sich auch pflanzlich decken.

Der ErnĂ€hrungswissenschaftler Martijn Redegeld empfiehlt aus dem Leistungssport kommend rund 2 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht. Kohlenhydrate und Proteine seien entscheidend fĂŒr die Regeneration.

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Parallel dazu untersucht die Biotechnologie spezifische Metaboliten. Urolithin B – ein Darmmetabolit aus EllagsĂ€ure – könnte Betazellen schĂŒtzen und oxidativen Stress bekĂ€mpfen. Das hĂ€tte Relevanz fĂŒr die PrĂ€vention von Typ-2-Diabetes.

Medikamente sind keine Lifestyle-Produkte

Trotz aller neuen Trends: Die Mediziner bremsen die Euphorie. Dr. Thomas Mansfeld vom Asklepios Westklinikum Hamburg betont im Juni 2026: Moderne GLP-1-Wirkstoffe sind verschreibungspflichtige Medikamente, keine Lifestyle-Produkte. Nach dem Absetzen droht hÀufig eine erneute Gewichtszunahme.

Bei schwerer Adipositas bleibt die Operation das wirksamste evidenzbasierte Verfahren. Neue AnsÀtze wie Cagrilintid, ein Amylin-Analogon zur Appetitkontrolle, befinden sich noch in der Erprobung.

Ein oft ĂŒbersehener Faktor: die Leber. Studien im Journal of Hepatology zeigen: Eine Fettleber blockiert die Abnahme nicht direkt, geht aber hĂ€ufig mit Insulinresistenz einher. Die Folge: Hohe Insulinwerte begĂŒnstigen die Fettspeicherung. Schon 5 Prozent Gewichtsreduktion können das Leberfett signifikant senken.

Mehr als nur Kalorien zÀhlen

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In Hamburg setzen regionale Beratungsangebote seit Juni 2026 verstĂ€rkt auf mentale UnterstĂŒtzung. Hypnose als ergĂ€nzende Maßnahme soll helfen, Gewohnheiten nachhaltig zu verĂ€ndern.

Dass langfristiger Erfolg auf einer Kombination aus verschiedenen Disziplinen beruht, zeigen individuelle VerlĂ€ufe. YouTuberin Hanna Kim hielt ĂŒber drei Jahre eine Reduktion um 10 Kilogramm – durch Krafttraining und bewusste vegetarische ErnĂ€hrung. Schauspielerin Ronja Forcher verlor innerhalb von zwei Jahren 14 Kilogramm, setzte auf CrossFit und regelmĂ€ĂŸige SaunagĂ€nge. Auf Abnehmspritzen verzichtete sie bewusst.

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