Gewichtszunahme, Frauen

Gewichtszunahme ab 40: 3000 Frauen nehmen jÀhrlich 700 Gramm zu

Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 15:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Weniger Muskelmasse, Bewegung und hormonelle VerĂ€nderungen prĂ€gen die Gewichtsentwicklung; Krafttraining und Eiweißzufuhr unterstĂŒtzen den Muskelerhalt.
Frisches GemĂŒse auf einer HolzkĂŒchenoberflĂ€che mit natĂŒrlichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

In der Debatte um wirksame Wege zur Gewichtsregulierung und Stoffwechselgesundheit rĂŒcken wissenschaftliche Erkenntnisse zunehmend in den Fokus. Der als ErnĂ€hrungs-Doc bekannte Mediziner Dr. Matthias Riedl warnt vor veralteten GlaubenssĂ€tzen in der ErnĂ€hrungsmedizin sowie vor dem unbedachten Einsatz der sogenannten Abnehmspritze. Das Wissen der Disziplin unterliege einer stetigen Erneuerung.

Die Halbwertszeit medizinischen Wissens

Laut einem Bericht vom 25.10.2026 verweist Dr. Matthias Riedl darauf, dass die Medizin eine Halbwertszeit von fĂŒnf Jahren aufweise. Dies bedeute, dass nach fĂŒnf Jahren im Schnitt nur noch die HĂ€lfte des bisherigen Wissens zutreffe, was ausdrĂŒcklich auch fĂŒr die ErnĂ€hrungsmedizin gelte.

In der 44-minĂŒtigen Podcast-Folge 108 thematisiert der Arzt die grĂ¶ĂŸten IrrtĂŒmer dieses Fachbereichs. Zu den besonders populĂ€ren Fehlannahmen zĂ€hle der ĂŒberholte Glaubenssatz, wonach Nahrungsfett automatisch fett mache.

VerÀnderte Stoffwechselbedingungen in der Lebensmitte

Dass die Regulierung des Körpergewichts mit fortschreitendem Alter komplexer wird, belegen auch wissenschaftliche Erhebungen. Laut einem Bericht vom 25.10.2026 zeigt eine Langzeitstudie mit 3000 Frauen im Alter von 42 bis 52 Jahren, dass Frauen in der Lebensmitte im Durchschnitt 700 Gramm pro Jahr zunehmen.

Wie unter Verweis auf die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet wurde, stellen viele Frauen rund um die Wechseljahre eine Gewichtszunahme fest, die sich vor allem am Bauch bemerkbar macht – selbst dann, wenn sie nicht mehr Kalorien aufnehmen als zuvor.

Der Endokrinologe Tim Hollstein ordnet die physiologischen ZusammenhĂ€nge ein: Ein tĂ€gliches Kalorienplus von rund 15 Kilokalorien pro Tag entspreche rechnerisch lediglich etwa drei Kirschen. FĂŒr die Gewichtszunahme sei jedoch kein abrupter Stoffwechsel-Crash mit 40 verantwortlich.

Die Ursachen lĂ€gen vielmehr in einer sinkenden Muskelmasse, weniger Alltagsbewegung (NEAT) sowie einer hormonellen Umstellung. Die Wechseljahre treten laut Hollstein meist im Alter von 51 oder 52 Jahren auf. In dieser Phase steige die Fettmasse, die Muskelmasse gehe zurĂŒck und Fettgewebe lagere sich bevorzugt im Bauchraum an.

Zur Gegensteuerung benennt Hollstein vier Routinen: mehr Bewegung im Alltag, zweimal wöchentliches Krafttraining, den Verzehr unverarbeiteter Lebensmittel wie GemĂŒse, HĂŒlsenfrĂŒchte, Vollkorn und Eiweiß sowie regelmĂ€ĂŸige KĂ€ltereize. Erste kleine Studien deuten in diesem Zusammenhang auf eine gesteigerte AktivitĂ€t des braunen Fettgewebes hin.

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Gefahren durch viszerales Fettgewebe

Dem verĂ€nderten Fettverteilungsmuster kommt eine erhebliche gesundheitliche Bedeutung zu. WĂ€hrend subkutanes Fett direkt unter der Haut als WĂ€rmeisolator und Energiespeicher fungiert, lagert sich viszerales Fett um die inneren Organe an. Diese Fettform erhöht das Risiko fĂŒr Typ-2-Diabetes und Herzerkrankungen.

Durch hormonelle VerĂ€nderungen speichert der Körper im Alter vermehrt Fett im Bauchbereich. Dieses viszerale Gewebe lĂ€sst sich weder gezielt wegtrainieren noch durch DiĂ€ten allein reduzieren; als wirksam gelten dauerhafte LebensstilĂ€nderungen, ausgewogene ErnĂ€hrung und regelmĂ€ĂŸige Bewegung.

Die Endokrinologin Antonina Khodashinskaya betont laut einem Bericht vom 24.10.2026, dass Stoffwechselstörungen hĂ€ufig nach dem 40. Lebensjahr entstehen und oft ĂŒber lĂ€ngere Zeit unbemerkt bleiben.

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Selbst ein bestehendes Normalgewicht schließe viszerales Fett oder erhöhte Cholesterinwerte nicht aus. Khodashinskaya rĂ€t Menschen ĂŒber 40 daher, auch bei scheinbar guter Gesundheit Werte wie Blutglukose, Blutdruck und den Taillenumfang kontrollieren zu lassen.

Ein vergrĂ¶ĂŸerter Taillenumfang könne auf viszerales Fett sowie eine verringerte Insulinempfindlichkeit hindeuten. Sie empfiehlt tĂ€gliche Bewegung, den Erhalt der Muskulatur, ausreichend Schlaf sowie den Verzicht auf verarbeitete Produkte und zugesetzten Zucker bei gleichzeitiger Reduktion von Salz und gesĂ€ttigten Fetten.

Auch die ErnĂ€hrungsexpertin Amy Shapiro unterstreicht laut einem Bericht vom 25.10.2026 die Bedeutung des Muskelerhalts. Da die Muskelmasse ab der Lebensmitte auf natĂŒrliche Weise abnehme, verlangsame sich der Stoffwechsel. Die Zufuhr von Proteinen bei jeder Mahlzeit zĂ€hle zu den wirksamsten Gegenmaßnahmen, da Eiweiß die Verdauung verlangsame und Blutzuckerspitzen vermeide.

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