Gewürzreport: Ingwer steigt mit 7,3 Prozent auf Platz drei der Neuentdeckungen
Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 23:54 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer Wandel der Kochgewohnheiten spiegelt sich zunehmend in den Gewürzregalen wider. Wie der Gewürzreport 2026 des Herstellers Kotányi zeigt, verzeichnet insbesondere Ingwer einen deutlichen Zuwachs in der Gunst der Konsumenten.
In der Erhebung, die vom Marktforschungsinstitut Marketagent im Juli und August 2026 unter 505 Personen zwischen 18 und 69 Jahren in Österreich durchgeführt wurde und laut Studienangaben repräsentativ ist, bezeichneten 7,3% der Befragten die Knolle als ihre persönliche Neuentdeckung des Jahres. Damit kletterte Ingwer im Vergleich zur früheren Platzierung von Rang 8 auf Platz 3. Anlass der Berichterstattung über die Erhebung ist der Welttag der Gewürze.
Neuentdeckungen und traditionelle Vorlieben
An der Spitze der Neuentdeckungen liegt Curcuma mit 9,7%, gefolgt von italienischen Kräutern mit 8,9%. Ingwer teilt sich den dritten Platz mit 7,3% exakt mit den Kräutern der Provence. Trotz der Neugier auf neue Nuancen bleibt die Grundhaltung vieler Verbraucher beständig: 40,4% der Befragten greifen bevorzugt zu ihren vertrauten Lieblingsgewürzen, während 23,8% gerne Neues ausprobieren.
Bei den geschmacklichen Vorlieben stehen neu interpretierte österreichische Klassiker mit 29,9% an erster Stelle des Interesses. Dicht dahinter folgen scharf-pikante Aromen mit 27,9% sowie würzig-rauchige Noten, für die sich 27,3% der Befragten aussprechen.
Erwartungen an die Küche der Zukunft
Der Report beleuchtet zugleich die langfristigen Vorstellungen vom Kochen. Für 50,5% der Befragten zeichnet sich die Küche der Zukunft vor allem durch gesundheitsbewusstes Kochen aus. 47,5% verbinden damit Regionalität und Saisonalität, während 45,5% den Fokus auf schnelle Gerichte legen.
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Auch digitale Hilfsmittel halten Einzug in die Zubereitung: 10,1% der Befragten nutzen inzwischen KI-Tools wie ChatGPT als Inspiration für Rezepte. Dieser Trend zeigt sich der Erhebung zufolge vor allem in der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen.
Herausforderungen beim heimischen Ingwer-Anbau
Passend zum Wunsch nach mehr Regionalität gewinnt die lokale Erzeugung von Gewürzpflanzen an Bedeutung, bleibt jedoch eine gärtnerische Nische. Seit Anfang Oktober 2026 verkaufen Billa und Billa Plus wieder österreichischen Ingwer aus dem burgenländischen Seewinkel unter der Eigenmarke „Da komm' ich her!“.
Der Anbau geht auf eine Initiative von LGV Sonnengemüse zurück, die seit über zehn Jahren besteht. Die Aussaat erfolgt in jedem Frühling, die Ernte schließlich im Oktober.
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Wie LGV-Präsident Josef Peck erläuterte, sei die Kultivierung sehr anspruchsvoll. Die Erträge variieren demnach stark, da die dafür notwendigen Bodentemperaturen nicht immer erreicht werden.
Im Vergleich zu Importware bewege sich die heimische Erntemenge auf einem sehr geringen Niveau. Das regionale Produkt zeichne sich durch eine weiße Färbung mit rötlicher Tönung am Stiel, ein intensives Aroma und eine angenehme Schärfe aus.
Neben dem Seewinkel gibt es weitere Anbauversuche: In Altlichtenwarth im Bezirk Mistelbach baut Florian Woditschka seit sechs Jahren Ingwer an und erzielt dabei eine Jahresmenge von rund 150 bis 200 Kilogramm.
