Ghost-Pairing, WhatsApp

Ghost-Pairing bei WhatsApp: Betrüger erbeuten über 3.000 Euro

Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 11:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ein US-Bürger löschte per Notfall-Code sein Smartphone bei einer Zollkontrolle. Ihm drohen nun bis zu fünf Jahre Haft wegen Beweismittelvernichtung.

Smartphone-Datenlöschung am Zoll: US-Bürger vor Gericht
Ein Smartphone mit einem digitalen Schloss-Symbol auf dem Display als Symbol für mobile Sicherheit und Verschlüsselung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein US-Bürger löschte bei einer Zollkontrolle per Notfall-Code die Daten auf seinem Smartphone. Jetzt drohen ihm bis zu fünf Jahre Haft.

Der Fall aus Atlanta

Der Vorfall am Flughafen von Atlanta zeigt eine rechtliche Grauzone. Als Zollbeamte das Gerät des Mannes nach belastendem Material durchsuchen wollten, gab er einen speziellen Notfall-Code ein – und löschte damit alle Daten.

Der Mann hatte sich zuvor gegen ein Polizeitrainingsgelände engagiert. Nun muss er sich wegen Vernichtung von Beweismitteln vor Gericht verantworten. Juristen argumentieren, die Durchsuchung sei unrechtmäßig und politisch motiviert gewesen.

Der Fall könnte Präzedenzfall schaffen: Wann dürfen Nutzer Sicherheitsfunktionen nutzen, die für Zwangssituationen entwickelt wurden?

„Ghost Pairing“: Neue Masche bei WhatsApp

Sicherheitsbehörden warnen vor einer wachsenden Betrugswelle. Bei der „Ghost-Pairing“-Masche verschicken Täter gefälschte Links zu Umfragen oder Abstimmungen. Ziel ist es, Verifizierungscodes zu ergaunern oder Opfer zum Scannen von QR-Codes zu bewegen.

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Einmal autorisiert, übernehmen die Betrüger die vollständige Kontrolle über das Konto. Die Polizei in Rostock und Villingen meldete mehrere Fälle mit teils hohen Schäden. Ein Betroffener verlor over 3.000 Euro, nachdem Täter in seinem Namen Kontakte um Geld für angebliche medizinische Notfälle baten.

Experten raten zur Aktivierung der Zwei-Schritt-Verifizierung und zur regelmäßigen Überprüfung verknüpfter Geräte. Bereits Anfang des Jahres hatte das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) vor dieser Methode gewarnt.

Passkeys: Der neue Sicherheitsstandard

Die britische Cybersicherheitsbehörde NCSC stuft Passkeys als derzeit sicherste Authentifizierungsmethode ein. Sie basieren auf Public-Key-Kryptografie und sind resistent gegen Phishing – denn kein Geheimnis wird übertragen, das abgefangen werden könnte.

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Große Plattformen wie Apple (ab iOS 16), Google (ab Android 10) und Microsoft unterstützen die Technologie bereits. Auch das britische Portal GOV.UK setzt auf Passkeys in Kombination mit biometrischen Merkmalen wie Gesichtserkennung oder Fingerabdrücken. Branchenanalysten sehen darin zudem eine Vorbereitung auf künftige Herausforderungen durch Quantencomputer.

Alltagssicherheit: Von der ePA bis zum Systemstart

Seit dem Frühjahr 2025 ist die elektronische Patientenakte (ePA) bundesweit verfügbar. Ihre Nutzung erfordert einen mehrstufigen Prozess mit Versichertennummern und Identifikationscodes.

Auch klassische Sicherungen bleiben relevant: Die achtstellige PUK für SIM-Karten wird benötigt, wenn die PIN mehrfach falsch eingegeben wurde. Nach zehn fehlerhaften PUK-Eingaben sperrt sich die SIM-Karte dauerhaft.

Parallel treibt Microsoft die Aktualisierung von Secure-Boot-Zertifikaten voran. Der mehrphasige Prozess im Jahr 2026 soll sicherstellen, dass nur vertrauenswürdige Software beim Hochfahren geladen wird. Für ältere Hardwaremodelle bestimmter Hersteller stehen die Updates jedoch teilweise nicht mehr zur Verfügung.

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