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GitHub Copilot: Microsoft wechselt zu Token-Abrechnung ab Juni

01.06.2026 - 14:09:39 | boerse-global.de

Microsoft stellt GitHub Copilot auf Token-Abrechnung um. Vielnutzer berichten von drastisch gestiegenen Kosten, während die Super-App für 2026 geplant ist.

GitHub Copilot: Microsoft wechselt zu Token-Abrechnung ab Juni - Bild: über boerse-global.de
GitHub Copilot: Microsoft wechselt zu Token-Abrechnung ab Juni - Bild: über boerse-global.de

Der Wechsel trifft Vielnutzer hart – Kosten steigen für einige Entwickler drastisch.

Seit dem 1. Juni 2026 gilt für GitHub Copilot ein neues Abrechnungsmodell: Statt einer Flatrate zahlen Entwickler nun pro verbrauchtem Token. Microsoft folgt damit dem Vorbild von Wettbewerbern wie Anthropics Claude Code – und sorgt in der Entwickler-Community für hitzige Diskussionen.

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Kostenexplosion für Power-User

Die Umstellung auf den verbrauchsbasierten Tarif trifft vor allem Vielnutzer empfindlich. Während Privatkunden KI-Guthaben in Höhe ihres bisherigen Abopreises erhalten, arbeiten Firmenkonten künftig mit teamweiten Budgets und Ausgabenkontrollen.

Erste Berichte aus der Entwickler-Community zeichnen ein klares Bild: Ein Nutzer berichtete von einem Anstieg seiner monatlichen Kosten von 29 auf rund 750 Euro. Ein anderer sah seine Rechnung von 50 auf etwa 3.000 Euro steigen. Branchenbeobachter relativieren: Diese Sprünge betreffen vor allem extreme Power-User. Kritiker werfen Microsoft jedoch vor, die intensive Nutzung des Tools jahrelang aktiv beworben zu haben – und nun die Rechnung zu präsentieren.

Trotz der Preisänderungen bleibt Copilot ein Erfolg: Im Januar 2026 zählte Microsoft 4,7 Millionen zahlende Abonnenten – ein Plus von 75 Prozent im Jahresvergleich.

Die „Super App" für alle Copilot-Dienste

Microsoft arbeitet unter dem Codenamen „Delivering one Copilot" an einer einheitlichen Plattform für seine zersplitterten KI-Angebote. Das Projekt unter der Leitung von Jacob Andreou soll Dienste wie GitHub Copilot, Copilot Chat, Copilot Cowork und Autopilot in einer einzigen Oberfläche zusammenführen.

Ein durchgesickertes Konzept zeigt: Die App soll einen Schalter zum Wechsel zwischen privaten und Unternehmensprofilen enthalten. Zudem ist ein neuer autonomer Agent namens „Scout" geplant. Die Ende Mai eingeführte Neugestaltung von Microsoft 365 Copilot deutet bereits auf den minimalistischen, textzentrierten Look hin. Der vollständige Start der Super App wird für Ende Sommer 2026 erwartet.

Enterprise-Klasse mit autonomen Agenten

Microsoft hat sein Angebot für Großkunden deutlich ausgebaut. Seit dem 1. Mai 2026 ist die Microsoft 365 E7 „Frontier Suite" verfügbar – für 99 Euro pro Nutzer und Monat. Herzstück ist die Agent 365-Plattform zur Steuerung autonomer KI-Agenten, die seit dem 13. Mai in Copilot Studio allgemein verfügbar sind.

Diese Agenten können komplexe Arbeitsabläufe übernehmen – etwa Kundenfeedback aus Formularen analysieren und automatisch die zuständigen Teams benachrichtigen. Zur Vertrauensbildung hat Microsoft 365 Copilot im März 2026 erfolgreich das ISO-42001-Audit bestanden. Die Zertifizierung deckt nun auch Copilot Studio ab und erlaubt Administratoren, den Zugriff auf verschiedene Modelle zu steuern – inklusive Anthropic-Modellen oder GPT-4o als Fallback.

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Marktposition: ChatGPT bleibt dominant

Trotz der rasanten Expansion kämpft Microsoft um Marktanteile. Ein aktueller DeskTime-Report zeigt: Copilot kommt in Büroumgebungen auf gerade einmal ein Prozent der KI-Nutzungszeit. ChatGPT dominiert mit 74,71 Prozent – ein Rückgang von 99,91 Prozent im Jahr 2023. Google Gemini hat sich auf 14,38 Prozent gesteigert.

Besonders ernüchternd: Nur fünf Prozent der 450 Millionen Microsoft-365-Nutzer zahlen derzeit für erweiterte KI-Funktionen. Während Microsoft KI aggressiv in seine Produktivitäts-Apps integriert, wächst die Konkurrenz aus dem Inland. Anfang Juni brachte KDDI China eine lokale Copilot-Variante auf den Markt, die Daten innerhalb nationaler Grenzen verarbeitet – eine Reaktion auf strenge Compliance-Vorgaben.

Die globale Regulierungslandschaft bleibt angespannt. Behörden wie die FTC prüfen weiterhin die Bündelungspraktiken großer KI-Entwickler.

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