GKV-Krise, Milliarden

GKV-Krise: 19 Milliarden Euro Loch droht 2027

17.06.2026 - 01:41:55 | boerse-global.de

Der GKV droht bis 2027 ein Milliardenloch. Krankenkassen setzen daher verstÀrkt auf Prozessautomatisierung und IT-FachkrÀfte.

GKV vor Finanzkrise: Digitalisierung als Rettungsanker
GKV-Krise - Eine Hand tippt auf einem Tablet, das ĂŒber digitale Finanzdaten und Prozessdiagramme in einem modernen BĂŒroumfeld schwebt. 17.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Ohne Reformen droht 2027 eine DeckungslĂŒcke von 19 Milliarden Euro. Digitalisierung und Automatisierung sollen helfen, die Kosten in den Griff zu bekommen.

Kassen suchen hÀnderingend IT-Experten

Krankenkassen investieren massiv in die Automatisierung ihrer Prozesse. Im Fokus stehen Softwarelösungen wie BITMARCK/oscare oder 21c|ng. Die Stellenausschreibungen Mitte Juni 2026 zeigen: Der Bedarf an Spezialisten mit fĂŒnf bis zehn Jahren Erfahrung im GKV-Sektor ist enorm.

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Das Ziel: interne AblÀufe optimieren und Verwaltungskosten senken. Change Management und Prozessautomatisierung stehen dabei ganz oben auf der Agenda.

Finanzielle ZwÀnge treiben die Transformation

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) verteidigte die geplante Finanzreform als notwendigen Schritt. Die Zahlen sind alarmierend: Bis 2030 könnte die LĂŒcke auf 44 Milliarden Euro anwachsen.

Der GKV-Spitzenverband schlĂ€gt Alarm. Allein im ersten Quartal 2026 stiegen die Leistungsausgaben um 8 Prozent. Besonders Kliniken (+9,4 Prozent) und Arzneimittel (+6,4 Prozent) treiben die Kosten. Verbandschef Oliver Blatt fordert schĂ€rfere Sparpakete – die ZusatzbeitrĂ€ge liegen bereits bei 3,1 Prozent. Auch der Verband der Ersatzkassen (vdek) verlangt eine faire Lastenteilung.

Weniger BĂŒrokratie durch digitale Vernetzung

Ein konkretes Beispiel fĂŒr den Digitalisierungsschub: Im Juli 2026 startet die bidirektionale Schnittstelle zwischen der Praxissoftware tinana und dem Buchungsportal Doctolib. Die Integration soll Heilmittelpraxen bis zu drei Stunden pro Woche entlasten. Angesichts des FachkrĂ€ftemangels in Physiotherapie, Ergotherapie und LogopĂ€die ein wichtiger Schritt.

Auch bei den Versichertenangeboten tut sich was. Die DAK-Gesundheit bringt eine App gegen Bluthochdruck auf den Markt. Langfristig soll sie als Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) zugelassen werden. Und das Zentralinstitut fĂŒr die kassenĂ€rztliche Versorgung (Zi) setzt bereits seit 2019 auf digitale Gremienarbeit – mit Fokus auf Datenschutz und Offline-Nutzung.

EFAS und Cybersicherheit: Die nÀchsten Baustellen

Ab 2028 soll die einheitliche Finanzierung ambulanter und stationĂ€rer Leistungen (EFAS) kommen. Die Abrechnung lĂ€uft dann ĂŒber zentrale Drehscheiben. Das erfordert massive Anpassungen bei Software und FinanzflĂŒssen. Bis 2032 soll auch die Pflege integriert werden.

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Parallel dazu wĂ€chst die Bedeutung der IT-Sicherheit. Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt entwickeln gemeinsam E-Learning-Angebote fĂŒr den Öffentlichen Gesundheitsdienst. Ziel: Cybergefahren abwehren und Datenschutz flĂ€chendeckend verbessern.

Betriebliche Krankenversicherung im Aufwind

Neben der gesetzlichen Versorgung gewinnt die betriebliche Krankenversicherung (bKV) an Fahrt. Mit einem Plus von 16 Prozent nutzen inzwischen ĂŒber 2,8 Millionen BeschĂ€ftigte in rund 60.600 Unternehmen solche Zusatzleistungen. Der Trend geht zu digitalen Services und Budgettarifen – ein weiteres PuzzlestĂŒck im Wandel des Gesundheitswesens.

de | wissenschaft | 69557786 |