GLP-1-Therapie, Jahr

GLP-1-Therapie: 40 Prozent brechen im ersten Jahr ab

15.06.2026 - 20:42:08 | boerse-global.de

Studie zeigt: 40 Prozent der Typ-2-Diabetiker beenden GLP-1-Therapie im ersten Jahr. Viele nehmen Behandlung spÀter wieder auf.

GLP-1-Therapie: Hohe Abbruchquote bei Typ-2-Diabetikern
GLP-1-Therapie - Nahaufnahme von HĂ€nden, die einen GLP-1-Injektorpen halten, mit unscharfem Hintergrund von Diagrammen, die Therapiezyklen darstellen. 15.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Das zeigt eine aktuelle Studie, die Mitte Juni auf dem Fachkongress ENDO in Chicago vorgestellt wurde. Forscher analysierten die Daten von ĂŒber 60.000 Patienten aus dem Zeitraum Januar 2019 bis Juni 2025.

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Hohe RĂŒckkehrquote trotz frĂŒher AbbrĂŒche

Nach zwei Jahren hatten sogar 60 Prozent der Patienten die Behandlung unterbrochen. Doch viele kehren zurĂŒck: 41,5 Prozent der Abbrecher starteten innerhalb eines Jahres erneut mit einer GLP-1-Therapie. Nach zwei Jahren lag die Wiederaufnahmequote bei 58 Prozent.

Die Untersuchung umfasste Patienten zwischen 18 und 64 Jahren mit einem Body-Mass-Index von mindestens 25.

Wirkstoff macht den Unterschied

Nicht alle GLP-1-Medikamente sind gleich. Patienten mit Tirzepatid hatten ein um 41 Prozent geringeres Abbruchrisiko als jene mit Liraglutid. Bei Semaglutid lag das Risiko immerhin 28 Prozent niedriger.

Der hĂ€ufigste Grund fĂŒr den Abbruch: Übelkeit. In 37 Prozent der FĂ€lle fĂŒhrte sie zum Therapieende. Auch die Versicherung spielt eine Rolle – Patienten mit Medicaid oder Medicare sowie schwarze Patienten brachen hĂ€ufiger ab. Wer das Medikament von einem Endokrinologen verschrieben bekam, senkte das Abbruchrisiko um zehn Prozent.

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Spezialisierte Kliniken retten Leben

Doch nicht nur das richtige Medikament zĂ€hlt. Eine Studie in „Frontiers in Health Services“ vom 21. Mai untersuchte den Einfluss von Klinikzertifizierungen auf die Sterblichkeit. Der Vergleich von 300 zertifizierten mit 1.103 nicht-zertifizierten Kliniken (2021–2023) zeigt deutliche Unterschiede.

Bei Typ-1-Diabetes als Hauptdiagnose lag die Sterblichkeit in zertifizierten HĂ€usern bei 0,23 Prozent – in anderen Kliniken bei 0,40 Prozent. Bei Typ-2-Diabetes betrugen die Werte 1,44 gegenĂŒber 1,64 Prozent.

Die Autoren errechneten: WĂŒrden alle rund 4,89 Millionen stationĂ€ren DiabetesfĂ€lle in spezialisierten Kliniken behandelt, ließen sich jĂ€hrlich etwa 1.140 TodesfĂ€lle vermeiden. Die Wahl des Wirkstoffs und die QualitĂ€t der Klinik – beide Faktoren entscheiden ĂŒber den Behandlungserfolg.

de | wissenschaft | 69546967 |