Glucosamin: Beliebtes Supplement beschleunigt Alzheimer um 25%
21.06.2026 - 09:32:51 | boerse-global.de
Eine neue Studie der University of Florida zeigt: Das beliebte NahrungsergÀnzungsmittel Glucosamin steht im Verdacht, den Verlauf von Alzheimer zu beschleunigen. Besonders gefÀhrdet sind Patienten mit leichten kognitiven EinschrÀnkungen.
Erhöhtes Risiko fĂŒr Demenzkranke
Die im Juni 2026 in Nature Metabolism veröffentlichte Beobachtungsstudie wertete die Gesundheitsdaten von ĂŒber 50.000 Personen aus dem Zeitraum 2012 bis 2024 aus. Das Ergebnis: Wer regelmĂ€Ăig Glucosamin einnimmt und bereits unter leichten kognitiven BeeintrĂ€chtigungen (MCI) leidet, hat ein um 25 Prozent höheres Risiko, eine Alzheimer-Demenz zu entwickeln.
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Noch drastischer fĂ€llt der Befund fĂŒr bereits erkrankte Patienten aus: Bei ihnen korrelierte die Einnahme des Mittels mit einem um 25 Prozent erhöhten Sterberisiko innerhalb von fĂŒnf Jahren. Rund acht Prozent der untersuchten Patienten nahmen das PrĂ€parat regelmĂ€Ăig ein.
Die Studienautoren betonen: Die Ergebnisse belegen einen statistischen Zusammenhang, keinen endgĂŒltigen Kausalnachweis. Klinische Studien mĂŒssten das noch bestĂ€tigen. Die aktuelle S3-Leitlinie empfiehlt Glucosamin bereits jetzt nicht.
VerdÀchtiger Mechanismus: Hyperglykosylierung
Das internationale Forschungsteam identifizierte eine mögliche biologische Ursache. Bei Alzheimer-Patienten fanden sie eine ĂberaktivitĂ€t der sogenannten Hyperglykosylierung â ein Prozess, bei dem Zucker an Proteine im Gehirn andockt. Besonders betroffen sind Hirnregionen, die fĂŒr GedĂ€chtnis und Denken zentral sind.
In Tierversuchen mit MÀusen bestÀtigte sich der Verdacht: Erhielten die Tiere tÀglich 2.500 mg Glucosamin, verschlechterten sich ihre kognitiven Leistungen und das soziale GedÀchtnis signifikant. Die Substanz verstÀrkte offenbar den Glykosylierungsprozess.
Interessanterweise zeigten gesunde MĂ€use unter der gleichen Dosis keine BeeintrĂ€chtigungen. Das Risiko scheint spezifisch fĂŒr bereits geschĂ€digte neuronale Systeme zu bestehen.
Was stattdessen hilft
Parallel zur Glucosamin-Studie lieferte die Forschung im Juni 2026 auch positive Erkenntnisse. Eine placebokontrollierte Doppelblindstudie der Keck Medicine of USC untersuchte Omega-3-FettsĂ€uren. 365 Ă€ltere Erwachsene zwischen 55 und 80 Jahren erhielten sechs Monate lang tĂ€glich 2.000 mg DHA. Trotz deutlich erhöhter DHA-Spiegel im Blut und in der GehirnflĂŒssigkeit: Positive Effekte auf GedĂ€chtnis, Kognition oder das Volumen des Hippocampus blieben aus.
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Deutlich besser schnitten Wirkstoffe aus der Diabetes-Therapie ab. Eine NIH-Langzeitstudie, die Daten von 2014 bis 2023 auswertete und im Juni 2026 im JAMA erschien, zeigte: SGLT2-Inhibitoren senkten das Alzheimer-Risiko bei Diabetikern um 43 Prozent. GLP-1-Rezeptoragonisten erreichten eine Reduktion um 33 Prozent. Zudem senkt eine IP-Impfung gegen GĂŒrtelrose das allgemeine Demenzrisiko um 24 Prozent.
Schnellere Diagnostik durch Bluttests
Die FrĂŒherkennung rĂŒckt angesichts der neuen Risikobewertungen in den Fokus. Die HISCL-Plattform des Herstellers Sysmex analysiert Biomarker wie p-Tau217 innerhalb von 17 Minuten mit einer Genauigkeit von ĂŒber 90 Prozent.
Das Pharmaunternehmen Roche erhielt im FrĂŒhjahr 2026 die CE-Kennzeichnung fĂŒr einen vergleichbaren p-Tau217-Bluttest. Solche Verfahren könnten kĂŒnftig helfen, Risikopatienten frĂŒhzeitig zu identifizieren â und sie vor Substanzen zu warnen, die den Krankheitsverlauf potenziell beschleunigen.
