Glucosamin: Beliebtes Supplement erhöht Alzheimer-Risiko um 25%
Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 14:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Analyse von 66.000 Patientendaten zeigt: Das beliebte NahrungsergÀnzungsmittel Glucosamin kann das Alzheimer-Risiko deutlich steigern. Besonders gefÀhrdet sind Menschen mit leichten kognitiven BeeintrÀchtigungen.
Risiko fĂŒr Alzheimer-Patienten steigt
Die im Juli 2026 veröffentlichte Studie liefert alarmierende Zahlen. Bei Patienten mit bereits bestehenden kognitiven Problemen stieg das Risiko fĂŒr eine Alzheimer-Erkrankung um 25 Prozent. Auch die Sterblichkeit innerhalb von fĂŒnf Jahren lag in dieser Gruppe um ein Viertel höher.
Der Grund: Glucosamin ĂŒberwindet die Blut-Hirn-Schranke. Im Gehirn fördert die Substanz eine Hyperglykosylierung â ein Prozess, der mit neurodegenerativen Erkrankungen in Verbindung steht. Tierversuche bestĂ€tigen diesen Mechanismus und zeigten einen beschleunigten GedĂ€chtnisverfall.
Diabetes-Medikamente senken das Risiko
WĂ€hrend Glucosamin schadet, wirken bestimmte Diabetes-Medikamente schĂŒtzend. SGLT2-Inhibitoren senkten das Alzheimer-Risiko bei Typ-2-Diabetikern um bis zu 43 Prozent, GLP-1-Agonisten um rund 33 Prozent. Das ist relevant, denn eine Diabetes-Erkrankung erhöht das Alzheimer-Risiko um etwa 50 Prozent.
Fachleute empfehlen daher ein frĂŒhzeitiges Screening auf das kardiorenal-metabolische Syndrom. Deutschland plant die EinfĂŒhrung eines verpflichtenden Diabetes-Screenings fĂŒr 2028.
KI erkennt Alzheimer Jahre vor Symptomen
Die FrĂŒherkennung macht groĂe Fortschritte. Ein an der Texas A&M University entwickeltes KI-Modell namens NITROGEN erreicht eine Genauigkeit von ĂŒber 92 Prozent â und das bis zu sieben Jahre vor den ersten klinischen Symptomen.
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Weitere vielversprechende AnsÀtze:
- Schlafdaten-Analysen: Forscher nutzen Polysomnographie und Biomarker wie Beta-Amyloid oder p-tau181 zur Einteilung in biologische Subgruppen
- Netzhaut-Scans: Systeme wie Reti-Pioneer analysieren Fotos der Netzhaut in nur 30 Sekunden
- Bluttest: Der Biomarker p-tau217 ermöglicht die EinschÀtzung des 10-Jahres-Risikos mit bis zu 78 Prozent Wahrscheinlichkeit
WHO: 45 Prozent aller DemenzfÀlle vermeidbar
Die Weltgesundheitsorganisation aktualisierte im Juli 2026 ihre PrÀventionsleitlinien. Rund 57 Millionen Menschen leben weltweit mit einer Demenz, jÀhrlich kommen etwa 10 Millionen Neuerkrankungen hinzu. Die Kosten: 1,3 Billionen US-dollar pro Jahr.
Die wichtigsten PrÀventionspfeiler:
- Bewegung: Bereits 3.000 Schritte tÀglich verlangsamen die Ausbreitung des Tau-Proteins. Optimal sind 5.000 bis 7.500 Schritte oder 150 bis 300 Minuten moderate AktivitÀt pro Woche
- ErnĂ€hrung: Die MIND-DiĂ€t mit BlattgemĂŒse, Beeren, NĂŒssen und Vollkorn senkt das Risiko um bis zu 40 Prozent. Eine Studie mit 1.800 Teilnehmern bestĂ€tigt: EntzĂŒndungshemmende Kost reduziert das Demenzrisiko um 29 Prozent
- Keine Selbstmedikation: VitaminprĂ€parate (B, E, Omega-3) oder Multimineralien ohne diagnostizierten Mangel? AusdrĂŒcklich nicht empfohlen
- Weitere Faktoren: HörgerĂ€te bei Hörverlust, Reduktion von Luftverschmutzung, Kontrolle von Bluthochdruck und Ăbergewicht
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Neue Medikamente in der Pipeline
Die Pharmaindustrie arbeitet an mehreren vielversprechenden Wirkstoffen. Roche testet in der Phase-3-Studie PrevenTRON den Wirkstoff Trontinemab an 1.600 symptomfreien Probanden. Das Mittel Diranersen reduziert Tau-Fibrillen um 50 bis 65 Prozent.
Ein experimenteller Ansatz der University of Texas: die kurzzeitige Inhalation von fĂŒnfprozentigem CO2. In einer kleinen Studie aktivierte dies das glymphatische System und förderte den Abtransport von Beta-Amyloid und Tau-Proteinen â die Effekte klangen allerdings nach einer Stunde wieder ab.
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