Glucosamin-Risiko, Demenzrisiko

Glucosamin-Risiko: 25% höheres Demenzrisiko bei kognitiven MÀngeln

30.06.2026 - 18:09:27 | boerse-global.de

Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen: Die prĂ€ventive Wirkung von Vitamin D, Kalzium und Omega-3 wird oft ĂŒberschĂ€tzt.

Supplemente-Studien: Weniger Nutzen als erwartet bei Senioren und Kindern
Glucosamin-Risiko - Eine Ă€ltere Hand greift nach einer Vitamin-D-Flasche vor einem unscharfen Hintergrund mit medizinischen Berichten und Kalziumtabletten. 30.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Doch aktuelle Studien zeichnen ein anderes Bild: Die prĂ€ventive Wirkung vieler Supplemente fĂ€llt geringer aus als lange angenommen. Forscher untersuchen besonders die Effekte auf StĂŒrze im Alter, die geistige LeistungsfĂ€higkeit und den Infektionsschutz.

Kalzium und Vitamin D: Nutzen fĂŒr Senioren oft ĂŒberschĂ€tzt

Eine kanadische Studie im Fachjournal BMJ kommt zu einem ernĂŒchternden Ergebnis. Der Nutzen von Kalzium und Vitamin D zur Vorbeugung von KnochenbrĂŒchen und StĂŒrzen bei ĂŒber 65-JĂ€hrigen wird hĂ€ufig ĂŒberschĂ€tzt. Weder Einzelsubstanzen noch KombiprĂ€parate bieten fĂŒr die Mehrheit dieser Altersgruppe einen klinisch bedeutsamen Vorteil – obwohl statistisch fast jeder Dritte mindestens einmal pro Jahr stĂŒrzt.

Die Mayo Clinic weist zudem auf Risiken bei der Supplementierung im Kindesalter hin. Eine alleinige Vitamin-D-Gabe ohne ausreichende Kalziumzufuhr könne weiterhin zu Rachitis fĂŒhren. Die American Academy of Pediatrics empfiehlt fĂŒr SĂ€uglinge ab den ersten Lebenstagen tĂ€glich 400 IE Vitamin D. UnregelmĂ€ĂŸige Gaben oder falsch dosierte MultivitaminprĂ€parate erhöhen das Risiko fĂŒr Mangelerscheinungen.

Omega-3: Kein Schutz vor Alzheimer

Auch in der Neurologie zeigen Supplemente wenig Wirkung. Eine zweijÀhrige placebokontrollierte Doppelblindstudie der Keck Medicine USC untersuchte hochdosiertes Omega-3 (DHA) auf das Alzheimer-Risiko. Die Ergebnisse wurden in eBioMedicine veröffentlicht.

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Trotz tĂ€glicher 2.000 mg DHA und einem nachgewiesenen Anstieg der Konzentration im Liquor um 17 Prozent: Bei den 365 Teilnehmern zeigten sich keine Verbesserungen der kognitiven Leistung oder des GedĂ€chtnisses. Auch die fĂŒr Alzheimer typische Schrumpfung des Hippocampus wurde durch die Einnahme nicht verlangsamt.

Forscher warnen in einer aktuellen Auswertung in Nature Metabolism sogar vor Risiken anderer PrÀparate. Bei rund 66.000 Probanden korrelierte die Einnahme von Glucosamin bei Menschen mit leichten kognitiven EinschrÀnkungen mit einem um 25 Prozent erhöhten Demenzrisiko. Auch die Sterblichkeit bei bestehender Alzheimer-Erkrankung lag in dieser Gruppe um 25 Prozent höher.

Vitamin D3 hilft nach Herzinfarkt – aber nicht bei Kindern

Die TARGET-D-Studie von Intermountain Health deutet auf einen Nutzen von Vitamin D3 in der kardiologischen Nachsorge hin. Ein gezieltes Management des Vitamin-D3-Spiegels senkte das Risiko fĂŒr einen erneuten Herzinfarkt bei den 630 untersuchten Patienten um 50 Prozent. Zuvor war bei 85 Prozent der Herzinfarktpatienten ein unzureichender Spiegel festgestellt worden.

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Weniger Erfolg verspricht die Supplementierung bei der Vorbeugung von Atemwegsinfekten bei Kindern. Eine Übersichtsarbeit der UniversitĂ€t Auckland wertete ĂŒber 100 Studien mit mehr als 31.500 Teilnehmern aus. Ergebnis: Vitamin D reduziert die HĂ€ufigkeit von Arztbesuchen wegen solcher Infekte bei Kindern unter fĂŒnf Jahren nur minimal und nicht signifikant. Höhere Dosierungen brachten keinen messbaren zusĂ€tzlichen Schutz.

Fachmedien weisen zudem auf Risiken in der Akutmedizin hin: Studien deuten darauf hin, dass die Gabe von Vitamin C bei schweren Verbrennungen die Sterblichkeit erhöhen kann. Die Forschungsergebnisse unterstreichen: Der klinische Nutzen von Supplementen hÀngt stark vom Einsatzgebiet und der Patientengruppe ab.

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